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Jorinde und Joringel
Welch traute Familie. Sie lebt und arbeitet im Gasthaus am See der Vater - der Wirt (Veit Stübner ) die Mutter die Wirtin (Naomi Krauss), der kleine gewitzte Bruder (Mika Seidel) und die wunderschöne Jorinde (Llewellyn Reichman). Der zu allerlei Albernheiten neigende Jorindel (Jonas Nay) kommt als Knecht auf den Hof. Er verliebt sich in die Tochter seines Herren und diese erwidert seine Gefühle. An einer alten Eiche kommt es zu einem Liebesbekenntnis als Joringel seiner Jorinde sagt: "Du bis für mich wie ein Sonnenschein...Wenn ich dich seh geht in meinem Herzen ... die Sonne auf"... Beiden ist klar, dass er dies Jorindes Vater nie sagen könne, da dieser für seine Tochter einen Besseren will - keinen Taugenichts wie Joringel. Als der Raubritter (Uwe Kockisch) mit seinem eifrigen Halunke (Volker Zack Michalowski) und seinem lahmer Halunken (Roman Leitner-Shamov) kommt und dem Wirt seinen Geldsack stiehlt, versucht Joringel dem Ritter den Geldbeutel mit einem Trick wieder abzunehmen. Der Versuch misslingt und der Wirt greift daraufhin den Raubritter mit dessem Schwert an. Dieser zieht eine zauberhaften rote Blume aus einer Schatulle und lähmt den Wirt, um ihm wieder das Schwert abzunehmen. Der Raubritter will mit seinen Halunken von dannen ziehen - da kommt es noch zu einem Gespräch zwischen ihm und Joringel. Er bietet dem Jungen an in seine Dienste zu treten...Joringel aber nutzt diese Situation, um dem Raubritter das Geld wieder abzuluchsen. Als Joringel dem Wirt das Geld zurück gibt, wollen die Verliebten dem Vater ihr Geheimnis anvertrauen - doch dieser ist entrüstet und schickt Joringel davon.... Jorinde und Joringel entschließen sich zu fliehen und dies durch den Zauberwald. Aus diesem wurden sie schon die ganze Zeit beobeachtet. Die böse Zauberin (Katja Flint), die in Menschengestalt oder als Eule erscheint...wartet dort nur auf sie. Joringel erstarrt und seine Jorinde wird von der Zauberin entführt. Vergeblich versucht Joringel die Burg der Zauberin zu erreichen - eine magische Wand (der Effekt ist nicht überzeugend!) lässt ihn nicht durchkommen.
Die Zauberin zeigt Jorinde ihr Schloss, in dem viele junge hübsche Mädchen die von der Zauberin entführt wurden leben und merkwürdige Körbe flechten. Als Jorinde zu ihrem Joringel fliehen will, nimmt die Zauberin Jorinde um ihr zu zeigen, dass Joringel sie nicht mehr liebt...
Joringel will die rote Blume des Raubritters suchen, um mit ihrer Zauberkraft in das Schloss der Zauberin zu gelangen. Ein ausgeraubter Kaufmann und ein ebenso behandelter Fischer weisen ihm den Weg. Joringel erreicht den Raubritter und sein Gefolge gerade als diese eine Gauklertruppe überfallen...sein Ziel vor Augen schließt er sich ihnen an...Auf der Burg angekommen, schließt der Raubritter den Jungen mehr und mehr in sein Herz...arglos gestattet er ihm auch seine Schatzkammer zu sehen. Dort gelingt es dem Jungen die Blume zu rauben. Als er flieht hilft ihm die Zauberin...es wird klar, dass diese vom Raubritter einst gekränkt wurde und so dem Wahn verfallen ist, dass Liebe immer eine Lüge ist...Jorigel kommt wieder am Wirtshaus vorbei. Da Jorinde ihren Joringel noch immer liebt, plant die Zauberin eine List...sie nimmt die Gestalt von Jorinde an und erklärt Joringel im Aussehen seiner Liebsten, dass sie ihn nicht mehr liebt. Der Raubritter will unbedingt die Blume zurückerobern und schreckt dafür vor nichts zurück...er lässt Jorindes Bruder mit einem Seil an einem Baum hochziehen und droht den Jungen fallen zu lassen, wenn er die Blume nicht zurück erhält...Joringel fängt den Kleinen auf und verliert dabei die Blume...Als der Ritter Joringel bestrafen will, lässt die Zauberin den Raubritter versteinern. Joringel erfährt den Fluch der Blume...denn wer sie benutzt altert bis zum Tod. Er schreckt nicht vor dem Fluch zurück und nutzt die Kraft der Blume, um die magische Wand zu zerstören. Als alter Mann erreicht er den Burghof, in dem in hunderten Käfigen die als Vögel verzauberten Mädchen eingesperrt sind...Der alte Joringel soll seine Jorinde wiedererkennen....und wie es im Märchen ist gelingt es ihm...Jorinde kommt frei...aber erkennt in dem alten Mann ihren Joringel nicht mehr...vorerst...als sich beide vor ihrer alten Liebeseiche wieder treffen fällt der Fluch von Joringel...alle Vögel der Zauberin werden wieder Mädchen und Joringel erhält sein jugendliches Alter zurück....
Drehorte Jorinde und Joringel
Zum vierten Mal ist die ANTAEUS-Film GmbH mit "Jorinde und Joringel" für eine Märchenverfilmung der ARD beauftragt worden (Frau Holle, Rapunzel, Die Prinzessin auf der Erbse), zum vierten Mal wurde Bodo Fürneisen von der ANTAEUS Film GmbH beeiftragt als Regisseur die Verantwortung zu übernehmen...Fürneisen und sein Team bleiben auch in diesem Jahr ihren hohen Qualitätsansprüchen treu...hervorragende Besetzung, witzigen Dialoge und wiederum wunderschöne Drehorte, die dem Film ein historisches zu hause liefern. In diesem Jahr wurde, wie in den zurückliegenden Jahren in Brandenburg und Sachsen-Anhalt gedreht.
Das Wirtshaus im Schlosspark Petzow
Für die Drehaufnahmen um den Gasthof von Jorindes Familie wurde der Schlosspark von Schloss Petzow unweit Potsdams ausgewählt. Das Parkensemble mit Schloss, Park, Waschhaus, und Schmiede wurde im 19. Jahrhundert im Auftrag der Familie von Kaehne angelegt. Wie in vielen ähnlichen Anlagen Brandenburgs haben auch in Petzow der berühmte Baumeister Karl Freidrich Schinkel und der Gartenbauarchitekt Peter Joseph Lenne' in diesem Anwesen ihre künstlerischen Spuren hinterlassen.
Für die Filmaufnahmen wurde das Gelände zwischen Haussee und Waschhaus genutzt. Hier war Platz für die Weide der Schafe, die Versteinerung des Raubritters und mit dem Waschhaus war das Wirtshaus schon fast errichtet. Das Waschhaus, heute als Heimatmuseum genutzt, war bis Ende der 90ger Jahre fast verfallen. Dann wurde es mit finanziellen Mitteln der EU wieder restauriert. Für den Film, so erfuhr Visitatio von Filmproduzent Finn Freund, mussten nur zwei Hauswände verkleidet und das Dach ein wenig angepasst werden. Da der Park für die Öffentlichkeit zugänglich ist, kann also in Petzow nach den SPuren von Jorinde und Joringel gesucht werden. Im Frühjahr und Sommer ist das Waschhaus sogar von innen zu besuchen, da hier die Ausstellung des Heimatvereins untergebracht ist...Vielleicht begegnen sie ja auch dem Herrn Fontane, der einst über diesen Park schrieb: ""
Kloster Memleben ist das Schloss der Zauberin
Für die Aufnahmen im Schloss der Zauberin ging das Filmteam auf die Reise nach Sachsen-Anhalt. Im Unstruttal unweit der Domstadt Naumburg und der "Rotkäpchen" - Sekt - Stadt Freyburg befindet sich das kleine Örtchen Memleben, durch das der unaufmerksame Autoreisende recht schnell hindurchfahren will. Hier aber, lohnt auf jeden Fall ein etwas längerer Stopp. In einem eher an einen Agrarbetrieb erinnernden Gelände erheben sich die tausendjährigen Gemäuer des im romanischen Baustil errichteten Klosters Memleben . Im Langhaus der Ruine der Klosterkirche zeigt im Film die Zauberin Jorinde wie die Mädchen die Käfige flechten und auch die Szene mit den Vogelkäfigen wurde hier gedreht...Die Gemäuer des ehemaligen Benediktinerklosters gehen in ihrem Ursprung bereits auf das 10. Jahrhundert zurück. Bevor das Kloster errichtet wurde stand hier zur Zeit der Reisekönige und -kaiser eine der Pfalzen. Der Luidolfingerkönig Heinrich I. starb hier 936. Auch sein Sohn der spätere und als solches für die deutsche Geschichte bedeutsame Kaiser Otto I weilte öfter in Memleben...so auch im Jahr 973 als er wie sein Vater in Memleben starb. Der ihm folgende Otto II. verfügte sechs Jahre nach dem Tod seines Vaters die Gründung des Klosters, welches bis in die Zeit des Bauernkrieges bestand und in der Reformationszeit aufgehoben wurde. Danach verfiel die Anlage zunehmend. Heute ist die Ruine ein Museum, in dem die Geschichte der Pfalz und des Kloster sehr ansprechend erlebar wird. Das Bauwerk ist Teil der Straße der Romanik, einer Ferienroute, die 80 Romanische Kirchen, Dome und Burgen in Sachsen-Anhalt miteinander verbindet.
Bauwerke der Straße der Romanik
Die Raubritterburg - Burg Falkenstein im Harz
Zu den herausragenden Bauwerken der Straße der Romanik zählt die Burg Falkenstein im Harz. Auf einem Bersporn über dem malerischen Selketal errichtet war sie schön häufig Filmdrehort. Märchenhaft ging es bereits zu DEFA-Zeiten bei der Märchenverfilmung "Schneeweißchen und Rosenrot" und der Kultserie mit Hexe, Riese und Rumpelstilzchen "Spuk unterm Riesenrad" zu. Spannend wurde es beim Polizeiruf "Die entdeckung" als auf der Burg gemordet wurde (2012 kehrt übrigens das aktuelle Polizeirufteam aus Halle Schmücke / Schneider / Lindner auf Burg Falkenstein zurück) Mit Manfred Krug in der Hauptrolle wurde nach meiner Erinnerung in den sechziger Jahren auch der Mantel- und Degenfilm "Mir nach, Canaillen!" zum Teil auf der Burg gedreht...
Uwe Kockisch als Raubritter hat auf der Burg Falkenstein im Jahr 2011 Quartier bezogen. Die wirklich sehr gut und fast vollständig erhaltene mittelalterliche Burganlage bot dem Filmteam um Bodo Fürneisen eine wirklich märchenhafte Kulisse. Sie wird von ihrer Schockoladenseite gezeigt mit Berfried und den mächtigen Mauern, bei der Ankunft ist das Tor und der Burghof zu sehen und selbst Innenaufnahmen wie der bemerkenswerte Fachwerkwehrgang sind zu sehen...
Errichtet wurde die Burg Falkenstein im 12. Jahrhundert. Zu dieser Zeit hatte der Ostharz mit der Königs- und Kaiserstadt Quedlinburg, der berühmten Stiftskirche zu Gernrode, der Burg Anhalt ebenfalls im Selketal und ganz speziell durch Albrecht dem Bären von Ballenstedt eine große Bedeutung in der deutschen Geschichte. In diesem Reigen spielte zwar die Burg Falkenstein eine eher unbedeutende Rolle, aber gerade deshalb gelang es ihr wohl trotz einiger Belagerungen und kriegerischen Auseinandersetzungen nie erobert zu werden...so blieb sie abgesehen von einigen Umbauten und Erweiterungen weitgehend Erhalten, war Ruhesitz, Jagdschloss und kreativer Rückzugsraum...als solches Ursprungsort für das erste umfassende Werk für die Rechtssprechung den Sachsenspiegel, der auf der Burg Falkenstein durch Eike von Repgow hier verfaßt wurde. Direkt neben der Burg ist diesem bedeutsamen Rechtsgelehrten ein Gedenkstein gewidmet, der angeschnitten im Märchenfilm Jorinde und Joringel kurz zu sehen ist. Du wirklich bemerkenswerte Burganlage ist öffentlich zugänglich und beherbergt ein einzigartiges Museum!
Burg Falkenstein als 3D Modell
Schatzkammer und Gewölbe auf Burg Querfurt und das Gauklerlager am Teufelssee
Fürneisens Filmteam blieb für weitere Dreharbeiten der Straße der Romanik treu. Ein bisschen weiter als 50 Kilometer entfernt, auf Burg Querfurt , fand die Crew was sie auf Burg Falkenstein nicht fand...die geeigneten Räume für die Schatzkammer des Raubritters und die labyrinthartigen Gänge für Joringels Flucht nach dem Raub der Blume. Mit diesem Drehort kam der Filmstab zu einer Location, die selbst für internationale Filmproduktionen der letzten Jahre die Kulisse bot: "2 1/2 Ritter" - 2008, "Die Päpstin" - 2009 und ein weiterer Märchenfilm 2011 "Die zertanzeten Schuhe ". Mehr Informationen dazu auf - Hollywood-in-Querfurt.
Die Burg Querfurt ist bei der Anreise in die ehemalige Kreisstadt von fast allen zu sehen und mit ihren Türmen das markante Wahrzeichen der Stadt. Seit dem 10. Jahrhundert ist sie urkundlich erwähnt und besitzt auch aus dieser romanischen Bauzeit noch einige steinerne Zeugen. Im langen Zeitraum ihrer wechselvollen Geschichte wurde die Burg häufig verändert und erweitert und gehört flächenmäßig zu den größten mittelalterlichen Burganlagen Deutschlands. Heute lohnt der Besuch des Museums und der wunderschönen Burgkapelle. Im Fürstenhaus oder sogar dessen historischen Kellern könne die Besucher speziell gebuchter Veranstaltungen, wie dem "Kaiserlichen Gelage" mittelalterliches Leben mit Ritteressen, zeitgenössische Musik und diverser Gaukeleien erleben. Organisiert werden diese Events vom Team des "Querfurter Hof ".
Bleibt noch ein Drehort der Erwähnung finden soll. Dafür geht es zurück nach Brandenburg in die Nähe von Potsdam zu den Ravenbergen. Hier am Teufelssee, so verriet uns Produzent Finn Freund, wurden die Szenen mit dem Lager der Gauklerin gedreht.
(Bildnachweis: © rbb/Armin Thomaß 2X / Visitatio 1X)
Drehorte der ARD-Märchenfilme: Jorinde und Joringel
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