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Sachsen-Anhalt

Museen Sachsen-Anhalt

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Auf dem Kulturpfad durch das Zentrum von Dessau

Geschrieben von Roland Wagner   
Kulturpfad DessauDessau, die sachsen-anhaltinische Stadt an der die Mulde in die Elbe mündet, ist reich an Sehenswürdigkeiten. Gleich zwei Mal in den Listen des UNESCO-Weltkulturerbes vertreten - als Bauhaus - Stadt und als Stadt mit wundervollen Schlössern und Parks des Dessau - Wörlitzer -Gartenreiches ist sie schon Anziehungspunkt für Touristen aus dem In- und Ausland. Auch im Zentrum der ehemaligen Residenzstadt finden die Besucher eine Vielzahl an historischen Kirchen und Bauwerken, die ein 2,5 Kilometer langer Kulturpfad verbindet.

Sehenswürdigkeiten am Kulturpfad Dessau auf der KarteDie Sehenswürdigkeiten auf dem Kulturpfad Dessau auf der Karte

Vom Rathaus Dessau zum Residenzschloss


Dessau Johannbau des ResidenzschlossDie Route beginnt am Rathaus an der hier einem Marktplatz ähnelnden Zerbster-Straße. Bereits zum Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erwähnung Dessaus im Jahre 1323 dürfte hier ein Rathaus gestanden haben.
Neben der Stadtverwaltung befindet sich im Rathaus auch das Büro der Touristinformation, mit freundlichen und kompetenten MitarbeiterInnen, jeder Menge Broschüren und Büchern über Dessau und seine schöne Umgebung, der DessauCard  und Angeboten zu Stadtführungen. Hier erhät der Besucher auch einen Stadtplan, mit der eingezeichneten Route des Kulturpfad Dessau. Los gehts!
Zu verfehlen sind die 18 Stationen auf keinen Fall. Im Gehweg befinden sich regelmäßig bronzene Markierungen mit der Inschrift Kulturpfad. Von der Tourismusinformation nur einige Schritte entfernt, steht der wuchtige Backsteinbau der St. Marien Kirche. Errichtet in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stand sie nach dem furchtbaren Bombardement im 2. Weltkrieg nur noch als Ruine, bis sie nach dem Wiederaufbau 1994 wieder in alter Form erstrahlte. Heute ist sie Konzert- und Ausstellungsort von Dessau. Als Stadt- und Schlosskirche wird St. Marien bezeichnet. Zu Füßen des spätgotischen Backsteinbaus, auf dem Schlossplatz schlendert ein alter Dessauer. Sein Gang ist forsch. Sein Blick resolut. Die Brust ziert ein Orden. Seinen Kopf bedeckt der seinerzeit typische Dreizack. Mit der Linken umfasst er fest seinen Säbel. Ein Schriftstück zu Rolle gedreht hebt er mit Rechts leicht nach oben. Dieser alte Dessauer, auf seinem roten Granitsockel ist in Bronze gegossen. Es ist  Leopold  I. " FUERST ZU ANHALT KOENIGL PREUSS UND REICHS GENERAL FELDMARSCHALL  Geb. 5. Juli 1676 Gest. 9. April 1747" wie auf dem Steinfundament der Statue zu lesen ist. Mit 17 Jahren wurde er Regent von Anhalt-Dessau und blieb es 54 Jahre. Im Gegensatz zu seinem Enkel Leopold III. Friedrich Franz, welcher der Architektur, den Reformen des Staatswesens und der Aufklärung verbunden war, war der Alte Dessauer durch und durch ein Millitär. Der Säbel in der Hand verdeutlicht das. Der Blick des Bronzefürsten ist gen Süden gerichtet, wo bis zum 7. März 1945 sein Residenzschloss stand. Von diesem Blieb nur der Westflügel, der Johannbau übrig. Ein schöner Frührenaissancebau mit den typischen Giebel und einem Turm des Fenster der Neigung der Wendeltreppe folgend trapezförmig sind. Im Johannbau befindet sich heute das Dessauer Museum für Stadtgeschichte. Ein Teil der Ausstellung widmet sich der Geschichte der Juden in Dessau ab 1672. Es ist die Amtszeit vom Vater des "Alten Dessauers" - Fürst Johann Georg II. Dieser gestattete  Lutheranern und Juden die freie Ausübung ihrer Gottesdienste im Fürstentum. Dies sorgte für den Zuzug neuer Landeskinder. Aus der jüdischen Gemeinde gingen in den folgenden Jahrhunderten berühmte Dessauer hervor.

Mendessohn, Weill und das Kantorhaus


Kurt Weill DessauSüdöstlich des Dessauer Residenzschlosses siedelten sich die neuen jüdischen Mitbürger an. Einer von ihnen war Menachem Chaim ein Küster und Gemeindeschreiber. Am 6. September 1729 gebar ihm seine Frau Rachel einen Sohn - Moses Mendelssohn, der sich später in Berlin als Philosoph der Aufklärung in die deutsche Geschichte schrieb. An der Stelle seines Geburtshauses, in der heute viel befahrenen Askanische Straße, wo heute Häuser aus dem letzten Jahrhundert stehen, erinnert eine Marmortafel an den berühmten Sohn der Stadt. Moses Mendelssohn erfährt in Dessau viel Aufmerksamkeit. In der Siedlung Törten, die als Bauhausensemble zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, befindet sich das  Mendelssohn Zentrum Dessau - Forschungs- Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum rund um das Wirken des Philosophen. Auf dem Israelistischen Friedhof, nur eine viertel Stunde von der Askanischen Straße nach Süden befinden sich die Grabsteine Mendelssohns Verwandschaft. 
Auf der anderen Straßenseite zweigt von der Askanischen Straße die Kantorstraße ab. Auf der linken Seite ein zweigeschossiger Bau, schlicht, auf dem Dach über dem klassizistischen Portal ein kleines Türmchen - das Kantorhaus. Hier lebten die Rabiner und Kantoren der jüdischen Gemeinde. Von hier hatten sie es bis zu ihrer Alten Synagoge nicht weit. Von dieser, der bedeutensten Synagoge Anhalts blieb nach dem schändlichen Akt der Verwüstung, Brandstiftung und damit Zerstörung in der Pogrom-Nacht der Nazionalsozialisten am 9. November 1938 nichts als die Erinnerung. Eine Gedenktafel erinnert an das Gebetshaus der jüdischen Gemeinde. Am Kantorhaus wir Moses Mendelssohn und Kurt Weill gedacht. Der Komponist der Dreigroschenoper wuchs in diesem Haus auf und wurde hier von seinem Vater, dem Kantor Albert Weill auf den erfolgreichen Pfad der Musik gebracht. 1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, verließ Weill Deutschland und ging ins Excil. Mit Bertold Brecht verband ihn eine besonders fruchtbare künstlerische Freundschaft und Zusammenarbeit. An diese erinnert eine Skulpturengruppe auf dem Lidiceplatz in Dessaus Norden. Seit 1992 feiert Dessau alljährlich ein Kurt Weill Fest in den Meisterhäusern, auch sie gehören, im Stil des Bauhaus errichtet  zum UNESCO-Weltkulturerbe, befindet sich das Kurt-Weil-Zentrum .

Von der Georgenkirche zum Schwabehaus


Weiter geht es auf dem Kulturpfad durch Dessau. Lassen Sie sich nicht von dem doch ein wenig nah an die Georgenkirche gebauten Konsumtempel abschrecken dieses kleine Gotteshaus zu besuchen. Auch sie steht auf der Askanischen Straße, am Abzeig der Georgenstraße. Auf den Grundmauern der mittelalterlichen Georgenkapelle ließ der "Alte Dessauer" 1712 bis 1717 die Georgenkirche errichten. Ein wenig über hundert Jahre stand sie im niederländischen Barockstil auf eliptischem Grundriss. Dem Zeitgeist des frühen 19. Jahrhunderts folgend wurde sie 1818 bis 1881 von dem Architekten und Bühnenbildner Carlo Ignazio Pozzi (1786-1842) im Klassizistischen Stil umgebaut und erhielt durch den Einbau zweier mächtiger Portale, die nach Norden und Süden ausgerichtet sind, einen kreuzförmigen Grundriss.
Schräg gegenüber der Georgenkirche ein weiterer prägender Turm des Dessauer Stadtzentrums. Der quadratische Grundriss, die jeweils zweistöckige Unterteilung der Fassade mit ihren vier Rundbogenfenstern und die sehr flache Dachpyramiede als Abschluss erinnert an römische Baukunst und soll auch wirklich durch diese beeinflußt sein. Vorbild für diesen 1847 Turm ist das St. Spiritus Hospital bei Rom. Mit dem Turm wurde auch das Obergeschoss des Gebäudes zu dieser Zeit errichtet. Gegründet als Leopolddankstift vom "Alten Dessauer" - Leopold I. ist es heute das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte .
Nur wenige Meter vom Museum entfernt der Stadtpark mit dem als Cafe genutzten historischen Teehäuschen, einem Teil der 1712 errichteten, von Efeu überwucherten Akzisemauer, die einst den Schloßbezirk von der Dessauer Vorstadt trennte. Auch hier wird an Moses Mendelssohn erinnert. Eine Büste des Philosophen steht seit 1979 im Stadtpark.
Weiter geht es in nördliche Richtung, vorbei an der Post, einem neugotischen Bau der zwischen 1899 und 1901 erbaut wurde, zur Johannisstraße. Das dominierende Bauwerk  auf dieser Straße ist St. Johanniskirche. Ein strahlender Barockbau in weiß aus den Jahren 1688 bis 1693. Im Jahr 1702, wir erinnern uns an das Recht der freien Ausrichtung der Gotteesdienste durch Lutheraner, 1702 also wurde sie lutherisch geweiht. Auch dieser historische Bau viel den Bomben zum Opfer. 1955 wurde die wiedererrichtete Kirche erneut eingeweiht. Das Innere der St. Johanniskirche ist weist besondere Schätze auf. Zum Einen die drei Tafelbilder von Lucas Cranach (Vater und Sohn) die einst in der Marienkirche hingen und die größte Orgel in Anhalt, eine Orgel aus dem JAhr 1990 von der Firma Eule in Bautzen. Vor der Johaniskirche steht übrigens der Enkel des "Alten Dessauers" Leopold III. Friedrich Franz auf seinem Sockel.
Dessau SchwabehausAuf der anderen Straßenseite einige Palais für Mitglieder der Hofgesellschaft. Palais Bose, heute Teil eines Seniorenwohnsitzes, wurde für den Kammerherren von Fürst Franz Friedrich in den Jahren 1800-1803 im für diese Zeit prägenden Baustil, dem Klassizismus errichtet. In direkter Nachbarschaft im rose'-ton gestrichen, das Palais Minckwitz, in welchem der Hofbildhauer Friedemann Hunold von 1820 bis 1840 wohnte. Palais Minckwitz ist das älteste vollständig erhaltene Haus der Stadt, errichtet in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nur die Fassade wurde 1819 überarbeitet.
Am nördlichen Ende der Johannisstraße fällt ein Haus auf, da es eines der wenigen im Fachwerkstil ist - über dem Eingang ein Schild mit goldener Innschrift: "In diesem Hause lebte und wirkte von 1830 bis 1875 Samuel Heinrich Schwabe". Der Naturforscher und Astronom, geboren in Dessau 1789, studierte in Berlin und kehrte alsbald wieder nach Dessau zurück um die Apotheke seines Großvaters weiterzuführen. Mit vierzig Jahren wurde die wissenschaftliche Ungeduld in ihm zu groß. Er verkaufte seine Apotheke und wandte sich ausschlieslich seinen Forschungsgebieten zu. Seine herausragende Entdeckung war die Periodizität der Sonnenflecken.

Durch die Zerbster Straße zurück zum Rathaus


Dessau Palais DietrichAm Schwabehaus biegt der Kulturpfad Dessau nach Osten in die Ferdinand-von-Schill-Straße ein. Der rote, neogotsche Backsteinbau der Propsteikirche St. Peter und Paul errichtet zwischen 1854 und 1858 steht am Ausgangspunkt der letzten Etappe des Kulturpfades durch die schöne Stadt Dessau. Von hier zieht die Zerbster Straße, mit einem kleine Knick in Richtung Süden zum Rathaus. Mehrere Bauten auf diesem Straßenzug sind von historischer und architektonischer Bedeutung. Im nördlichen Teil gleich das Palais Dietrich. Erichtet in den Jahren 1747 bis 1752 als Stadtresidenz des dritten Sohnes von Leopold I. Prinz Dietriech. Für kurze Zeit war dieser, nach dem Tod des Vaters und des Bruder Maximilian, der kurz als Leopold II. an die Macht kam, als Vormund den erst Elfjährigen Leopold III. als dessen Vormund indirekt an der Macht. Dietrich prägte mit der Erziehung seines Neffen maßgeblich seinen späteren Werdegang. Nach dem Tod Dietrichs wurde das Haus durch den reformorientierten Pädagogen Johann Bernhard Basedow  als philanthropische Schule genutz. Heute ist es Teil der Landesbibliothek.
Gegenüber dieses Stadtschlosses ein trauriges Überbleibsel des zweiten Weltkrieges. Von dem, als Palais Branconi Ende des 18. Jahrhnderts im Klassizistischen Stil erbauten Haus, steht nur noch eine graue Fassade. In den zwanziger Jahren machte sich der Bau als Variete' und Gaststätte unter dem Namen Kristallpalast einen Namen.
Zum Rathaus zu weitet sich die Zerbster Straße zu einem Markt. Hier steht auf der östlichen Seite das klassizistische Palais Waldersee, welches heute der Hauptsitz der hiesigen Landsbibliothek ist. Auch dieser Bau war eine Residenz für einen Fürstensohn. Der erste aber nichteheliche Sohn von Leopold III. war Graf Franz Johan Georg von Waldersee. Für diesen ließ der Fürst von Anhalt-Dessau zwischen 1792 und 1795 das Palais von seinem Freund und Vertrauten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff errichten. Eine Plakette erinnert an den Architekten, den "Begründer der klassizistischen Baukunst in Deutschland " Seinen Visionen und Fähigkeiten verdankt Dessau und Umgebung einen gehörigen Teil der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Bauten. Schloss Wörlitz, Luisium und Georgium zeigen ebenso seine Handschrift wie Bauten im Wörlitzer Landschaftsgarten und  das Portal des historischen Friedhofs in Dessau.
Der Stadtspaziergang entlang des Kulturpfades in Dessau findet sein Ende in direkter Nähe des Rathauses am Pfeiferhaus von 1595 einem Renaissance-Bürgerhaus welches wie viele andere Bauten nachdem es im Kireg beschädigt wurde, wieder aufgebaut wurde.
Auf der ca. Zweistündigen Runde durch die Innenstadt von Dessau, wobei für etwaige Museumsbesuche weitere Zeit einzurechnen ist, lernt der Besucher zahlreiche Kunst- und Baudenkmale aus der Zeit des 17. bis 19. Jahrhunderts kennen, von denen nicht wenige aus Schutt und Ruinen des 2. Weltkrieges wieder auferstanden sind. Der Stadtspaziergang ist sowohl für Berufsreisende und Ein- und Mehrtagestouristen auf jeden Fall empfehlenswert und eigenständig oder in Kombination mit den anderen bedeutenden Reisezielen der Stadt und der Umgebung eine wirkliche Bereicherung eines Dessau-Besuchs.

Bauhaus


Dessau Konsum-Gebäude BauhausstilDie Bauten der Bauhausarchitektur und die weltweit berühmten Schlösser und Gärten Dessaus, ziehen tagtäglich tausende Besucher in die Stadt. Direkt vom Stadtzentrum aus zu erreichen sind das Bauhaus und die Meisterhäuser (Video) in wenigen Fußminuten. Die faszinierende Schönheit des rationellen Baustils, der ab den 20ger Jahren des letzten Jahrhundert durch Walter Gropius, Mies van der Rohe und Hannes Meyer in weiterentwickelt und zur Blüte gebracht wurde. Im Süden von Dessau errichteten die Bauhaus-Architekten eine erste größere Siedlung in diesem Baustil. Die Siedlung Törten ist ein beeindruckendes Beispiel wie Reihen- und Einfamilienhäuser kostengünstig, inovativ und trotz ihrer Schlichtheit formvollendet gebaut werden können. Ergänzt wird diese Siedlung mit dem Konsumgebäude (1928) einem "Hoch"-haus mit integriertem Flachbau, der in der Siedlung Törten mit einem vertikalen Akzent einen Mittelpunkt in der sonst flachen Bebauung setzt. Mehrere backsteinerne Laubenganghäuser in denen die Bewohner über einen lang gezogenen Balkon auf mehreren Etagen ihre Wohnungen erreichen, vervollständigen das Bauhaus-Ensemble.

Sehenswürdigkeiten in DessauStätten der Bauhaus - Architektur in Dessau

Georgium



Wie das Bauhaus und die Meisterhäuser ist Schloss und Landschaftspark Georgium (Video ) in wenigen Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof aus zu erreichen. Der Park reicht bis an das Ufer der Elbe, die hier in Richtung Süden einen großen Bogen schlägt. Alte, wertvolle Baumbestände und auf dem Parkgelände verteilt eine Vielzahl von großen und kleineren Bauwerken und Denkmalen, machen den Garten zu einer wahren Erlbniswelt. Dazu gehören künstliche Ruinen, kleine Tempel, Wirtschaftsbauten wie die Orangerie, die heute als Restaurant genutzt wird und als Zentrum, das von Erdmannsdorff um 1782 geplante Schloss, in welchem heute die Anhaltische Gemäldegalerie ihren Sammlungen von Malerei des 15. bis 20. Jahrhunderts und Grafik Raum bietet. Ständig wechselnde Sichtachsen und geschwungene Wege laden die Gäste des Parks zu ausgiebigen Spaziergängen ein.

Sehenswürdigkeiten in DessauSehenswürdigkeiten im Landschaftspark Georgium

Schloss und Park Mosigkau


Schloss Mosigkau DessauEin wenig "sortierter" erscheinen dagegen die Symetrien des Barockgartens am barocken Schloss Mosigkau, im gleichnamigen Ortsteil von Dessau. Auf der vergleichsweise (mit dem Park Georgium) kleinen Fläche lässt es sich aber dank eines kleinen Gartenteils recht gut verlaufen. Vorsicht vor dem Betreten des Irrgartens! Er erfüllt wirklich seinen Zweck sich zu verirren. Schmale Gänge zwischen Manns hohen Hecken, die mal rechts mal links abbiegen, jäh eine Gabelung aufweisen, zerstören recht schnell jeden Orientierungssinn. Geplant wurde das in Orange gehaltene Bauensemble, zu dem auch eine Orangerie, ein Gärtnerhaus, ein Chinesisches Haus und ein Wasserturm gehören, Ende des 18. Jahrhundert von Knobelsdorff. Eigentümerin war wieder einmal ein Kind vom "Alten Dessauer" Leopold I. Seine Lieblingstochter, sein achtes Kind Prinzessin Anna Wilhelmine erhielt vom großzügigen Vater das wunderschöne Anwesen, welches die Zahl der Sehenswürdigkeiten von Dessau um eine Besondere bereichert.

Sehenswürdigkeiten in DessauSehenswürdigkeiten im Schlosspark Mosigkau

Schloss und Park Luisium


Schloss Luisium DessauWährend der Weg zum Schloss Mosigkau vom Zentrum aus 8,3 Kilometer in Richtung Westen führt, genügen dem Besucher von Schloss und Park Luisium 3,2 Kilometer in Richtung Osten in den Dessauer Ortsteil Waldersee. Schon auf dem Hinweg fällt eine einzigartige Kirche im Ortszentrum auf. Statt einer gewöhnlichen Kirchturmspitze, steht ein steinerner Obelisk auf dem Turm. Dieser ist im Grunde der überdimensionale Grabstein des Leopold III. Friedrich Franz, der im Turm seine letzte Ruhestätte hat. Errichtet wurde die barocke St. Bartholomäi Kirche 1784-1785. Zehn Jahre zuvor, lies Leopold III. für seine Gemahlin Luise, durch seinen Freund von Erdmannsdorff, Nahe der Muldemündung in die Elbe einen Landsitz errichten. Nach der Fürstin und späteren Herzogin wurde das Anwesen Luisium genannt. Umgeben von einem etwa 2-3 Meter hohem Hochwasserdeich ist ein vergleichsweise kleiner aber wunderschöner Park mit unterdessen altem, wertvollem Baumbestand. Der englische Stil des Gartens verleiht dem Park den Schein einer nicht enden wollenden Landschaft. Geschwungene Pfade führen in den "Wald" vorbei an Weihern, Wiesenflächen und Gemüsegärten. Hin und wieder erscheinen Bauwerke direkt am Wege oder entfernt, sichtbar durch Schneisen die in die Anpflanzungen gezogen sind: auf einem Hügel ein backsteinernes Gartenhaus, auch Schlangenhaus genannt, dann taucht die Orangerie auf, die den dreiseitigen Wirtschaftshof nach Süden abschließt. Unweit davon, nahe bei den Torhäusern die Ruine eines Triumphbogens. Jetzt gelangt der Besucher zum architektonischen Herzstück der Anlage dem Schloss Luisium. Es wirkt in seiner Größe beinahe bescheiden, ja schlicht. Ein zweistöckiger Bau im fahlen Gelb auf fast quadratischem Grund. Regelmäßig angeordnete Fenster, ein flacher Pyramidenstumpf mit einem kleinen Aufsatz als Dach, das Meisterwerk Ermannsdorffer Architektur, die veridient zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Vom südlichens Eingang des Hauses überblickt der Gast einen Teich, der an seiner schmalsten Stelle von einer Holzbrücke überquert wird (Achtung beim Hinüberlaufen! Sie hat Stufen!). Auch der Pegasus-Brunnen ist von hier zu sehen. Ein wenig schimmert der Gartensitz, eine kleine Parkbühne durchs Geäst. Auf der Hälfte des Teiches die Grotte. Gerade Mannshoch, aus grobbeschlagenen Felssteinen zusammengesetzt wirkt auch diese sehr schlicht gegenüber anderen derartigen Bauwerken dieser Zeit. Wählt der Besucher die Deichkrone als Rückweg, steht er auf der westlichen Seite unvermittelt vor einem Landidyll. Auf der grasbewachsenen Niederung, eine Wasserfläche davor gibt ein romantisches Spiegelbild, stehen die Pferde des nahen neogotischen Gestüts. Die Ruhe und Vollkommenheit dieses Areals muss in allen Jahreszeiten ein wundervolles Erlebnis sein. Schloss und Park Luisium sind ein MUSS für jeden Besucher der Bauhaus und ehemaligen Residenzstadt Dessau.

Sehenswürdigkeiten in DessauSehenswürdigkeiten im Park Luisium

Der Leser wird bemerken, dass ein Tag für den Besuch dieser einzigartigen Stadt deutlich zu kurz ist. Selbst ein verlängertes Wochenende führt nur zur Oberflächlichen Betrachtung, zumal zum Dessau - Wörlitzer Gartenreich noch der Wörlitzer Park und Schloss und Park Oranienbaum gehören. Nur wenige Kilometer entfernt ein weiterer Grund zu bleiben  -  die Lutherstadt Wittenberg , mit ihren einzigartigen historischen Plätzen und Bauten.

Informationen und Links


Weitere Informationen erhalten Sie über:

Tourist- Information Dessau-Roßlau
Zerbster Straße 2c
06844 Dessau-Roßlau
Tel. 0340 / 2041442 und 19433
Fax 0340 / 2041142
Hotel- und Privatzimmerreservierung
Tel./Fax 0340 / 2203003
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Mit der Dessau-Card können Sie bei Ihrem besuch sparen!

Infomationen über das Gartenreich finden Sie auf: www.gartenreich.com

Sehenswürdigkeiten in Dessau  Sehenswürdigkeiten in Dessau


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