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Rumpelstilzchen
Wenn Sie von Ettringen in der Eifel nach Bell wandern und dabei über die Wanderwege am Hochstein kraxeln kann es passieren, aber nur wenn Sie genau hinhören, dass es ihnen gelingt, eine etwas krächzende Stimme zu vernehmen, die da spricht: "Heute back' ich, morgen brau' ich, übermorgen hol' ich der Königin ihr Kind; ach, wie gut daß niemand weiß, daß ich Rumpelstilzchen heiß'!" Dann sind Sie sicher in der Nähe der Genovevahöhle, in der für die Filmaufnahmen zur ARD-Produktion "Rumpelstilzchen"die Behausung des goldspinnenden Zwerges war. Mit dem Wissen um seinen Namen sollten Sie rasch zum Schloss Bürresheim im nahen St. Johann eilen, um der dort für die Filmaufnahmen lebenden Königin aus der Not zu helfen. Aber nun erstmal alles der Reihe nach.
Die traute Dreisamkeit des Müllers Gisbert (Thomas Rudnik) und seiner beiden Kindern der schönen Lisa (Julie Engelbrecht) und
des witzigen Hannes (Max Zydeck) endet mit einem ziemlich aufschneidenden Gespräches des Müllers bei der Bäckerin Minna (Alexa Maria Surholt). "Meine Lisa ist wirklich das hübscheste Mädchen...auch fleißig und klug - die kann sogar lesen und schreiben!""Und fliegen?...dann kann sie ja vielleicht Wasser zu Wein verwandeln oder aus Kuhfladen leckeres Brot backen! Oder..." "Oder Stroh zu Gold spinnen!" Dies hätte er dann aber besser nicht gesagt den just in diesem Augenblick schaut der eigenwillige König (Gottfried John) aus einem seiner vielen Schlossfenster heraus, schnappt die Flunkerei mit dem Gold auf und befiehlt Müller Gisbert sogleich seine Tochter ins Schloss zu schicken, damit diese sein Gold mehren kann. Tue er es nicht so würde seine Mühle niederbrennen. Ja Lügen haben kurze Beine! Gisbert ist sich des unsinnig dahin gesprochenen Satzes im Klaren, aber was soll er tun. Lisa, die gerade den inkognito jagenden Prinzen Moritz
(Kristian Kiehling) kennengelernt hat, scheint im Liebestaumel nicht zu begreifen, was sie tut. Sie läuft zum Schloss und wird vom König freudig empfangen und mit Stroh und Spinnrad im Turm eingesperrt. Mit dem Ruf: "Niemand kann Stroh zu Gold spinnen!" wird sich die Königstochter ihrer Situation bewußt. Doch unheimliche Hilfe naht in Gestalt des, wie Lisa in vorerst nennt, Herrn Goldspinner (Robert Stadlober). In geradezu heutig jugendlichem Slang dealt Rumpelstilzchen mit der Müllerstochter, macht ihr mit dem Spruch: " Wie ich das sehe steckst du mit deinem wunderschönen Hals bis hierher in der Grütze" Für seine Dienste will er Lisas Kette, doch Lisa zweifelt an seinen Fähigkeiten. Doch Rumpelstilzchen wiegelt ab, denn Gold zu Stroh spinnen das wär schwierig aber Stroh zu Gold... Auch die scheinbar langen Dialoge der folgenden Nächte gelingen dem Drehbuchautor David Ungureitausgezeichnet. Witzig und zeitgemäß verführt Rumpelstilzchen seine Gegenspielerin immer wieder zu einem größeren Gegenwert für seine Goldspinnerei. Da der König vom Glanz des Goldes geradezu angezogen ist, soll sie zwei weitere Male größere Mengen Goldes spinnen. Für die zweite Nacht gibt sie dem spinnenden Kobold den Ring ihrer Mutter und in der Dritten ertrotzt sich Rumpelstilzchen ihr erstes Kind. Da nach dieser Nacht der König einen allergischen Schock wegen des Goldes erleidet, legt er sein königliches Amt nieder und ernennt Moritz zum Thronherren. Dieser heiratet seine Luise, die ihm wenig später einen Jungen schenkt. Das Glück scheint perfekt, wäre da nicht Rumpelstilzchen, der erscheint, um "seinen" Sohn abzuholen. Das Königreich unterstützt "Grimmgemäß" die Namenssuche des Goldspinners, der unter dem Ultimatum, dass die Königin seinen Namen nenne, auf das Kind verzichten würde. Zwei Nächte...viele Namen...alle falsch. Die Königin vertraut sich ihrem Moritz an, und dieser, recht botanisch veranlagt findet über den Standort einer Blume, die Höhle des Rumpelstilzchen und hört so seinen Namen. Wie im Märchen fährt Rumpelstilzchen, als er diesen Namen hört zum Teufel, und alles wird gut...wäre da nicht der Name des jungen Prinzen, aber dass hören Sie selbst am Ende des Films.
Drehorte des Märchenfilms Rumpelstilzchen
ASKANIA MEDIA , die Produktionsgesellschaft des Märchenfilms Rumpelstilzchen hat auf engstem Raum im Landkreis Mayen-Koblenz (jeweils etwa eine Autostunde von Köln und Mainz in der Vulkaneifel gelegen) alle Drehorte finden können. Nach nur vier Kilometer zu Fuß durch das liebliche Nettetal von der historischen Stadt Mayen aus, gelangt man zum Königsschloss des Films: Schloss Bürresheim . Eingebetet in eine einzigartige Wald und Wiesenlandschaft mit angrenzdem Schloßpark, ist dieses Schloss und sein Museum ein touristischer Anziehungspunkt für Wanderer und Autotouristen. Bereits im im 12. Jahrhundert errichtet, enthält es durch manigfachen Umbau achitektonische Zeugnisse verschiedener Baustile, die vom romanischen Bergfried bis zum Barock reichen. Als Filmkulisse war Schloss Bürresheim bereits vor Rumpelstilzchen zu sehen. Freunde des Actionfilms sollten sie aus Idiana Jones kennen. Nicht wegzudenken vom Bild des Schlosses ist der direkt anliegende Barockgarten, der in einigen Szenen des Films zu sehen ist.
Die Mühle, das Vaterhaus der Königin, befindet sich in privater Hand. Um die Eigentümer vor Märchentouristen zu schützen, behielt die Produktionsfirma den Ort des Mühlen-Familien-Geschehens für sich. Schade, aber verständlich!
Schon in den ersten Zeilen dieses Beitrag, steht geschrieben, wo die Rumpelstilzchen-Höhle zu finden ist. Interessant ist der Hintergrund des Namens der Genovevahöhle. Eine Sage berichtet von der märchenhaften Begebenheit, dass eine Herzogstochter namens Genoveva mit dem Pfalzgrafen Siegfried verheiratet ward, und von diesem ein Kind bekam. Siegfried zog in den Krieg und weil Genoveva so begehrlich war, buhlte der Verwalter des Pfalzhofes Golo um die Schöne. Sie aber wollte weiter treu zu ihrem Mann stehen und wehrte seine Annäherungsversuche beharrlich ab. Verbittert über diese Ablehnung und von dieser in seinem Stolz verletzt, beschloss Golo eine Intrige. Er bezichtigte Genoveva des Ehebruchs und verurteilte sie zum Tode. Es könnte fast die Vorlage für Schneewittchen gewesen sein, denn wie der Jäger Schneewittchen beschützte, beschloss der Henker Genoveva nicht zu töten und lies sie frei. Bis zur Rückkehr ihres Mannes lebte Genoveva in einer Höhle und ernährte sich von der Milch einer Hirschkuh. Siegfried kehrte aus dem Krieg zurück und fand im Wald seine Genoveva. Nun ist es eine Sage und als solche ist weder die Geschichte noch der Ort des Geschehens gesichert. So gibt es mehrere Genoveva-Höhlen und die eine ist die am Hochstein. Nun kann jeder Wanderer zweifeln oder hoffen, das Genoveva dort diese Höhle bewohnte, eins aber weiß er sicher Rumpelstilzchen, naja Robert Stadlober als solches, trieb hier für einige Tage im Sommer 2009 sein unwesen...
Bildquelle: WDR/Hardy Spitz
nächster Sendetermin:
Die Drehorte von Rumpeltilzschen auf der Karte
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