
Die Linie, die der Gurkenradweg in die Brandenburgische Landkarte zeichnet, ähnelt mehr drei Blüten einer Wasserlilie, als einer Gurke. Den Namen hat dieser Radweg ja auch nicht wegen seiner Form sondern weil er durch das Land der Gurken im südöstlichen Brandenburg führt. Große Teile der Strecke verlaufen durch den Spreewald, der durch die Kahnfahrten, die sorbischen Trachten und eben durch die Gurken nach spreewälder Art bekannt ist. Von Berlin ist der 250 km Rundkurs in einer knappen Stunde zu erreichen, folgt man der Autobahn richtung Cottbus oder Dresden. Von Golßen bis Cottbus ist jede Autobahnabfahrt nutzbar, um schnell an den Radweg zu gelangen oder man nutzt staulos die Regionalbahn RE 2 ab Berlin Richtung Cottbus. Wir sind mit dem Auto bis Lübbenau...
Sehenswürdigkeiten am Gurkenradweg
Wenn man in aller Frühe startet, wir sind Wochentags bereits um 8.45 in Lübbenau ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es gelingt einen Autostellplatz nahe dem Spreewaldhafen zu bekommen. Vier Euro kostet aktuell das Ticket für einen Tag auf dem Parkplatz. Schnell sind die Räder abfahrtbereit. Es gilt den Radweg zu suchen. Wir sind nur durch Internetrecherchen auf die Tour vorbereitet. Eine Karte könnte uns zur Orientierung dienen. Über die Wegweiser finden wir rasch den Weg, zur am Markt befindlichen Tourismusinformation. Der Weg dahin macht den Wandel Lübbenaus zum Tourismusort deutlich. Überall stehen Schilder mit dem

Angebot von Kahnfahrten. Selbst in kleinen Hinterhöfen muss sich ein Steg mit einer "Gondel" verbergen. Restaurants, Cafe's, Bistro's, Souvenirgeschäfte wechseln sich ab. Die Altstadt von Lübbenau ist eingestellt auf Busladungen voller Gäste. Der Markt, langgestreckt, wird von der
St. Nicolai-Stadkirche überragt. Nach mehreren Vorgängerbauten entstand die Kirche in ihrem heutigen Gewand im 18. Jahrhundert. Der schlanke hohe Turm wurde 1778 errichtet. Schräg gegenüber finden wir in der Tourismusinformation eine reichlich Auswahl von Landkarten, Reisführern und Informationsmaterialien über den Spreewald. Die Wahl fällt schwer. Da wir uns vorerst nur einen Tag hier aufhalten wollen entscheiden wir uns für ein 1 Euro Faltblatt über den Gurkenweg, welches wir allerdings noch im Laden hätten auffalten sollen. Die Kurzbeschreibung der Sehenswürdigkeiten in den Orten auf dem Gurkenradweg ist zwar vorhanden, dafür ist die rückseitige Übersichtskarte kaum nutzbar zur Orientierung auf der Strecke. Nun gut mit den Ortsnamen ausgestattet machen wir uns gegen den Uhrzeigersinn also in südlicher Richtung auf den Weg. Aber auch hier gibt es leider noch einen kleinen Wehrmutstropfen. Zwar finden wir das Icon des Weges, eine radfahrende Gurke, recht schnell auf dem großen Wegweiser an der Kirche, doch schon wenige hundert Meter weiter verlieren wir den Weg. Hier in der Ortslage dienen Aufkleber an Straßenschildern zur Orientierung. An das Rohr der Verkehrsschilder geklebt, verhindert die Rundung des Rohres die volle Einsicht. Mit einem kleinen Umweg über eine von Autos recht wenig befah

rene Straße gelangen wir ans erste Etappenziel - Lehde. Die ungewollte Umleitung hatte ein Gutes, wir kamen noch am Schloss, heute
Schlosshotel Lübbenau vorbei. Die beiden rechtwinklig angeordneten Flügel des Schlosses öffnen sich in Richtung des neun Hektar großen Schlossparks mit altem Baubestand. Das Schloss wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf den Grundmauern älterer Anlagen errichtet. Interessant ist, dass im 17. Jahrhundert ein italienisches Adelsgeschlecht, derer von Lynar, hier die Standesherrschaft übernahm und somit zu den Schlossherren wurden. Die Nachfahren des Festungsbaumeisters Rochus Guerrii Graf zu Lynar erhielten 1992 das Schloss zurück und liesen es zu einem prachtvollen Viersterne-Hotel umbauen.
Sehenswürdigkeiten von Lübbenau auf der Karte