Radfahren im Münsterland

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Radland MünsterlandDer Fachausschuss für Radtourismus des Allgemeinen-Deutschen-Fahrrad-Clubs (ADFC) trifft sich in diesen Tagen (23. - 26. Oktober 2008) zu seiner alljährlichen Herbsttagung. Diesmal in der Fahrradregion Nummer 1 in Deutschland, dem Münsterland. Im Verlauf der Tagung werden die 30 Radfahrexperten verschiedene Radwege, wie die „100-Schlösser-Route“ und den Emsradweg be- und somit erfahren. Sollten sie das nicht bereits wissen, werden sie feststellen, dass im Münsterland ein in Deutschland einzigartiges Radwegnetz existiert. Vor wenigen Wochen haben wir einige Wegstrecken befahren. Das für einen Berliner faszinierende, waren die einzigartige Radwegausschilderungen, das durchdachte Wabensystem, die große Anzahl von sehenswerten Ausflugszielen und die vielen begeisterten Radfahrern. Keine Altersgruppe hat gefehlt, vom sportlichen Rennradfahrer, über Mountainbiker, Liegeradfahrer, Citybiker, Tandemfahrer, Familienausflügler...

Das Wabennetz ermöglicht verschieden lange Radwege mit einem Start und Endpunkt zu planen. Die Wabe genannten Rundkurse sind jeweils zwischen 10 und 50 Kilometer lang und sind über sechs Teilstrecken jeweils mit einem Nachbarrundkurs verbunden. Die Radwegweiser zeigen an den Kreuzpunkten die Fortführung der Wabe über die Wabenzahl. Loburg OstbevernAuf diese Weise kann der Radtourist eine Wabe oder eine Kombination von Waben befahren. 248 dieser Radrundkurse ermöglichen so eine ordentliche Kombinationsvielfalt in Streckenlänge, Anspruch und Naturgegebenheiten.

Da gibt es ausgedehnte Gebiete, wo die Strecken entlang der Gräfte genannten Wassergräben führen, durch Weide- und Ackerland, welches immer wieder von kleinen Baumgruppen unterbrochen ist. Im Norden z.B. im Tecklenburger Land werden Waden und Oberschenkel weit mehr beansprucht. Hier gilt es teilweise Anstiege mit fast hundert Meter Höhenunterschied auf kurzer Distanz zu bewältigen. Belohnt werden die Streckenabschnitte mit kulturhistorisch wertvollen Sehenswürdigkeiten. Wasserschlösser, Burgen, Klöster und Wassermühlen, Parks und Museen bilden eine abwechslungsreiche Kulisse und laden ein zum Verweilen. Kulinarische Vielfalt aber auch deftige westfälische Küche zelebrieren die Landgasthöfe, Restaurants und Hotels am Wegesrand. Als Tipp sei hier der Platz an der Königstraße in Telgte, mit seinen einladenden Cafe's und Restaurants genannt. Das „Alte Wirtshaus Kaltefleiter“ von Gimbte lädt ein zu westfälischer Hochzeitssuppe, leckeren Tötjes und selbstgestopften westfälischen Bratwürsten. Wer seinen lukullischen Genuss in historischem Ambiente verleben will, der sollte nach Ladbergen zum Gasthaus „Alte Post“ , wo am offenen Feuer, an einem Ort gespeist werden kann, der am Ende des dreißigjährigen Krieges zu den ersten Verhandlungsorten zum Westfälischen Frieden gezählt haben soll. Hier trafen sich auf halber Strecke zwischen Osnabrück und Münster die Emissäre zu den ersten Gesprächen. Und da dieses Münsterland noch mehr zu bieten hat an geschichtsrelevanten Themen, haben die Routenplaner natürlich entsprechende Radtouren designt.

Logisch, das es eine „Friedensroute“ (170 Km )gibt. Wer eher der römischen Geschichte zugetan ist, den sollte die 315 Kilometer lange „Römerroute“ zwischen Xanten und Detmold interessieren. Die „100-Schlösser-Route “ mit ihren vier, jeweils um die 300 Kilometer langen Schleifen begeistert die Freunde der Wasserschlösser, Burgen und Parks. Auch für Blumenfreunde gibt es ein Angebot. Die Route mit dem längsten Namen: „LandesGartenSchau Route“ (140 Kilometer). Besonders beliebt ist der 375 Kilometer lange EmsRadweg, der mit einem langen Teilstück das Münsterland durchquert. Auswahl genug, es wären hier noch viele interessante Wegstrecken zu empfehlen. Münsterland Touristik bietet den Radsportbegeisterten viele Angebote, von Schnupperrouten bis zu großen Mehrtagestouren.

Bleibt noch etwas zu sagen zur Qualität des Radweguntergrundes und der Beschilderung. Der Großteil der Wege befindet sich weit abseits der großen Landstraßen, geht über gut befestigte Feld- und Waldwege und ruhige Dorfstraßen. Der Untergrund ist selten durchgängig asphaltiert oder betoniert aber fest. Nur selten haben wir auf unseren Fahrten Abschnitte mit gröberem Belag wie Kies oder Schotter vorgefunden. Das System der Wegweiser ist ausgeklügelt. An allen Kreuzpunkten fanden wir informative Hauptwegweiser, mit Fern- und Nahzielen und ihren Entfernungen. Unter diesen die Wabenzahl sowie Symbole der Themenrouten in diesem Abschnitt. Wegweiser MünsterlandIn Kurzer Folge, und aus beiden Fahrtrichtungen bestens sichtbar sind kleine Pfeile angebracht, um nicht von der Strecke abzukommen. Ein kleines Detail an den Wegweisern im Münsterland macht den Unterschied zu allen anderen in Deutschland. An jeder Befestigungsstange befindet sich ein spezieller Aufkleber, mit einer spezifischen Identifizierungsnummer des Wegweisers und einer Hotline-Telefonnumer versehen ist. Sind Wegweiser beschädigt, zerkratz, beschiert oder gar weg, können so die Radfahrer schnell eine konkrete Information liefern, die dann umgehend bearbeitet wird. Dieses Gesamtangebot an durchdachten und gut beschilderten Wegen, die kulturelle Vielfalt und gastronomische Abwechslung in einer reizvollen Landschaft, macht das Radfahren im Münsterland zu einem besonderen Erlebniss!

Lassen wir uns überraschen, wie es den ADFC-Experten gefällt, im Münsterland zu radeln. Am Wochenende erfahren wir das Ergebnis der Bewertung der „100-Schlösser-Route“ mit großem Interesse.
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