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Brandenburg

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Der Pfad der 1000 Eichen

Geschrieben von Roland Wagner   
Pfad der 1000 EichenEr dürfte einer der eher kurzen Wanderwege im Wanderland Brandenburg sein, er ist wahrscheinlich der südlichste und gehört mit Sicherheit zu den schönsten - der Pfad der 1000 Eichen! Dieser Wanderweg verbindet zwei sehenswerte Schlösser -  das von Großkmehlen und das von Lindenau miteinander. Er ist ganze 3 Kilometer lang, und reicht für einen abwechslungsreichen Spaziergang am Rande einer längeren Autofahrt. Nur wenige Kilometer entfernt ist Brandenburgs südlichste Autobahnabfahrt von der A13 (Berlin-Dresden) - Ortrand. Machen Sie einfach mal Pause und fahren Sie bis zum Schloss Großkmehlen. Hier beginnt der "Pfad der 1000 Eichen" ....

Sehenswürdigkeiten in BrandenburgSehenswürdigkeiten am "Pfad der 1000 Eichen"



Schloss Großkmehlen und die Silbermannorgel in der Dorfkirche


Schlosspark GroßkmehlenDen Parkplatz kann der Besucher nicht verfehlen, denn schon von Weitem ist die markante Silhouette vom Renaissanceschloss Großkmehlen und der benachbarten Dorfkirche zu erblicken. Das Schloss ohne Herren wurde in den letzten Jahren aufwendig saniert und sucht augenblicklich eine neue Nutzung. Die ehemalige Wasserburg, die militärstrategisch eine wichtige Bedeutung für das Grenzgebiet zwischen der Mark Meißen und der Oberlausitz besaß, wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut. Die Barockkirche direkt nebenan birgt einen besonderen Schatz. Der sächsische Orgelbaumeister Gottfried Silbermann (1683-1753) baute 1717-1718 im damals noch sächsischen Großkmehlen seine 12. Orgel. Der noch junge Meister erhielt den Auftrag von der Witwe des 1699 verstorbenen Churfürstlichen Obrist-Lieutenant Gottlob von Lüttichau. Diese, Johanna Eleonore von Lüttichenau - später von Brause war eine engagierte Frau - nicht nur die Orgel auch der Pfad der 1000 Eichen geht auf sie zurück... Die Generalin hatte neben der Verwaltung von Gut Großkmehlen auch das Patronat über das knapp 3 Kilometer entfernte Schloss Lindenau. Der kürzeste Weg dorthin ging entlang des Nebenarmes der Pulsnitz. Was sie bewog, entlang dieses Pfades 1000 Eichen pflanzen zu lassen, wird sicher nicht mehr zu ergründen sein...aber sie legte mit ihrem Plan den Grundstein für ein heute mögliches wundervolles Wandererlebnis...

Sehenswürdigkeiten in BrandenburgBericht über Schloss und Dorfkirche Großkmehlen

Durch den Schlosspark zu den Eichen


Pfad der 1000 Eichen Impressionen








Auf dem Vorplatz des Schlosses findet der Wanderfreund einen grünen Wegweiser mit der Aufschrift "Pfad der 1000 Eichen" . Er zeigt in Richtung des Schlossparks von Großkmehlen. Den Zugang ist zwischen dem Schloss und dem Jägerhaus. Die Terrasse vor dem Schloss hat schon bessere Zeiten erlebt...auch der Park gehört nicht unbedingt zu den reizvollsten. Unter den alten Bäumen versteckt sich ein kleiner Barockpavillon. Wir folgen dem Hauptweg bis an das Ende des Parks und gelangen über ein kleines Schlupfloch auf das angrenzende Feld. In östlicher Richtung wird dieses von alten Baumriesen den 1000 Eichen abgeschirmt. Direkt  zwischen diesen schlängelt sich entlang der Neuen Pulsnitz der Pfad ...

Vom einstigen Reitweg zum naturbelassenen Wanderpfad

 Das hier Johanna Eleonore v. Brause dem Pferd die Sporen gab ist kaum noch zu glauben...zu schmal ist der Weg...zu wenig begangen teils sogar verkrautet...aber genau dies macht den Pfad der 1000 Eichen zu einem wirklichen Geheimtipp. Nur wenige Schritte vom Schlosspark entfernt, findet sich der Wanderer in einer wirklich urwüchsigen Naturlandschaft wieder...einem kleinen Paradies. Rechts des Weges fließt behaglich mit geringer Strömung die Neue Pulsnitz...dahinter ein Feld....üppigst die Pflanzenwelt am Flusslauf. Vögel singen, kreischen es ist ein Soundteppich, der an Filme aus dem südamerikanischen Regenwald erinnert. Auch Insekten gibt es in großer Vielfalt. Tier- und Pflanzenfreunde können hier sicher die eine oder andere Besonderheit entdecken. Die alten Eichen spenden an diesem Sonnentag reichlich Schatten...hin und wieder ist der regelmäßige Abstand der Pflanzung unterbrochen sind einzelne Bäume abgestorben oder dabei kein Laub mehr tragen zu wollen und eher ein behagliches Heim für die Insekten zu sein...Der Weg scheint endlos, da der Wanderer seinen Fuß bedachten setzen muss. Wurzeln oder auch kleine Unterspülungen sorgen für Abwechslung auf dem Geläuf. Ein kleines Stück des Pfades ist  von hüfthohen Brennesseln bewuchert. Wir nähern uns einem Waldstück, in dem der Verlauf des ursprünglichen Pfades verloren scheint...dennoch zeichnet sich auf dem Waldboden noch ein Trampelpfad ab. Der Klang der Vogelwelt wird abgelöst von einem Rauschen...
Ein Wehr taucht vor uns auf, welches vor einigen Jahren fast eine Bedrohung für den Pfad der 1000 Eichen geworden wäre. Durch den Neubau stand die Frage im Raum, ob die touristische Querung den Sicherheitsanforderungen an ein solches Bauwerk entspricht...Glücklicher Weise wurde eine Lösung gefunden, auch eine für die Fische, die den Höhenunterschied mit einer Fischtreppe überwinden können.

Durch den Schlosspark zum Schloss Lindenau

Schloss LindenauZwischenzeitlich verliert der Wanderer den Glauben auf dem Pfad der 1000 Eichen zu sein...irgendwie gibt es keine Eichen mehr. Nach dem Wehr ist der Pfad ein auch von Autos befahrbarer Wirtschaftsweg und von dem erwarteten Schlosspark ist noch nichts zu sehen. Hier würde ein Wegweiser dem Wandernden Sicherheit geben. An einer Verbindungsstraße gibt es wieder Klarheit... es sind nur noch wenige Meter bis zum Eingang des Schlossparks... Hier finden sich auch die Eichen wieder! Leider hat das Sportlerheim gegenüber dem Fußballplatz keine geregelten Öffnungszeiten. Ein kleiner Imbiss wäre hier sicher ein gutes Angebot. Ein Wegweiser bietet nun verschiedene alternative Strecken durch den Schlosspark Lindenau an. Wir wählen, statt des Rundweges den direkten Weg zum Schloss...entlang der alten Eichen. Ob es dann am Ende des Weges wirklich 1000 Eichen sind ist sicher anzuzweifeln aber die Wegstrecke hat auf dem längsten Teil ihr Thema und wie wir erfahren haben auch ihre Geschichte. Diese ist fest verbunden mit dem Lindenauer Schloss, welches sich heute wieder in privater Hand befindet und ebenfalls in den letzten Jahren saniert wurde. Errichtet wurde es 1584 von Lothar von Minckwitz, wobei wie in Großkmehlen Teile einer ehemaligen Befestigungsanlage Verwendung fanden. Bauernunruhen, zu denen es im Zusammenhang mit dem 30jährigen Krieg kam forderten dem Bau auch weiterhin Festigkeit ab. 1660 entstand das Torhaus, in dem sich heute ein kleines Heimatmuseum befindet. Eingebaut in dieses Ensemble fand auch die Kirche ihr Schutzdach.Schlosspark Lindenau Ende des 18. Jahrhunderts wurde erneut gebaut und verändert, der Turm erhielt seine Barockhaube. Wieder kommt es zu einem Bauernaufstand in dessen Folge das Schloss gestürmt wird. Kursächsische Soldaten erobern es schließlich zurück. Als Schloss Lindenau in den Besitz der preußischen Adelsfamilie Lynar kam, deren Besitzungen im Spreewald ihren Ursprung haben, erhielt das Schloss und der Park sein heutiges Erscheinungsbild. Der 23 Hektar große englische Garten bietet besonders im Mai und Juni ein faszinierendes Blütenmeer von verschiedenen Rhododendren. Kleine Wege schlängeln sich durchs Gelände, welches von Bachläufen unterbrochen ist und enden immer wieder an anderen Aussichtsfenstern oder in kleinen Lauben aus blühenden Pflanzen. Ein Kleinod für Gartenliebhaber...plötzlich ist unruhe im Park zwei Gärtnerinnen laufen aufgeregt hin und her und schauen nach oben...in eine der wirklich alten Baumkronen...ein junger Waschbär hat dort seine Wohnung bezogen und blickt ziemlich frech in die Tiefe...

Der Pfad der 1000 Eichen ist ein empfehlenswerte Wanderspaziergang für den etwa 1-2 Stunden einzuplanen sind. sinnvoll ist es den Weg mit festem Schuhwerk zu begehen und eventuell ein Fernglas dabei zu haben, da es wirklich viele Tiere und Pflanzen zu beobachten gibt!

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