Sehenswerte Märchen-Drehorte der ARD |
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Frau Holle
im Spreewalddorf Lehde
Freilichtmuseum Lehde in der Visitatio-Karte
Eigentlich hätte der Märchenerzähler Timor (Herbert Feuerstein) in der ARD- "Frau Holle"-Verfilmung von 2008 mit einem Spreewaldkahn kommen müssen, denn das Spreewalddorf Lehde bei Lübbenau in Brandenburg war der Drehort für diesen Film. Die fleißige und umsichtige Goldmarie (Lea Eisleb) , ihre faule und eitle Schwester Luise (Camille Dombrowsky) und ihre Mutter (Johanna Gastdorf) leben im großen Fachwerkwohnhaus des Lehder Spreewaldmuseums. Zu dem Ensemble von teils reetgedeckten Holz- und Fachwerkhäusern gehören auch das sogenannte Altenteil mit der schwarzen Küche, ein Taubenschlag, mehrere Scheunen, ein Schweinestall, eine Meerrettichreiberei, ein Backhaus mit Lehm-Innenofen und natürlich weitere Wohnhäuser mit historischem Inventar. Auch hier konnte das Produktionsteam der Antaeus Film GmbH aus Potsdam mit überschaubarem Aufwand den Zuschauer in eine märchenhafte Welt entführen. Die reale Dorfkulisse ermöglichte lange ungeschnittene Kamerafahrten und sogar Aufnahmen mit dem Kameralift. Dies gefällt vor allem bei den Ankünften von Gold- und Pechmarie, den Einführungen durch den Märchenerzähler Timor, dem Dorffest und wenn Marie von ihren Erlebnissen bei Frau Holle im Hof vor dem großen Fachwerkwohnhaus berichtet. Die Szenen im "weltlichen" Dorf setzen mit ihrer natürlichen und liebevoll inszenierten Lebendigkeit (das Treiben der Handwerker, die dörfliche Tierwelt - lustig wie sich die Gänse auf das Brot stürzen, die Blicke des Pastors) eine wundervollen Kontrast zur "himmlischen" Welt der Frau Holle, die in den Berliner Havelstudios entstand . Hier bestechen die überzogenen Farben und fast comichaften Formen der Wiesen, mit vielen roten Mohnblumen, dem Apfelbaum mit neckischem Gesicht, dem Backofen der auch Augen zu haben scheint, dem sprechende Rabe Gustav und dem Blumenhaus, in dem die witzige, tubaspielende und gar nicht weltfremd daherkommende Frau Holle (Marianne Sägebrecht ) lebt. Wie in der Vorlage, der Gebrüder Grimm, stellt Frau Holle die beiden Schwestern Marie und Luise auf die Probe, nachdem sie durch den Verlust der Spindel in den "Brunnelift" springen. Marie schüttelt die Äpfel, zieht das lustig animierte Brot aus dem Ofen und schüttelt, dem Winter 2008-2009 gebührenden, Schnee in die Welt. Die faule Luise bemüht sich keinesfalls und sitzt launisch bei Frau Holle herum, um ihren Lohn zu erhalten. Die Pechmarie des Jahres 2008 kommt gut davon. Nicht Pech kommt aus dem Zaubertor sondern Ruß und Schmutz, der sich dennoch erst durch gute Taten auf der Erde wieder entfernen lässt. Mit dieser und einigen anderen Veränderungen der Grimmschen Vorlage entsteht eine moderne und empfehlenswerte Version des alten Märchens. Die beiden Schwestern ähneln sich von Aussehen ungemein. Auch Luise ist gern anzusehen, aber ihr schmutziger Charakter zeigt sich bald. Spätestens wenn sie es eins aufs andere mal schafft ihre Mutter davon zu überzeugen, das Marie viel eher dazu taugt die Hausarbeit zu verrichten. Eine andere glückliche Ergänzung des Originalmärchens ist der Bäcker,der täglich, mit neu kreierten Broten, um die Gunst der Mutter buhlt. Vielleicht hätte er es gleich einmal mit Saure-Gurken-Brot versuchen sollen. Die Spreewaldgurken hätten ihm dabei sicher geholfen. (Bild: rbb/Sandor Domonkos)
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