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Meckl.-Vorpom.

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Müritz Fischtage 2011

Müritz Fischtage 2011Vom 24. September - 9. Oktober 2011 werden Besucher der Mecklenburgischen Seenplatte von Goldberg (Goldberger See) im Westen bis Feldberg (Haussee) im Osten, Dargun (Kummerower See) im Norden und Rheinsberg (Rheinsberger See) nach Bootsausflügen, Wanderungen, Stadtspaziergängen und Radtouren mit besonderen kulinarischen Leckerbissen verwöhnt. 60 Hotels und Restaurants in der Region der 1000 Seen beteiligen sich in diesem Jahr an den "Müritz Fischtagen - Frische Fische, feine Küche". Visitatio hat sich auf den Weg gemacht um einige der angebotenen Gerichte zu probieren...

 

 

 

Mecklenburgische SeenplatteNur eineinhalb Stunden Autofahrt von Berlin aus in Richtung Norden dauert es, und man erreicht die Mecklenburgische-Seenplatte. Wie an einer Perlenschnur liegen in ihrem Zentrum der Plauer See, der über den Fleesensee und den Kölpinsee mit der Müritz verbunden ist. Die Müritz, der größte der Seen ist der Namenspate eines wirklich empfehlenswerten Festes für den Gaumen, den "Müritzer Fischtagen". Regionale Fischer, kommen fangfrisch durch die Müritzfischer zu den teilnehmenden Hotels und Restaurants. Hier werden wirklich verschiedenste Genüsse aus den Wassertieren gezaubert und die Gäste verwöhnt.

Gasthaus "Lenzer Hafen"


Gasthaus Lenzer HafenVisitatio hat zwei der 60 Restaurants ausgewählt und probiert. Zuerst besuchten wir das Gasthaus "Lenzer Hafen". Einen Tag später waren wir zu Gast im Fischerhaus in Plau am See. Beide Restaurants befinden sich am Plauer See. Vom Lenzer Strand aus erkennt man beim Sonnenuntergang wunderbar die Silouette von Plau mit seiner markanten Backsteinkirche. Lenz ist ein eher ruhiges Ortchen, welches zur Kloster- und Inselstadt Malchow gehört. Gut erreichbar mit dem Auto (die Autobahnabfahrt ist nur 10 Kilometer entfernt, mit dem Rad (von Malchow sind es etwa 5 Kilometer auf einer ruhigen Straße) oder ganz passend zu den Fischtagen auf dem Wasserweg. Direkt vor dem Gasthaus kann angelegt werden, oder man fährt mit der Blau-Weißen-Flotte, die mehrmals am Tag am Lenzer Hafen mit ihren Ausflugsdampfern anlegt. Auch Übernachtungsmöglichkeiten werden hier geboten, als Wohnmobilist, Camper oder Hausgast!

Marinierter Hecht und Maränenteller


Marinierter HechtIm gemütlich eingerichteten Gastraum ist etwa Platz für 30 Personen. Direkt vor den Fenstern schippern große und kleine Boote durch den Lenzer Kanal. Die aufmerksame Bedienung empfängt uns freundlich. Zwei Speisekarten werden gereicht, die für alle Tage und die für die "Müritzer Fischtage". Diese Karte präsentiert uns drei Gerichte. Wir wählen als Vorspeise den Fischsalat mit mariniertem Hecht und den Märenenteller. Nur wenige Minuten vergehen und der Fischsalat für 5,40 € steht vor uns. Marinierter Hecht in mundgerechter Größe, darüber eine Vinaigrette mit kleinen Stückchen von sauren Gürkchchen, Äpfeln und feinzerkleinerten Zwiebeln...Schwarzes Brot und Butter runden das Gericht ab. Die Zubereitung ist etwas besonderes. Der Hecht erinnert an Matjes ist aber deutlich weniger salzig und entwickelt so einen ganz eigenen Geschmack. Das Fleisch ist zart und zergeht geradezu im Mund. Ein echter Leckerbissen! Koch Peter AlbersDer Koch Peter Albers verrät uns das Geheimnis des Genusses! Der "Matjes"-Hecht kommt von den Müritzfischern, die sich für den edlen Raubfisch ein besonderes Garverfahren patentieren liesen. Sie verwenden das Enzym der Bauchspeicheldrüse von Heringen, welches bei der Matjesherstellung Verwendung findet, setzen in geringem Maße Salz hinzu und lassen den Fisch für 48 Stunden garen. Fertig! - ist die Vorbereitung! Die Verfeinerung des Geschmackserlebnisses geschieht dann in der Küche von Peter Albers! Absolut Empfehlenswert!
Als Hauptgang entscheiden wir uns für den Maränenteller (9,90 €). Ich gebe zu, bei der Bestellung denke ich an die gefräßigen Gesellen der Unterwasserhexe Ursula aus dem Lieblingstrickfilm meiner Kinder "Arielle". Sollten diese Raubtiere wirklich in der Müritz leben? Die Freude ist groß als wirklich Maränen und nicht als Muränen auf den Tellern liegen. Zwei dieser zierliche Fische mit sparsamer Panierung gebraten eine gute Portion Bratkartoffeln (die Kartoffeln wurden in der Küche geschält und geschnitten!) und Salat sind die zweite Köstlichkeit. Die Maränen sind zart, die Haut leicht knusprig und kaum fettig. In der Zubereitung von Peter Albers ein wirklicher Leckerbissen. Auch geräuchert, so erfahren wir im liebevoll recherchierten und gestalteten Begleitheft der "Müritzer Fischtage" sollen die Maränen ein Köstlichkeit sein. In dem Heft sind alle 60 Hotels und Restaurants beschrieben, die jeweiligen Gerichte vermerkt und interessante Informationen über die angebotenen Fische aufbereitet. Wollen Sie noch etwas mehr über die Fische der Müritz erfahren, fragen sie vielleicht auch den Koch Peter Albers, der ein erstaunliches Wissen über seine geschuppten Zutaten besitzt. Kein Wunder bei ihm! - Ist er doch in der Wintersaison wenn die Arbeit selbst für sehr gute Köche knapp wird, Fischer!

Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg-Vorpommernwww.lenzer-hafen.de
Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Lenz

Der Plauer-See ein Naturparadies


Sonnenuntergang am Plauer SeeVerwöhnt mit Speis und Trank lohnt noch ein kleiner Verdauungsspaziergang. Nur wenige Meter vom Gasthaus "Lenzer Hafen" entfernt ist der Plauer-See. Bänke laden ein zum Verweilen und, so der Besucher den richtigen Zeitpunkt erwischt, den Sonnenuntergang hinter dem Westufer zu beobachten. Zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich die Silhouette der Stadt Plau am See deutlich ab. Ein Schwanenpaar wartet zuerst vergeblich auf die sonst üblichen Happen von Strandbesuchern, um dann doch im Gleichklang die Köpfe ins klare und schon herbstlich kühlen Wasser des See zu tauchen. Ein wenig abseits tuckert noch ein altes Motorboot vorbei. Ein fast kitschige aber wirklich erlebbare Postkartenidylle. 

Fischerhaus Plau am See


Fischerhaus Plau am SeeWir erreichen Plau am See mit dem Rad. Wunderschöne, meist naturbelassene Wege führen nach Plau. Wir machen Halt im Museumsdorf Alt Schwerin, das Museum, alte Katen, eine Windmühle, Landtechnik der zurückliegenden Jahrzehnte, das Herrenhaus, der LPG-Plattenblock...geben Einblicke auf das Leben der Bauern in der Mecklenburger Seenplatte. Nach 25 Kilometern ist Plau am See erreicht, die Stadt mit alten Fachwerkbauten, der weithin sichtbaren Backsteinkirche St. Marien, dem Bergfried der alten Burg und sechs Restaurants, die an den Müritzer Fischtage teilnehmen. Trotz des Restaurantführer des Gaumenfestes in der Hand fällt es schwer die Wahl zu treffen: Cafe Plawe lockt mit Müritz-Barschfilet, Parkhotel Klüschenberg mit Störfilet, das Seehotel Plau am See bietet Wangeliner Forelle...tage könnte der Gast hier verweilen. Unsere Entscheidung fällt auf das Fischerhaus - An der Meetow. Von der Schleuse mit der alten Hubbrücke geht es vorbei an Bootsschuppen, Anlegestegen und dem Fischverkauf der Müritzfischer gelangen wir an ein mit Reet gedecktes Gasthaus direkt am Wasser. Es ist sehr gut besucht...mit ein wenig Glück finden wir noch zwei Plätze...

Kürbissüppchen, Pflückhecht, Saiblingsfilet


Saiblingsfilet unter WildkräuterkrusteWieder interessiert uns nur die Sonderkarte der Müritzer Fischtage. Chefkoch Chrisitan Rhode empfiehlt Plauer-Pflückhecht (14,95 €) und Saiblingsfilet (16,95 €). Als Vorspeise wählen wir das Rahmsüppchen vom Eichelkürbis mit gebackenen Streifen der kleinen Maräne. Schon diese Vorsuppe ist ein Gaumenschmaus! Der Eichelkürbis mit seinem nussigen Geschmack ist nicht bis zur Cremigkeit passiert, grobgehackte Kräuter geben der Suppe eine besondere Frische. Einige Streifen panierter Maränen geben dem Rahmsüppchenein leckeres Knuspererlebnis obenauf. Ein weiterer Grund das Fischerhaus zu besuchen, sollte das selbstgebackene Brot aus dem LEhmbackofen sein. Spitze!
Der Plückhecht - auch der kommt aus dem Wasser der Mecklenburger Seenplatte und wächst hier nicht auf Bäumen - wird mit Apfelkraut, Kräuterstampf und Rauke serviert. Das gekochte Hechtfilet als solches ist hier ein wenig trocken und entwickelt wenig Eigengeschmack, mit dem Apfelkraut gemeinsam entsteht ein besonderes Geschmackserlebnis. Das Sauerkraut, gut gegart ist mit größeren Apfelstücken aufgewertet und gibt dem Hecht Flüssigkeit und Aroma zurück!  Der Kräuterstampf und die Rauke runden das Fischgericht ab!
Ein wirklicher Schmaus ist das Saiblingsfilet unter Wildkräuterkruste! Die große Portion des Lachsverwandten Saibling ist zart und die Haut leicht knusprig. Das rosa Fleisch liefert sich ein Farbduell mit dem kräftigen Grün der Kräuterkruste. Diese offenbart ein überraschendes Lakritzkraut - Tagetes filifoliaGeschmackserlebnis. Die Zunge scheint sich zu irren. Irgendwie liegen für Sekunden Weihnachtsplätzchen im Mund...oder nein...aber was ist das? Ein leichter Schein von Anis...ganz erfrischend...eine Rezeptidee, die sofort Begeisterung auslöst und die Frage nach dem woher des Geschmackes logisch folgen lässt. Chefkoch Christian Rhode verrät, dass die Kräuterkruste aus Petersilie und Lakritzkraut bereitet wurde. Lakritzkraut...? Ja richtig die Kruste schmeckt ein wenig nach Lakritz! Direkt hinter der Küche befindet sich das Kräuterbeet des Fischerhauses und der frische Anschnitt in der Lakritzkräuter"wiese" zeigt, dass die Zutaten wirklich von hier genommen wurden. Eine Spitze des aus Mittelamerika stammenden Pflänzchens (lat. Tagetes filifolia) dürfen wir kosten. Tatsächlich für Minuten haben wir den zuckerfreien Geschmack einer Lakritzstange im Mund ein Spaß nicht nur für Kinder wie Kräuterhändler berechtigt versprechen.
Wir versprechen nicht zu viel, wenn wir sagen, dass die Müritzer Fischtage ein wirklich gelungener Auftakt für den Kulinarischen Herbst in Mecklenburg-Vorpommern sind! Gute Reise und Guten Appetit!

Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern

www.ferieninplau.de
Sehenswürdigkeiten in Plau und Umgebung


Linktipps


www.mueritz-fischtage.de
www.mv-tut-gut.de
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