Auf Goethes Pfaden in Ilmenau |
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Im strahlenden Sonnenschein erwartet uns die Universitätsstadt Ilmenau. Die Stadt, die Goethe 28 Mal im Zeitraum zwischen 1776 und 1831 besuchte. Das erste Mal 1776, geschickt vom Herzog in Weimar, um nach dem Rechten zu sehen. Der letzte Besuch war 1831, um seinen 82. Geburtstag zu feiern. In vielen Briefen und Schriftstücken finden sich Zeugnisse seiner Reisen nach Ilmenau, in die umliegenden Wälder und auf die Gipfel der Berge. So sind diese Orte gut dokumentiert und bereits 1970 entstand ein Wanderweg, der Goethes Spuren folgt. 2006 erhielt dieser Wanderweg das Gütesiegel "Qualitätssiegel Wanderbares Deutschland". Wir haben uns auf den Weg gemacht und die Qualitäten dieses Pfades getestet... Im ersten Teil erreichen wir Manebach... Los geht es am Markt! Vor dem Amtshaus (im Augenblick ist es eine Baustelle - seit 10. Juli 2008 ist die Ilmenau-Information wieder eröffnet; das Museum folgt am 12. Oktober 2008) lädt eine Bank für einen Moment zum verweilen. Neben uns sitzt ein Bronze-Goethe und blickt hinab in das etwas niedriger gelegene Stadtzentrum. Der helle Klang der Kirchturmglocke vermeldet 10 Uhr. Eine gute Zeit sich auf den 18 Kilometer langen Weg zu begeben. Sicher wäre das Goethemuseum im Amtshaus einen Besuch wert. Doch das Goethezimmer mit seinen historischen Möbeln, das Ilmenauer Porzellan oder die Ausstellung über den Ilmenauer Silber- und Kupferbergbau, locken uns nach Wochen der Kälte und Trübnis dieses Winters nicht in die Räume des Museums. Wir möchten die wenigen Stunden Sonne nutzen, um den Weg zu erkunden. Das nächste Tief ist schon auf dem Weg. Also vorbei am Rathaus in Richtung Friedhof. Immer dem Goethe-G folgend.
Nur wenige Schritte entfernt der
Grabstein von Bergsekretär Johann Karl Wilhelm Voigt, der von
Minister Goethe beauftragt war, Ilmenaus Bergwerke zu leiten. Ein
solches war nur wenige hundert Meter vom Friedhof entfernt – der
„Neue Johannes-Schacht“. Der Abstecher zum an den Schacht
erinnernden Denkstein führt entlang der vielbefahrenen
Hauptstraße nach Erfurt und gehört wahrlich nicht zu den
Topsehenwürdigkeiten auf dieser Route, zumal hier für den
Moment die Gefahr besteht, die wegweisenden Zeichen aus den Augen zu
verlieren. Mit ein wenig Geschick, die Erfurter Straße retour,
finde ich bei der Neuen Marienstraße wieder auf den Wanderweg,
und dieser bleibt dem Bergwerksthema treu. Die nächste Station
ist das Alte Zechenhaus, es war sozusagen das Bergwerksbeamtenhaus jener
Zeit, von dem aus die Geschicke der Schächte verwaltet wurden.
In seiner ministeralen Funktion hatte Goethe hier wohl einige Male
Station gemacht, wie die hölzerne Informationstafel am Wegrand
berichtet. Diese inhaltsreichen „Stationschilder“ lassen die
Goethewanderung zu einem technisch, naturwissenschaftlich und
historisch aufschlussreichem Rundweg werden.
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