Humboldts Spuren in der Hauptstadt |
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| Geschrieben von Anja Wellenreich | |||||||
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Humboldts Geburtshaus am Gendarmenmarkt
Es ist eine wirkliche Freude an einem sonnigen Montagmorgen, durch
Berlins Innenstadt mit ihren klassizistischen Sandsteinbauten zu
schlendern, dachte sich ein früher Spaziergänger, als er
die Treppen der Berliner U-Bahnstation Hausvogteiplatz erklomm,
in
dessen Schacht sich die Kühle der Nacht, zusammen mit einem Paar
verspäteter Partylöwen, gerade zurückgezogen hatte, um
einer milden Morgenfrische platz zu machen. Um diese Uhrzeit, es
mochte gerade 08:00 Uhr durch sein, waren rund um den Gendarmenmarkt
die Büros bereits voll-, die zahlreichen Cafés aber nur
spärlich besetzt. Was suchte dieser touristische Frühaufsteher
hier, zumal am Montag die meisten Museen in Berlin ihren Ruhetag
haben?Er ließ seinen Blick über den noch menschenleeren Platz schweifen. Ein frecher Sonnenstrahl kitzelte eben dem von seinen vier Musen umgebenen Schillerdenkmal vor dem Schauspielhaus an der Nase, konnte aber die stille Größe des Marmordichters nicht stören, der sein sanftes Auge auf einem dunklen Gebäude am Rande des Gendarmenmarktes ruhen ließ. Der frühe Spaziergänger folgte diesem Blick und erkannte in dem anvisierten Haus das Akademie-Gebäude, Sitz der vormals Preußischen, nun Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften, die in ihrer Geschichte 77 Nobelpreisträger und
derzeit 270 hochdekorierte Mitglieder zählt. Erfreut lenkte er
seine Schritte über die Markgrafenstraße, so eilig, dass
ein Schwarm Tauben sich erschrocken erhob und für einen
Augenblick den französischen Dom umschwirrte. Neben dem
Haupteingang der Akademie in der Jägerstraße 22 prangte
der erste Hinweis auf jenen Mann, den unser Spaziergänger sich
zum Tagesheiligen auserkoren hatte: die 1954 von Fritz Cremer
verfertigte Gedenktafel mit dem Profil Alexanders von Humboldt und
der Aufschrift “An dieser Stelle stand das Geburtshaus des großen
deutschen Naturforschers.”Kein Wunder, dass sich um den Mund des Schillerstandbildes etwas Wehmut und auf der Stirn ein Schatten schlechten Gewissens gemalt hatte, als er hier herüber blickte. Hatte er doch 1794 an seinen Freund Körner geschrieben, dass Humboldt zwar “ein Maul” habe und sich gelten machen könne, sonst aber “ein beschränkter Verstandesmensch” sei, der “trotz seiner rastlosen Tätigkeit in seiner Wissenschaft nie etwas großes leisten” werde. Nun, er hatte sich geirrt, der verdienstvolle Klassiker. Aus dem kränklichen Knaben, der hier am 14.11.1769 das Licht der Welt erblickt und die Berliner Luft geatmet hatte, war ein Forscher geworden, der in den Naturwissenschaften zu ähnlichem Ruhm gelangen sollte, wie sein älterer Bruder Wilhelm auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften. |
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Werderscher Markt
Baustil: Neogotik
Ferienregion: Berlin
Ferienroute: Visitatio TOP Kirchen





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in
dessen Schacht sich die Kühle der Nacht, zusammen mit einem Paar
verspäteter Partylöwen, gerade zurückgezogen hatte, um
einer milden Morgenfrische platz zu machen. Um diese Uhrzeit, es
mochte gerade 08:00 Uhr durch sein, waren rund um den Gendarmenmarkt
die Büros bereits voll-, die zahlreichen Cafés aber nur
spärlich besetzt. Was suchte dieser touristische Frühaufsteher
hier, zumal am Montag die meisten Museen in Berlin ihren Ruhetag
haben?
nun Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften, die in ihrer Geschichte 77 Nobelpreisträger und
derzeit 270 hochdekorierte Mitglieder zählt. Erfreut lenkte er
seine Schritte über die Markgrafenstraße, so eilig, dass
ein Schwarm Tauben sich erschrocken erhob und für einen
Augenblick den französischen Dom umschwirrte. Neben dem
Haupteingang der Akademie in der Jägerstraße 22 prangte
der erste Hinweis auf jenen Mann, den unser Spaziergänger sich
zum Tagesheiligen auserkoren hatte: die 1954 von Fritz Cremer
verfertigte Gedenktafel mit dem Profil Alexanders von Humboldt und
der Aufschrift “An dieser Stelle stand das Geburtshaus des großen
deutschen Naturforschers.”