Romanische Kirchen von Hildesheim |
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Geschrieben von Roland Wagner
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Folgt man der Legende, wurde wegen
eines Rosenstocks und dem damit verbundenen Wunder vor fast 1.200
Jahren in den tiefen Wäldern am Rande des Insterberglandes eine
Kapelle errichtet. Aus der Verehrung des Ortes wuchs die Kirche zu
einem bedeutenden Dom, umgeben von Mauern und Türmen. Der Ort,
der in seinem Umfeld entstand, wurde Hildesheim genannt. Eine wechselvolle Geschichte schrieb die Stadt, die durch die Vielzahl bedeutender Sehenswürdigkeiten ein Touristenmagnet in Niedersachsen ist, in den folgenden
Jahrhunderten. Die Lage am Hellweg, einem bedeutenden Handelsweg,
förderte die wirtschaftliche Entwicklung des Gemeinwesens.
Handwerker und Kaufleute siedelten sich an und schon nach kurzer Zeit
war Hildesheim weithin bekannt. Heute strahlt der Glanz dieser Zeit
vor allem durch die Vielzahl romanischer Kirchen, von denen 1985 zwei
in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurden - der Hildesheimer
Dom, hervorgegangen aus jener kleinen Marienkapelle, und die St.
Michaelkirche, mit ihren trotzigen Gemäuern überragt von
dagegen zierlichen Türmen. Besuchen Sie mit uns die alte Dom-
und Handelsstadt an der Inster.
Durch das Neue Tor in die Stadt
Über
dem Hildesheimer Wald ziehen sich die ersten Wolken zusammen. Es muss
einen erfrischenden Regenguss geben, nach diesem ungewöhnlich schwülen Morgen Ende April. Aus südlicher Richtung veschlägt es uns nach
Hildesheim. Aus irgendeinem Grunde verliere ich für einen kurzen
Moment die Orientierung, es scheint als übernehme das Auto die
Regie und so gelangen wir auf den Parkplatz am Hildesheimer Klinikum.
Keine schlechte Wahl, wie sich später herausstellt.
Die
romanischen Kirchen, im Besonderen, waren der Grund des Besuchs in
dieser alten Stadt. Die Türme würden die besten Wegweiser
sein, aber vom Parkplatz aus ist nichts zu sehen. Recht viel Bewegung
ist in Richtung eines Stadttores zu sehen. Gibt es einen besseren
Ausgangspunkt eine historische Stadt zu erforschen, als den, durch
ein altes Stadttor? Das „Neue Tor“ ist das letzte der
Hildesheimer Stadttore. Es gleicht eigentlich eher einem Tunnel durch
den Kehrwiederwall. Es wirkt durch die Breite dieser Erdmauer noch
wehrhafter oder sogar einschüchternd. Am Ende des Tortunnels
steht der Besucher in dem Teil der Altstadt, der am besten erhalten
scheint. Bunte, meist zweigeschossige Fachwerkhäuser mit
reichlich Holzschnitzerei säumen den Weg. Sie gehören zu
den etwa 200 Häusern, die das Bombeninferno des 22. März
1945 überstanden. Rund 90 Prozent der Altstadt gingen wenige Wochen
vor Kriegsende in einer Feuersbrunst unter. Sieben Jahre früher
brannte es auch in diesem bis heute erhaltenen Altstadtkiez. Hier
direkt vor dem Stadttor stand die 1849 errichtete Hildesheimer
Synagoge. In der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 zündeten
SS-Leute die Synagoge am Lappenberg an und verhinderten, dass die
Feuerwehr den Brand löschen konnte. Seit 1988 erinnert ein Mahnmal an das jüdische Gotteshaus. Der Davidstern auf jeder
Seite des Steinquaders teilt die Flächen in Seiten eines Buches
über die Geschichte des jüdischen Volkes. Das Buch erzählt vom
brennenden Dornbusch, dem Durchzug der Israeliten durch das Rote
Meer, von Moses, aber auch von dem vernichtenden Holocaust im „Dritten
Reich“. Über das jeweilige untere Dreieck der Davidsterne fließt
Wasser in Schalen. Wasser als Zeichen der Hoffnung und des Lebens.
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