Von der Himmelsscheibe zum Himmelsweg |
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| Geschrieben von Roland Wagner | |
Am 21. Dezember war es endlich wieder soweit. Die immer kürzer werdenden Tage sind nun wieder Geschichte für das Jahr 2008. Während die Sonne, zumindest theoretisch, danach wieder länger schien, tappten wir durch die reale Nebel- und Nieseltrübnis der letzten Wochen. Zwei Wochen kam kein Sonnenstrahl mehr durch die tiefhängenden Wolken. Die Metereologen übertrafen sich im Magaritenorakeln für das Weihnachtswetter ...es schneit...es schneit nicht...es schneit..... Ob wirklich weiße Flocken das Weihnachtfest 2008 verschönen würden war dabei ungewiss, einzig gewiss blieb, dass am SONNTAG die Wintersonnenwende war und die wurde am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra und auch am Sonnenobservatorium Goseck an historischem Ort und nun schon traditionell gefeiert. Im Besucherzentrum Arche Nebra wurden Märchen und Legenden unter dem Motto "Wie man die Sonne einfängt" gemeinsam erzählt. Auf dem Mittelberg konnten die Besucher den mystischen Sonnenuntergang in diesem Jahr leider nicht erleben, da die Sonne keine Chance erhielt, durch die Wolken zu blinzeln.
(Bildquelle:© Arche Nebra, Foto: J. Lipták)Die Himmelsscheibe von Nebra
Im Juli 1999 buddelten sich zwei Hobbyarchäologen durch den Ziegelrodaer Forst bei Nebra. Ein kleines graues Städtlein, zu DDR-Zeiten hatte man es gar zu einer Kreisstadt erhoben, welches immer im Schatten von Naumburg lag, mit seinem Dom und der Uta. Das reizvolle Unstruttal hatte bis 1999 wahrlich Bedeutenderes zu bieten als dieses bis dahin provinzielle Nebra. Da ist das Freyburg mit seiner Neuenburg und dem Rotkäppchensekt, das Steinerne Album von Großjena, die Burgruine Wendelstein,
das Schloss von Burgscheidungen mit seinem zu den Gartenträumen zählenden Barockgarten oder die Ruine der Klosterkirche von Memleben, die vom Besucherstrom der "Straße der Romanik" heimgesucht wird. Nebra, das war der Ort, durch den man schnell durchfährt und den man schnell vergisst. Eher blieb da schon noch das nahe Karsdorfer Zementwerk in Erinnerung, welches für einen Augenblick einen grauen Film in die Landschaft zeichnete. Da suchten also im Sommer 1999 diese beiden Männer auf dem Mittelberg nach irgend etwas Historischem oder Wertvollem und fanden den Schlüssel in eine glanzvollere Zeit für die Unstrutstadt Nebra. Sie fanden die unterdessen weltberühmte Himmelsscheibe, und machten für sich danach das verkehrteste, was sie tun konnten. Für einige tausend D-Mark verscherbelten sie diesen historischen Fund und wurden so zu Kriminellen. Hätten sie es so, wie Gustav-Adolf Spengler getan, der 1930 bei Sangerhausen ein Mamutskelett fand und sich dann mit den Stadtvätern einigte, dann hätte man ihnen eventuell später auch ein Museum als Denkmal errichtet, wie das Spenglermuseum in der Rosenstadt. Nun nach einigem hin und her in dunklen Kanälen der Kunstschatz-Helerszene, gelang die Himmelsscheibe 2002, bei einem vorgetäuschtem Kauf in die Hände des sachsen-anhaltinischen Landesarchäologen Meller. Der Jahrtausenfund war gesichert und sofort begann ein wiederum langwieriger Prozess der wissenschaftlichen Begutachtung, Deutung, Missdeutung, Festlegung und Darlegung. Von wann ist sie nun, war es ein Grab oder ein Hort in dem sie lag, gab es oder gab es keine Beigaben. Nach nicht einmal einem Jahrzehnt wurden unzählige wissenschaftliche und populäre Schriften verfasst, Filme und Rundfunkdokumentationen gesendet...Die Himmelsscheibe aus der Nähe dieses unscheinbaren Ortes erlangte Weltruhm und zog und zieht unterdessen 10.000de Besucher magisch an die sachsen-anhaltinischen Premium-Tourismusroute "Himmelsweg" . Zu Besuch in der Sprungschanze in die Vergangenheit Seit der Eröffnung, es war die Zeit der Sommersonnenwende 2007, pilgerten 180.000 Besucher zum Mittelberg. Aus Mexiko und Japan reisten die Gäste an, selbst Jesco von Puttkamer, Nasa-Manager für das Mars-Langzeitprogramm, lies es sich nicht nehmen nach Nebra zu kommen. Als ich im Sommer 2008 selbst die Arche besuchte, fiel mir schon auf dem Parkplatz eine ansehnliche Kennzeichenvielfalt auf. Mit einer Gruppe von Endfünfzigern aus Köln kam ich ins Gespräch, und fragte was sie bewogen hat nach Sachsen-Anhalt zu reisen. Nein, so die Antwort, die Himmelsscheibe wäre es eigentlich nicht gewesen, vielmehr würden sie wegen der Burgen und Kirchen der Straße der Romanik angereist sein, aber ihr Reiseführer, ein Geschichtsprofessor, habe ihnen mit dem Besuch auf dem Mittelberg einen wahrlichen Höhepunkt präsentiert. Das es nicht die Originalhimmelsscheibe wäre, die man hier zu Gesicht bekäme, hätte sie nicht gestört, denn diese wirklich echt aussehende Kopie könne man immerhin anfassen! Schnell verschwanden sie in ihren Fahrzeugen, denn die nächste Burg wartete auf ihren Besuch. Ich lief den von Kirschbäumen gesäumten Weg zur Arche hinauf. Im Kornfeld wiegen sich sanft die roten Mohnblumen. Das Gold des reifenden Korns passt gut zur Farbe dieses futuristischen Bau's, der gold metallen glänzt wie Sonne, Mond und Sterne auf der Himmelsscheibe. Für den erste Moment wirkt das Gebäude recht klobig. Der leichte Schwung soll an eine Barke erinnern. Meine erste Assoziation war etwas anders. Als ich die Arche im Sommer bei einem Rundflug über Sachsen-Anhalt erstmals sah, meinte ich wirklich, es wäre ein Sprungschanze. Nur wo war die Anlaufspur? Beim Besuch der aufwendig gestalteten und perfekt inszenierten Multimediashow im inneren des Hauses, mit dem digitalen Planetarium, welches mich auf eine virtuelle Reise zum Sternenhimmel der Bronzezeit einlud, kam mir wieder der Vergleich mit der Sprungschanze in den Kopf. Ich sprang mit ihrer Hilfe in die Vergangenheit, sah wie Sonne und Mond ihre Spuren in den Himmel zeichnen und verstand durch die gezeigte Simulation, den Sinn des Observatoriums Goseck für die Menschen der Bronzezeit.Mein Zeit war zu knapp, um noch auf den etwas über 3 Kilometer entfernten Mittelberg zu laufen, der Shuttlebus fuhr mir gerade vor der Nase weg (Planen Sie also lieber einen ganzen Tag für das Besucherzentrum und den Fundort ein!), wollte ich doch noch nach Goseck und zur Dolmengöttin.
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Am 21. Dezember war es endlich wieder soweit. Die immer kürzer werdenden Tage sind nun wieder Geschichte für das Jahr 2008. Während die Sonne, zumindest theoretisch, danach wieder länger schien, tappten wir durch die reale Nebel- und Nieseltrübnis der letzten Wochen. Zwei Wochen kam kein Sonnenstrahl mehr durch die tiefhängenden Wolken. Die Metereologen übertrafen sich im Magaritenorakeln für das Weihnachtswetter ...es schneit...es schneit nicht...es schneit..... Ob wirklich weiße Flocken das Weihnachtfest 2008 verschönen würden war dabei ungewiss, einzig gewiss blieb, dass am SONNTAG die Wintersonnenwende war und die wurde am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra und auch am
das Schloss von Burgscheidungen mit seinem zu den Gartenträumen zählenden Barockgarten oder die Ruine der Klosterkirche von Memleben, die vom Besucherstrom der "Straße der Romanik" heimgesucht wird. Nebra, das war der Ort, durch den man schnell durchfährt und den man schnell vergisst. Eher blieb da schon noch das nahe Karsdorfer Zementwerk in Erinnerung, welches für einen Augenblick einen grauen Film in die Landschaft zeichnete.
Seit der Eröffnung, es war die Zeit der Sommersonnenwende 2007, pilgerten 180.000 Besucher zum Mittelberg. Aus Mexiko und Japan reisten die Gäste an, selbst Jesco von Puttkamer, Nasa-Manager für das Mars-Langzeitprogramm, lies es sich nicht nehmen nach Nebra zu kommen. Als ich im Sommer 2008 selbst die Arche besuchte, fiel mir schon auf dem Parkplatz eine ansehnliche Kennzeichenvielfalt auf. Mit einer Gruppe von Endfünfzigern aus Köln kam ich ins Gespräch, und fragte was sie bewogen hat nach Sachsen-Anhalt zu reisen. Nein, so die Antwort, die Himmelsscheibe wäre es eigentlich nicht gewesen, vielmehr würden sie wegen der Burgen und Kirchen der Straße der Romanik angereist sein, aber ihr Reiseführer, ein Geschichtsprofessor, habe ihnen mit dem Besuch auf dem Mittelberg einen wahrlichen Höhepunkt präsentiert. Das es nicht die Originalhimmelsscheibe wäre, die man hier zu Gesicht bekäme, hätte sie nicht gestört, denn diese wirklich echt aussehende Kopie könne man immerhin anfassen! Schnell verschwanden sie in ihren Fahrzeugen, denn die nächste Burg wartete auf ihren Besuch. Ich lief den von Kirschbäumen gesäumten Weg zur Arche hinauf. Im Kornfeld wiegen sich sanft die roten Mohnblumen. Das Gold des reifenden Korns passt gut zur Farbe dieses futuristischen Bau's, der gold metallen glänzt wie Sonne, Mond und Sterne auf der Himmelsscheibe. Für den erste Moment wirkt das Gebäude recht klobig. Der leichte Schwung soll an eine Barke erinnern. Meine erste Assoziation war etwas anders. Als ich die Arche im Sommer bei einem 