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Berlin

Humboldts Spuren in der Hauptstadt

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Geschrieben von Anja Wellenreich   
Artikelinhalt
Humboldts Spuren in der Hauptstadt
Der Werdersche Markt
Die Humboldt-Uni
Die Singakademie
Das Jüdische Viertel

Alexander von HumboldtNicht nur als Kosmopolit, sondern auch als Schöpfer des Kosmos ist er unsterblich geworden: der jüngere der beiden Humboldt-Brüder, Alexander. Jener Bergwerksassessor, Naturforscher und Reisende, nach dem weltweit nicht nur etliche Tier- und Pflanzenarten, sondern immerhin auch neun Orte, drei Countys, zwei Gebirge, ein Meeresstrom, drei Berge und darüber hinaus zwei Mondkrater und ein Asteroid benannt sind. Nur wenige wissen, dass dieser Mann, den Simón Bolívar den zweiten Entdecker Südamerikas nannte, ein echter Berliner war und in der heutigen Bundeshauptstadt Berlin, seine Kindheitsjahre und seinen Lebensabend verbrachte. Begeben Sie sich auf seine Spuren , die in bekannten un unbekannteren Sehenswürdigkeiten in Berlin zu finden sind!


Humboldts Geburtshaus am Gendarmenmarkt


Es ist eine wirkliche Freude an einem sonnigen Montagmorgen, durch Berlins Innenstadt mit ihren klassizistischen Sandsteinbauten zu schlendern, dachte sich ein früher Spaziergänger, als er die Treppen der Berliner U-Bahnstation Hausvogteiplatz erklomm, Schauspielhaus Berlinin dessen Schacht sich die Kühle der Nacht, zusammen mit einem Paar verspäteter Partylöwen, gerade zurückgezogen hatte, um einer milden Morgenfrische platz zu machen. Um diese Uhrzeit, es mochte gerade 08:00 Uhr durch sein, waren rund um den Gendarmenmarkt die Büros bereits voll-, die zahlreichen Cafés aber nur spärlich besetzt. Was suchte dieser touristische Frühaufsteher hier, zumal am Montag die meisten Museen in Berlin ihren Ruhetag haben?

Er ließ seinen Blick über den noch menschenleeren Platz schweifen. Ein frecher Sonnenstrahl kitzelte eben dem von seinen vier Musen umgebenen Schillerdenkmal vor dem Schauspielhaus an der Nase, konnte aber die stille Größe des Marmordichters nicht stören, der sein sanftes Auge auf einem dunklen Gebäude am Rande des Gendarmenmarktes ruhen ließ. Der frühe Spaziergänger folgte diesem Blick und erkannte in dem anvisierten Haus das Akademie-Gebäude, Sitz der vormals Preußischen, Akademie der Wissenschaftennun Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die in ihrer Geschichte 77 Nobelpreisträger und derzeit 270 hochdekorierte Mitglieder zählt. Erfreut lenkte er seine Schritte über die Markgrafenstraße, so eilig, dass ein Schwarm Tauben sich erschrocken erhob und für einen Augenblick den französischen Dom umschwirrte. Neben dem Haupteingang der Akademie in der Jägerstraße 22 prangte der erste Hinweis auf jenen Mann, den unser Spaziergänger sich zum Tagesheiligen auserkoren hatte: die 1954 von Fritz Cremer verfertigte Gedenktafel mit dem Profil Alexanders von Humboldt und der Aufschrift “An dieser Stelle stand das Geburtshaus des großen deutschen Naturforschers.”

Kein Wunder, dass sich um den Mund des Schillerstandbildes etwas Wehmut und auf der Stirn ein Schatten schlechten Gewissens gemalt hatte, als er hier herüber blickte. Hatte er doch 1794 an seinen Freund Körner geschrieben, dass Humboldt zwar “ein Maul” habe und sich gelten machen könne, sonst aber “ein beschränkter Verstandesmensch” sei, der “trotz seiner rastlosen Tätigkeit in seiner Wissenschaft nie etwas großes leisten” werde. Nun, er hatte sich geirrt, der verdienstvolle Klassiker. Aus dem kränklichen Knaben, der hier am 14.11.1769 das Licht der Welt erblickt und die Berliner Luft geatmet hatte, war ein Forscher geworden, der in den Naturwissenschaften zu ähnlichem Ruhm gelangen sollte, wie sein älterer Bruder Wilhelm auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften.


 
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