Weimar - Ein Klassiker unter den Klassikern |
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Geschrieben von Anja Wellenreich
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Das
Örtchen an der Ilm ist als Stadt, in der Lukas Cranach der
Ältere, Johann Sebastian Bach, Friedrich Schiller, Johann
Wolfgang von Goethe, Friedrich Nietzsche und Franz Liszt gelebt und
unsterbliche Werke geschaffen haben, weltbekannt und lädt seine
Besucher zu einer Zeitreise in die Ära der Dichter und Denker
ein.
“O
Weimar! Dir fiel ein besonder Loos!/ Wie Bethlehem in Juda, klein und
groß”, so euphorisch beschrieb
Johann Wolfgang von Goethe seinerzeit das “Wunder
von Weimar”, die Tatsache, dass ein
kleines Duodezfürstentum binnen weniger Jahrzehnte unter dem
Herzog Carl August (1757-1828)
und seinen Nachfolgern zur geistigen Hauptstadt einer Kulturnation
avancierte. Und wie Weimar sich durch das Wirken des Herzogs und der
Herzogin Mutter Anna Amalia an der Schwelle zum 19. Jahrhundert
seiner Blütezeit näherte, so nähert sich ein Reisender
vom Bahnhof kommend auf der Carl-August-Straße dem historischen
Stadtkern. Er lässt das Gauforum rechts und das
Ernst-Thälmann-Denkmal links liegen und gelangt über den
Goetheplatz, durch die Wielandstraße nach etwa 20 Minuten auf
dem Vorplatz des Weimarer Nationaltheaters an. Würdevoll schaut
das Klassikerpaar von dem Podest seines Doppeldenkmals herab, welches
der Bildhauer Ernst Rietschel schuf und „das Vaterland“ Ihnen
widmete. Schiller, der idealistische Stürmer und Dränger,
beinahe jugendlich, Goethe, der abgeklärte Olympier, gesetzt,
bodenständig und vernunftgelenkt. Der Reisende schmunzelt. Er
weiß, wie sehr das Standbild idealisiert und das die beiden
Dichterfreunde quasi gewaltsam auf ein Ebenmaß gebracht werden
mussten, um so imposant dreinzuschauen, wie sie es seit der
umjubelten Enthüllung des Denkmals 1857 tun, war doch Schiller
mit seinen schlaksigen 1,90 Meter nahezu zwei Köpfe größer
als der doch reichlich untersetzte Geheimrat Goethe.
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