Genießen im Kloster Wöltingerode |
Der mit dickem Streusel bedeckte Kuchen liegt schwer in der Hand und der Kaffeeduft gerät aufmunternd in die Nase nach einigen Stunden Autofahrt von Berlin in das an Sehenswürdigkeiten reiche nördliche Harzvorland von Niedersachsen. Der buttrige Streusel soll der erste Teil eines genußvollen Nachmittags und Abends im ehemaligen Kloster Wöltingerode werden, welches nur wenige Minuten westlich von Vienenburg am Fusse des Harly-Waldes liegt. Der leckere Streusel erinnert mich an Großmutters Backkünste. Als kleiner Bengel saß ich bei ihr im sonnigen Garten auf der rustikalen Bank und lauschte den Vögeln. Hoppla, für einen Moment übertönt das Geläut der Klosterkirche das Vogelgezwitscher im Hof des Klosters. Auch hier sitze ich auf rustikalen Sitzmöbeln in der Sonne. Ich erfahre, dass dieses einstige Benediktiner - Kloster 1174 gegründet wurde nur vierzehn Jahre später erhielten die Zisterzienserinen hier das Hausrecht. Bis 1807 hatte es eine wechselhafte, aber stark mit dem klösterlichen Glaubensdienst verbundene Geschichte. Danach folgten weniger religiöse Nutzungen, so war es von 1918 bis 1993 Landfrauenschule. Heute beherbergen die alten Mauern ein Klosterhotel, einen Klosterkrug, eine Klosterschenke und eine Kloster-Kornbrennerei.
Die Wöltingeröder Klosterkirche Doch bevor es in die Kloster-Kornbrennerei gehen sollte, wurden wir von den Hausherren zu einem Besuch der Klosterkirche und zu einem Spaziergang zum nahen Kloster Grauhof eingeladen. Die Kirche bildet die Nordseite des Geviertes um den Klosterhof. Durch eine kleine Seitentür gelangen wir in den verglasten Kreuzgang und von dort in die Kirche. Hier errinert nichts mehr an die lange Geschichte des Kirchenbaus. Außerlich im schlichten Stile der Romanik errichtet, erfuhr das Innere nach einer Brandkatastrophe im Jahre 1676 eine barocke Renaissance. Der zweistöckige Altar zeigt ein Marienbild, welches von teils goldenen Säulen und marmorierten Sockeln gefasst ist. Zwei bewaffnete Krieger schützen das Bild. Von der Zeit des Umbaus sind allerdings nicht mehr alle Gegenstände erhalten. Kirchenbesucher in Sottrum, Vienenburg, Lochtum, Rhumspringe und Magdeburg finden in ihren Kirchen heute Teile der barocken Ausstattung wieder. So fehlen die Seitenaltäre, der Nonnenchoraltar, die Orgel und die Kreuzigungsgruppe. Doch der vermeintliche Verlust gibt dem Raum mehr Klarheit und Atmosphäre. Heute die die Kirche als ökumenisches Gotteshaus, welches allerdings unregelmäßig für Gottesdienste genutzt wird, da es keine eigenständige Pfarrei mehr besitzt. Das Kloster als solches mit seinen Hotelzimmern und Gastlichkeiten wird dafür fast wochenendlich für Hochzeitsfeiern gebucht. So finden dann in der Klosterkirche die kirchlichen Trauungen statt und im westlichen Teil, dem seit fast 200 Jahren abgetrennten hinteren Bereich der Kirche, der zwischenzeitlich vom Klostergut auch als Getreidespeicher genutzt wurde, wird dann gefeiert. Hier ist ein Konzert- und Veranstaltungsraum mit 250 Plätzen entstanden. Wir treten aus der kühlenden Basilika in die sonnige Wärme. Über einen sieben Kilometer langen neu angelegten Wanderweg geht es nun zum Kloster Grauhof. Zu Fuss zum Kloster Grauhof
Es geht westwärts. Zuerst über das Gelände des Klostergutes. Links riesige Scheunen mit dem eingelagerten Getreide für die Kornbrennerei. Die Berge des Korns reichen für viele Liter des fröhlich stimenden Kornbrands. Doch der Genuss muss vorerst warten. Im forschen Marsch wandern wir über die Felder des Klostergutes. Nach einiger Zeit verschwindet die Gruppe im kühlenden Schatten eines Wäldchens. Der Weg nutzt hier den Damm einer stillgelegten Bahnstrecke und erreicht nach 3,5 Kilometern das Örtchen Immenrode, welches heute ein Ortsteil von Vienenburg ist.
Von hier das sei nicht nur am Rande erwähnt zog der "Harzer" seinen Siegeszug um die Welt. Der "Harzer" ? Nicht der Bewohner des Harzes, sondern der gesunde nur 1% Fett besitzende Handkäse oder "Stinker" oder eben "Harzer". Die ganz Geschichte lesen Sie dann bitte bei den Immenrödern auf der Webseite , den denen gebührt der Ruhm. Zurück zu unserer Wanderung von dem höher gelegenen Teil des Ortes sehen wir die Kirche mit ihrem mächtigen Wehrturm. Sie wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert errichtet und wurde im verlaufe der Jahrhunderte vielfach erweitert und umgebaut. Wir verlassen den Ort wieder und streben in südwestlicher Richtung dem Kloster Grauhof zu. Noch einmal sind es knapp 3,5 Kilometer, wobei das letzte Teilstück ein wenig beschwerlicher ist, da grob Schotter den Weg etwas uneben macht. Zumindest für Radfahrer ist dieser Abschnitt nicht unbedingt empfehlenswert. Hinter einem Teich mit einem Meer von Seerosen, taucht das erste Mal dieTurmspitze der Klosterkirche auf. Nun ist es nur noch ein Katzensprung und wir befinden uns in dem bestens gepflegten Klostergelände. Eine riesige Rasenfläche, eingesäumt von einer brusthohen Steinmauer umringt das Klostergebäude. Das U-förmige Gebäude, es besitzt leider keinen Kreuzgang mehr steht seit einiger Zeit lehr, und sucht nach baulichen Instandsetzungarbeiten ein neues Nutzungskonzept.
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Der mit dickem Streusel bedeckte Kuchen liegt schwer in der Hand und der Kaffeeduft gerät aufmunternd in die Nase nach einigen Stunden Autofahrt von Berlin in das an Sehenswürdigkeiten reiche nördliche Harzvorland von Niedersachsen. Der buttrige Streusel soll der erste Teil eines genußvollen Nachmittags und Abends im ehemaligen Kloster Wöltingerode werden, welches nur wenige Minuten westlich von Vienenburg am Fusse des Harly-Waldes liegt. Der leckere Streusel erinnert mich an Großmutters Backkünste. Als kleiner Bengel saß ich bei ihr im sonnigen Garten auf der rustikalen Bank und lauschte den Vögeln. Hoppla, für einen Moment übertönt das Geläut der Klosterkirche das Vogelgezwitscher im Hof des Klosters. Auch hier sitze ich auf rustikalen Sitzmöbeln in der Sonne. Ich erfahre, dass dieses einstige Benediktiner - Kloster 1174 gegründet wurde nur vierzehn Jahre später erhielten die Zisterzienserinen hier das Hausrecht. Bis 1807 hatte es eine wechselhafte, aber stark mit dem klösterlichen Glaubensdienst verbundene Geschichte. Danach folgten weniger religiöse Nutzungen, so war es von 1918 bis 1993 Landfrauenschule. Heute beherbergen die alten Mauern ein Klosterhotel, einen Klosterkrug, eine Klosterschenke und eine Kloster-Kornbrennerei.
Doch bevor es in die Kloster-Kornbrennerei gehen sollte, wurden wir von den Hausherren zu einem Besuch der Klosterkirche und zu einem Spaziergang zum nahen Kloster Grauhof eingeladen. Die Kirche bildet die Nordseite des Geviertes um den Klosterhof. Durch eine kleine Seitentür gelangen wir in den verglasten Kreuzgang und von dort in die Kirche. Hier errinert nichts mehr an die lange Geschichte des Kirchenbaus. Außerlich im schlichten Stile der Romanik errichtet, erfuhr das Innere nach einer Brandkatastrophe im Jahre 1676 eine barocke Renaissance. Der zweistöckige Altar zeigt ein Marienbild, welches von teils goldenen Säulen und marmorierten Sockeln gefasst ist. Zwei bewaffnete Krieger schützen das Bild. Von der Zeit des Umbaus sind allerdings nicht mehr alle Gegenstände erhalten. Kirchenbesucher in Sottrum, Vienenburg, Lochtum, Rhumspringe und Magdeburg finden in ihren Kirchen heute Teile der barocken Ausstattung wieder. So fehlen die Seitenaltäre, der Nonnenchoraltar, die Orgel und die Kreuzigungsgruppe. Doch der vermeintliche Verlust gibt dem Raum mehr Klarheit und Atmosphäre.
Wir verlassen den Ort wieder und streben in südwestlicher Richtung dem Kloster Grauhof zu. Noch einmal sind es knapp 3,5 Kilometer, wobei das letzte Teilstück ein wenig beschwerlicher ist, da grob Schotter den Weg etwas uneben macht. Zumindest für Radfahrer ist dieser Abschnitt nicht unbedingt empfehlenswert. Hinter einem Teich mit einem Meer von Seerosen, taucht das erste Mal dieTurmspitze der Klosterkirche auf. Nun ist es nur noch ein Katzensprung und wir befinden uns in dem bestens gepflegten Klostergelände. Eine riesige Rasenfläche, eingesäumt von einer brusthohen Steinmauer umringt das Klostergebäude. Das U-förmige Gebäude, es besitzt leider keinen Kreuzgang mehr steht seit einiger Zeit lehr, und sucht nach baulichen Instandsetzungarbeiten ein neues Nutzungskonzept.
