• luftbild.jpg Der Weg zum  GoogleEart-Modell beginnt mit einer Fotosichtung der Gebäude. Hier Bilder von www.euroluftbild.de unserem Luftbildpartner.

     

  • gitternetz.jpg  Das Drahtgittermodell wird mit einem 3D Grafik-Tool maßstabsgetreu hergestellt.

     

  • Shading  Wie ein graues Pappmodell.  Aus digitalem Bildmaterial wird nun die "Fotohaut" erzeugt.

     

  • mapping.jpg
     Das GoogleEath-Modell der Nienburger Klosterkirche St. Marien und St. Cyprian ist fertig. Demnächst wird es auch auf dieser Seite zu finden sein.

     

Dorfkirche St. Paul in Seehausen-Börde

Geschrieben von Roland Wagner   
st-paul-seehausenSie steht wahrlich nicht im Schatten des Magdeburger Doms, die Dorfkirche St. Peter in Seehausen Börde. Bei normalem Verkehrsaufkommen benötige ich 45 Minuten vom Magdeburger Domplatz bis in das Zentrum von Seehausen. Das knapp 2000 Einwohner zählende Städtchen ist kaum zu verfehlen, wenn man eine der westlichen Ausfahrtstraßen der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt nimmt. Es geht durch einige kleine Dörfer in der mit besten Humusböden gesegneten Börde. Die Ortsnamen enden hier meist mit ...leben. Die Namenforscher leiten das "leben" aus "leve" ab, was soviel wie Hinterlassenschaft oder Erbe bedeutet. Niederndodeleben, Klein- und Groß Rodensleben und Dreileben, durchfahre ich auf dem Weg nach Seehausen. Hat man hier einst Rodungen hinterlassen oder gleich an drei Leute vererbt? Es wird kaum zu ergründen sein bei diesen alten Orten in dieser Gegend mit ihren fruchtbaren Ackerböden, die schon vor über 1000 Jahren die Menschen hier seßhaft werden liesen. Einige hundert Meter hinter Dreileben ist schon der Kirchturm von Seehausen zu erkennen. 


visitatio_logo_button.gif3D - Modell St. Pauls Kirche laden

Vom See, der dem Ort wohl seinen Namst-paul-seehausen-apsisen gab ist noch nichts zu erkennen. Oder schimmert da hinten etwas? Dieser See gab mit seinen Fischerträgen schon im 9. Jahrhundert den Menschen einen zusätzlichen Grund hier seinen Wohnsitz zu wählen. Bei der Einfahrt in den Ort ist kaum jemand  zu sehen. Eine holprige Straße führt in die Mitte des Ortes. Dort wo die Kirchturmspitze zu sehen war. Verblüfft muss ich feststellen, dass dies nicht die St. Paulskirche ist. Ihr spitzer Turm entspricht keinesfalls den Erwartungen eines trutzigen Weststurms romanischer Bauart. Ja und das Dach scheint dieser Kirche auch schon eine Weile zu fehlen. Eine ältere Frau erklärt mir, dass dies die evangelische St. Laurentis-Kirche und nicht die gesuchte St. Pauls-Kirche sei.  Also wieder ins Auto und kurz bevor die Straße den Ort in Richtung Eilsleben verläst biege ich links ab. Ein wenig bergab, ein leichte Rechtskurve und da ist sie zu sehen: Die St. Paul Kirche Seehausen. Nach einer Auffrischungskur wirkt sie überhaupt nicht wie die älteste Kirche der Magdeburger Börde. Einige Steine ihres Feldsteingemäuers gehen auf den Bau aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts zurück. Wenige Jahre zuvor hatte Karl der Große das Bistum Halberstadt gegründet. Die Bewohner des Bistums sollten auf das Christentum eingeschworen werden. Vielerorten entstanden einfache Feldsteinkirchen. Hildegrim von Halberstadt, der erste Bischof des Bistums,soll allein in seiner Amtszeit von 819 bis 827, es war sein  Todesjahr, 35 Kirchen in dieser Gegend gegründet haben. Ob auch die St. Paul dazu gehört, lies sich  bisher noch nicht ergründen, da hier recht wiedersprüchliche Informationen vorliegen. Da ist in ernst zunehmenden Quellen davon die Rede, das es ein Bischof Hildgruen von Halberstadt die Rede, der in den Listen des Bistums nicht zu finden ist. Im Jahr des vorgeblichen Kirchenbaus war Thiatgrim im Ast-paul-seehausen-tuermt, Hildegrim bereits drei Jahe tot. Vielleicht werden wir noch ein Antwort darauf finden...
Sehen wir uns den Bau etwas genauer an! Auf einem Grashügel erhebt sich der kleine viergliedrige Bau. Der Westturm wirkt mächtig. Romanische Doppelfenster zieren ihn kurz vor dem Dachabschluss. Als sehr kleine Kirche ist sie einschiffig gebaut. Zweigeteilt, könnte man meinen, das kleiner, an welches sich die Miniapsis drängt, wurde wie eine Ziehharmonika aus dem größeren Teil herausgezogen. Dieses markante Element finden wir immer wieder an romanischen Kirchen. Ein kleines Makel hat sie an der Südseite, hier wurden Fenster im Barockstil eingebaut, die allerdings mehr Licht in das innere des einfachen Kirchenraumes lassen. Eine Holzbalkendecke schließt den Raum ab, der keine Säulen und Pfeiler kennt. Mit sparsamer Farbgebung und Ornamentik in weiß und weinrot sind die Wände gestrichen. Die von außen klein wirkende Apsis sieht im Inneren aus, als würde sie sich liebevoll um den Altar schmiegen. Ein besonderer Hingucker ist das wahrscheinlich romanische Taufbecken.
Die romanische St. Pauls-Kirche von Seehausen/Börde ist ein besonderes Schmuckstück auf den Strecken der Straße der Romanik. Als besondere Tipp kann wirklich dieses Kontrastprogramm bezeichnet werden, die Reise an den mächtigen und doch geradezu reich wirkenden Kirchenbauten Magdeburgs zu beginnen, um dann in das Umland zu diesen kleineren Sakralbauten zu reisen von denen es hier viele mit romanischem Ursprung gibt.

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