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Geschrieben von Anja Wellenreich
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Ein
altes chinesisches Sprichwort sagt: willst du eine Stunde sein, so
betrinke dich. Willst du für drei Tage glücklich sein, so
heirate. Willst du für eine Woche glücklich sein, so
schlachte ein Schwein und gib ein Festessen. Willst du aber ein Leben
lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten.
Sich
im alltäglichen Großstadtdschungel den Freiraum zur Pflege
eines eigenen Gartens zu schaffen mag schwierig sein. Inmitten des
Häusermeers der Metropole in den Genuss eines grünen
Eilandes zu kommen, wird dem Erholungssuchenden dagegen einfach
gemacht. Nicht umsonst gilt Berlin, die Stadt mit einer riesigen Vielfalt an Sehenswürdigkeiten, mit seinen zahlreichen Gärten
und Parks als die grünste Hauptstadt Europas. Ob Sie nun im
Botanischen Garten ihrer Leidenschaft für die Flora oder im
Zoologischen jener zur Fauna frönen, eine Joggingtour durch den
Tiergarten oder Friedrichshain unternehmen oder im Britzer Garten ein
Picknick veranstalten, überall treffen Sie auf städtische
Grünanlagen. Auch dort, wo Sie es vielleicht am wenigsten
erwarten. Oder würden Sie damit rechnen im größten
Plattenbaugebiet Europas auf die Gärten der Welt zu treffen?
Verlobt,
verheiratet, vergessen
Es
war eigentlich ein ganz friedlicher Vormittag am Lehrstuhl für
Literatur gewesen, bis: “Sapperlot! Das kann nicht wahr sein!
Wegner!” Polternd stieß Professor Faust die Bürotür
auf und ließ sie hinter sich knallend in Schloss fallen. “Du
lieber Himmel, Herr Professor. Was ist denn geschehen? Sie sehen ja
ganz entgeistert aus.” “Allerdings Wegner, die guten Geister die
ich rief haben mich verlassen und mein Gedächtnis gleich
mitgenommen.“ Mit einem lauten Seufzer ließ Faust sich in
seinen Schreibtischsessel plumpsen. “Sie sollten mich doch
erinnern!” Sein Famulus war blass geworden. “Ihr Hochzeitstag!”,
stotterte er. “Ganz recht. Mein Hochzeitstag. Sie sollten es sich
dreimal rot einkringeln in Ihrem Kalender, hab ich Ihnen gesagt und
so was schimpft sich gewissen(sc)haft-licher Mitarbeiter.” “Aber
Herr Professor, die Druckfahnen für Weimar, der Registerband für
Wolfenbüttel, die Recherche im Geheimen Staats...” “Ach
sparen Sie sich Ihre Entschuldigungen. Dass hilft uns jetzt auch
nicht mehr weiter. Viel wichtiger ist, dass wir uns schnell etwas
einfallen lassen. Ich wusste mir heute morgen nämlich nicht
anders aus dem Schlamassel zu helfen, als mein entgleisendes Gesicht
hinter meiner Tageszeitung zu verbergen und meiner Frau etwas von
einer riesigen Überraschung zu erzählen, die ich schon vor
Monaten für sie und mich und diesen besonderen Anlass geplant
hätte. Reine Zeitschindung! Sie durchschaute mich sofort und ich
sah schon, wie sich ihre Stirn runzelte, da fiel mein Blick auf einen
Werbeprospekt für Fernostreisen, der meiner Zeitung beilag. Den
warf ich ihr schnell hin, griff, mit einem Blick auf die Uhr und
einer Terminausrede auf meinen Lippen meine Jacke und lief davon. Nun
glaubt Sie ganz gewiss, ich hätte irgendeinen Kurztrip ins Land
der aufgehenden Sonne gebucht. Donner und Doria! Was hätte ich
denn auch anderes machen sollen. Sie werden sich erinnern: als mein
Kunsthistoriker-Kollege Kramer vor zwei Jahren in der gleichen
Bredouille war, hat er seine Frau in die neue Nationalgalerie
eingeladen und nach acht Stunden Schlangestehen hat sie die Scheidung
eingereicht!” “Kramer gegen Kramers Scheidungsdrama. Wie könnte
ich das vergessen.” “Nun machen sie doch keine Witze, Wegner! Sie
sind meine Hilfskraft. Ihre Aufgabe besteht also darin, mir mit aller
Kraft zu Hilfe zu kommen.”
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