Für die Drehaufnahmen zum Märchen "Die kluge Bauerntochter" musste die Filmcrew weite Wege durch Sachsen nehmen. Wenn der Prinz in seinem Schloss
durch das Fernrohr blickte, um die Bauerntochter zu beobachten, sah er 120 Kilometer weit. Da sind Zweifel erlaubt! Selbst ein königliches Fernrohr dürfte kaum soweit durchblicken lassen. Fernsehleuten gelingen aber solche Kunststücke: Der Prinz saß im Schloßpark Großsedlitz bei Dresden und für das Fernrohrmotiv wurden Aufnahmen in der Nähe von Penig gemacht. Nun, um es besser nachvollziehen zu können alles der Reihe nach.
Wie in den anderen Märchenfilmen wurden auch für "Die Kluge Bauerntochter" für Innen- und Ausßenaufnahmen des Herschaftssitzes verschiedene Schlösser als Motiv gewählt. In diesem Film ging die Filmcrew von
studio.tv.film Berlin sogar noch einen anderen Weg. Einmal sieht man ein Schloss mit markantem Turm aus der Sicht der Berge und etwas später als Hintergrundmotiv, des häufig zu sehenden Parkes. Dieses Schloss ist Schloss Wernigerode® im Harz. Per Filmtrick wurde es hinter die Bilder des Barockgartens Großsedlitz gemischt.

Der Großteil der Szenen des Films wurden im
Barockgarten von Großsedlitz gedreht: die Ankunft der Prinzessin mit Pudel, die Vorsprache des Vaters wegen des goldenen Mörsers, der Vater im Käig mit seinen Rufen "Ach hätt' ich doch meiner Tochter gehorcht" , das Planetenspiel des Prinzen, die Auflösung des Prinzenrätsels durch die kluge Bauerntochter - nicht angezogen, nicht nackend, nicht geritten, nicht gefahren...und die glückliche Hochzeit. Als die kluge Bauerntochter den Hofrat fragt warum er "von Müller" heiße, sieht man im Hintergrund eine der Besonderheiten der ab 1719 errichteten Parkanlage. Kübelpflanzen deren Grün kugelförmig zugeschitten ist. Ein Drittel von ihnen, genau 150 davon sind Pomeranzen, oder Bitterorangen. Das ist der größter Bestand derartiger Pflanzen an einem Ort in Deutschland. Durch die Hanglage, mussten sie die Gartenarchitekten etwas besonderes einfallen lassen. Das Gelände wurde in mehrere Terassen unterteilt, die mit geschwungenen Treppe miteinander verbunden sind. 60 Steinskulpturen (Figuren und Vasen, davon 24 noch im Original, geben dem Park ein besonderes Dekorativ. Die Besucher finden Liebespaare, Figuren aus der Mythologie aber auch Plastiken, die Frühling, Sommer, Herbst und Winter die vier Elemente oder die vier? Erdteile verkörpern. Neben den weltberühmten Bau- und Parkdenkmalen in Dresden (Zwinger, Stadtschloß, Frauenkirche, Pillnitz) fristet der Barockgarten sicher ein gewisses Schattendasein, aber allein August der Starke wußte ihn zu schätzen. Ihm gefiel die Anlage so gut, dass er sie bereit 1723 dem Reichsgrafen Wackerbarth abkaufte. Heute gehört sie zu den
Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsens .
Alle Innenaufnahmen des Herschaftssitzes wurden in Schloss
Waldenburg im sächsischen Landkreis Zwickau gedreht. Auf einem ehemaligen Burghügel über der Zwickauer Mulde gelegen, wurde es in seiner heutigen Form erst Anfang des 20. Jahrhundertsals Residenz der Fürsten von Schönburg-Waldenburg im klassizistischen Baustil errichtet. In dieser Größe und architektonischer Pracht wurde nach Schloss Waldenburg kein Schloss mehr in Deutschland errichtet. Im Film sind der Gelbe- und der Blaue Saal (Tanzsaal), das Spiegelkabinett, das Chinesische Zimmer (Schlafraum der Königsmutter), die Historische Küche (Schlossküche) die Bibliothek (das Arbeits- oder besser Studienzimmer des Königs) und das Gobelinzimmer (die Gemächer des machtsüchtigen Vetters) zu sehen. Übrigend die von diesem in Decken und Wände gebohrten Löcher dürften die Besucher bei den Führungen durch das Schloss vergeblich suchen.
Auch das Haus des Bauern und seiner Tochter mit den Anpflanzungen auf dem Dach ist nicht mehr zu finden. Allerdings lohnt sich ein Ausflug durch die wunderschöne Landschaft am Muldetal. Die Wald-, Feld-, Teich- und Weidelandschaft zwischen Wolkenburg (auch hier gibt es ein schönes Schloss) Penig,Tauscha und Kaufungen lieferten dem Filmteam abwechslungsreiche Bildmotive für die Kutschfahrten, die Anlieferung des Fernrohrs, das arme Bauernhaus und die Feldarbeit.
Die Rundreise des Filmteams endete im Crimmitschauer Ortsteil Blankenhain. Hier im "
Deutschen Landwirtschaftsmusem " am Schloss Blankenhain (in heutiger Form im 17. Jahrhundert im Barockstil errichtet) sind historische Bauernhäuser, Ställe und Scheunen zu finden, in denen die Anfangszenen des Films ins Bild gesetzt wurden. Pfarrgehöft, Mühle und Müllerhaus dienten im Film als Bauernhof in dem die kluge Bauerntochter mit der Bäuerin um den ihr ausstehenden Lohn in Form von zwei Litern Milch handelt.