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Sehenswerte Märchen-Drehorte der ARD

Artikelinhalt
Sehenswerte Märchen-Drehorte der ARD
Tischlein deck dich
Brüderchen und Schwesterchen
Der Froschkönig
Das tapfere Schneiderlein
König Drosselbart
Frau Holle

Brüderchen und Schwesterchen
im Kloster Veßra und der Burg Kühndorf

So ziemlich im südlichsten Zipfel des Bundeslandes Thüringen, bot der kleine Ort Kloster Veßra eine zauberhafte Kulisse. Fröhlich liefen Brüderchen (Hans-Laurin Beyerling) und Schwesterchen (Odine Johne) an den altehrwürdigen Klostermauern entlang, um ein letztes Mal ein glückliche Familie mit Vater, Stiefmutter und Stiefschwester zu sein. Schon wenige Filmminuten später wandelt sich diese Familienidylle in eine Welt des Grauens für die Kinder. Eben am Kartoffelfeuer spielte der Vater (Christoph Marius Ohrt) noch auf der Flöte, da wendet sich im Haus der Familie das Blatt. Die als Tatort-Kommissarin bekannte Andrea Sawatzki brilliert als erschreckend dämonische Stiefmutter, welche vor den Augen der Kinder den Vater vergiftet. Gemeinsam mit der Stiefschwester (Lisa Altenpohl), die in ihrer Boshaftigkeit die Mutter nicht selten übertrifft, geht die sich als Hexe entpuppende Stiefmutter drakonisch mit den Kindern um, und eignet sich das väterliche Eigentum an. Brüderchen und Schwesterchen müssen das Haus putzen während Stiefmutter und Stiefschwester sich schonen, pflegen und schlemmen. Als Schlafplatz wird den verwaisten Geschwistern der Ziegenstall zugewiesen, aus dem sie schon in der folgenden Nacht fliehen. Dabei klettern sie über ein  etwas eingestürztes Teilstück der Klostermauer, in deren nächtlichem Hintergrund die beiden romanischen Türme der 900 jährigen Klosterkirche zu sehen sind. Kloster Veßra bot dem Produktionsteam, von studio.tv.fim aus Berlin mit seinen Fachwerkbauten, der Klosterkirche und der Wassermühle, die im Film beim Verlust der Zauberkugel eine wichtige Rolle spielt, eine faszinierende Filmumgebung, die den Zuschauer in die Zeit der Handlung entträumen lässt. Dieser Filmschauplatz ist für jeden Besucher des Museums für regionale Geschichte und Volkskunde - Hennebergisches Museum Kloster Veßra besonders besuchenswert. Neben der ehemaligen Prämonstratenserklosterkirche, die übrigens zur internationalen Ferienroute "Transroanica " zählt, sind das ehemalige Klausurgebäude, Reste des Kreuzgangs, die Grabkapelle der Grafschaft Henneberg , der Torturm, das Leutebackhaus und eine Ausstellung zur Klostergeschichte zu erleben. Für den Besuch im weitläufigen Museumsgelände sollte man viel Zeit mitbringen. Den krönenden Abschluss könnte ja dann auch ein Picknick an der Klostermauer bilden, oder es geht gleich weiter zum nächsten Drehort des unterhaltsamen Märchenfilms - der Johanniterburg Kühndorf.
Bei ihrer Flucht über Wiesen und durch traumhafte Wälder, von Hunger und Durst gepeinigt, kann Brüderchen nur bis zur dritten Quelle dem erfrischenden Nass widerstehen.  Für einen Augenblick unbehütet von der großen Schwester trinkt er und verwandelt sich in ein Reh. An dieser Stelle sei ein kurze Anmerkung zu den Landschaftsaufnahmen  erlaubt.  Den Kameraleuten von allen Teilen der "Sechs auf einen Streich" Serie gelingen wundervolle Naturaufnahmen, die dem Zuschauer Deutschland nicht nur als Ort alter Burgen und Schlösser anpreisen, sondern auch einladen zu Wanderungen in den heimatlichen Wäldern.
Die Flucht der Kinder führt dann in die Wälder nahe der von Kloster Veßra etwa 30 Kilometer entfernte Johanniterburg Kühndorf. Der junge König, gespielt von Jonas Jägermeyr, johanniterburg Kühndorfverliebt sich bei der Jagd in das rätselhafte Mädchen und nimmt sie mit zu sich aufs Schloss. Mit einem berauschenden Fest wird Hochzeit gefeiert. Das junge Glück währt nicht lange, denn dem Hexengespann aus Stiefmutter und Stiefschwester gelingt es als Zofen der jungen Königin eingestellt zu werden und "Schwesterchen-Königin" über ein "Heilbad" ins zwischenzeitliche Jenseits zu befördern. Nun wäre es kein Märchen, wenn alles nicht noch eine gute Wende erhielt. Brüderchen und sein Schwager, der König, erkennen das böse Spiel der falschen Zofen und retten Schwesterchen vom Todeszauber. Nun kann auch Brüderchen wieder als Mensch mit den Hofleuten den Sieg über die Hexen feiern.
Gefeiert werden kann auf der Johanniterburg Kühndorf auch außerhalb von Filmaufnahmen. Bis zu zweihundert Personen können dort fürstlich speisen. Von März bis Oktober ist auch das Museum der Burg geöffnet, in dem die Besucher interessantes über die Baugeschichte der Burg und den Johanniterorden, die Burg gilt als einzige erhaltene Johanniterburg im deutschen Sprachraum, erfahren können. Wem feiern und ein Museumsbesuch nicht reicht, der kann in der Burg auch in Ferienwohnungen nächtigen und das zu wahrhaft bürgerlichen Preisen. (Bildquelle: www.voneichborn.de )

Kloster Veßra in der Visitatio-Karte
Johanniterburg Kühndorf in der Visitatio-Karte



 
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