Über #followamuseum , QR-Codes und Ranglisten twitternder Museen |
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In Memoriam #followamuseum Vor zwei Jahren kam von England die Initiative zu einem Twitter-Event, der wirklich mobilisierte: #followamuseum eilte durch die twitternde Museumslandschaft! Die Sumo Design Ltd . in London war darauf gekommen, die für die Realisierung einiger Webauftritte von Museen in London verantwortlich zeichnet. Irgendjemanden hatte gewurmt, dass Bill Gates innerhalb weniger Tage 1000de Follower gewonnen hatte. Konnte Twitter nicht auch Gutes und speziell für Museen erreichen. Die Idee von #followamuseum war geboren und weltweit trugen sich Museen die Follower suchten auf der, für diesen Event geschaffenen Seite ein...In Deutschland gab es zu diesem Zeitpunkt knapp 50 sehr unterschiedlich aktive Museen. Ein Teil von ihnen brachte sich ein und profitierte mit etwas wachsenden Followerzahlen...Ein Jahr später ging von London in dieser Sache keine Initiative mehr aus. Das Netzwerk der twitternden Museen in Deutschland und seine Unterstützer nahmen die Sache selbst in die Hand und hatten einen Erfolgszuwachs zu verzeichnen. Innerhalb eines Tages, so konstatierte Visitatio am Folgetag , hatten die 102 twitternden deutschen Museen 464 neue Follower gewonnen. Dies war das Vierfache vom täglichen Durchschnittswachstum der 65 aktiven Museen im Jahr 2011 - also auch nach einem Jahr ein wirklicher Erfolg. Es hatte Initialcharakter, führte zu Diskussionen und neuen anregenden Kontakten. Das Verkehrsmuseum Dresden @Verkehrsmuseum beispielsweise hatte am 1. 2. 2011 gerade 15 Tage Twittererfahrung gewann 19 Follower und hatte somit 76. Diana Runge, die den Account des Museums betreut war danach so motiviert, dass heute das Verkehrsmuseum im guten Mittelfeld des monatlichen Rankings liegt - 407 Interessierte folgen heute dem Museum... In der vergangenen Woche fragte ich nun die Community via Twitter, ob wir den #followamuseum auch an diesem 1. Februar feiern wollen...die Antworten war karg sehr karg : Eine Stimme dafür - Eine Stimme dagegen... Facebook-Diskussion über Sinn und Unsinn des Twitterns für MuseenHeute nun, es hat wahrscheinlich nichts mit dem Jahrestag von #followamuseum zu tun kam in der Facebook-Gruppe "Museum Web2.0er" eine Diskussion über den Sinn oder Unsinn des Twitterns für Museen auf die Tagesordnung... Es war eine ambitionierte Diskussion - Pro und Kontra: Für @museumsheld Sebastian Hartmann ist und bleibt Twitter ein Werkzeug zur "Echtzeit-Berichterstattun @axel_vogelsang Dr. Axel Vogelsang - Autor des Bandes "Social Media für Museen" antwortet: "Alles steht und fällt doch mit der Durchdringung und Nutzung und die ist extrem dünn im mitteleuropäischen Raum. Nochmals meine Hypothese: solange die Leute Twitter nicht als Tool für die Direkt-Kommunikation mit Freunden entdecken, wird das nicht richtig funktionieren." Sebastian Hartmann antwortet: "es auch um spezialisierte Netzwerke und nicht unbedingt um die "breite Masse". Die bewegt sich natürlich nicht bei Twitter. Aber Viele wichtige Verteiler von Informationen. Und wenn man dort mit guten Ideen agiert und so sein Netzwerk als Museum aufbaut, profitiert das Museum auch davon!" @kulturmanager Christian-Henner-Fehr ergänzt: "Twitter ersetzt nicht die Kanäle, über die Du ein Massenpublikum erreichst, was FB übrigens auch nicht tut. Aber es eignet sich, um special interest groups anzusprechen und ist hilfreich in der direkten Kommunikation." Bleiben die Museen mit ihren Unterstützern unter sich?Das merkwürdige an dieser Diskussion war: die Museen selbst kamen nicht zu Wort. Es war irgendwie die special interest group die sich zu Wort meldete und zu dieser gehört dann sicher auch Visitatio... Wenn Axel Vogelsang feststellt, dass die große Masse nicht erreicht wird, dann lässt sich dies mit den Ergebnissen des zweijährigen Rankings nur unterstreichen. Die aktiven twitternden Museen hatte im Januar 98571 Follower. Das ist ein Zuwachs von etwas mehr als 33000 gegenüber dem Vorjahr...aber was ist dies im Vergleich zu der Gesamtzielgruppe der Museumsbesucher in Deutschland (allerdings woher bekomme ich diese Zahl?) Nun ist es ja auch glücklicher Weise falsch diese in Betracht zu ziehen, denn nur die potentiellen Besucherzahlen der betrachteten Museen wären interessant (allerdings ist es auch hier schwer verlässliche Werte zu erhalten!?) Als Beispiel nehmen wir hier vielleicht das @MB_Museum Mercedes Benz Museum Stuttgart. Das Museum hatte im vergangenen Jahr zirka 700.000 Besucher. Anfang des Jahres hatte es 7661 Follower. Ein Jahr später waren es mit 11558 insgesamt 3897 Follower auf Twitter mehr - ein Tageszuwachs von 10,68. Würden die neuen Follower ausschließlich aus der Besucherschar rekrutiert, wären die 3897 Neulinge gerade 0,56 Prozent. Aber das ist alles eine Milchmädchenrechnung, es ist weder wichtig, ob aus neuen Followern direkt Besucher des Museums werden oder aus Besuchern des Museums Follower. Wichtig ist die Präsenz des Museums auch in diesem Kommunikationskanal. Wichtig ist auch, dass das Mercedes Benz Museum natürlich ebenso in Facebook aktiv ist und hier übrigens aktuell 27946 Fans hat. Gehen wir davon aus, das die aktuellen Nutzerzahlen von Facebook deutlich über denen von Twitter stehen sind die Twitteranteile beim Mercedes-Benz-Museum im Verhältnis zu Facebook beachtlich. Bleibt immer die Frage ob die Zielgruppe von Twitter oder Facebook den jeweiligen Zielgruppen der Museen entsprechender sind. Dies sollte jedes Museum für sich herausfinden. Immer noch ist davon auszugehen, das Twitteruser etwas älter, gebildeter und wohlhabender als die Facebookuser sind. Entscheider und Meinungsmultiplikatoren sind häufiger im Netzwerk von Twitter als bei Fcebook zu finden. So erhält die Twitter beim Netzwerken eine wesentliche Position... Was macht Museen mit Twitter erfolgreich?Betrachten wir das Ranking können wir eine interessante Feststellung machen. Bekannte Marken finden mit weniger Aufwand Follower. Unbekanntere Museen können mit fleißiger Arbeit eine größere Bekanntheit erreichen. So behauptet sich das ländlich gelegene @alamannenmuseum Ellwangen nun seit Jahren mit monatlich im Durchschnitt 200 Tweets im Spitzenfeld. Große Kunstmuseen in Frankfurt z.B. können da mit weniger Energie allein aus ihrem Namen schöpfen... Die Energieleistung beim @alamannenmuseum erbringt der Museumsdirektor Andreas Gut persönlich. Er ist auf verschiedenen Social Media Kanälen präsent und machte "sein" Haus so überregional bekannt. Ein anderer Museumschef , Thomas Kohler, leitete fünf Jahre das bis dahin auch überregional eher unbekannte Müritzeum in Waren. Ende 2011 verliess er das Museum (wie Visitatio erfuhr nutzt Thomas Kohler ab 1. Februar 2012 seine Erfahrungen als Social-Media-Spezialist bei der Webagentur www.click-solutions.de Wismar) , seit dem schweigt @Mueritzeum und wird unter neuer Leitung sicher im März aus dem Museumsranking verschwinden - von Platz 2! Wenn wir noch das Beispiel des Museumsdorf Kürnbach nennen wollen, bleibt auch hier nur zu konstatieren, dass mit dem Weggang von Anna Strübel, die als Mitarbeiterin den Account betreute, dieser sogar gänzlich aus dem Web verschwand. Die Museumsleitung sperrte ihn kurzerhand. Kontinuität und die Wahl der twitternden Mitarbeiter hinter der Twitter-Visitenkarte des jemweiligen Museums sind wichtige Fragen. Mal sind es die Archivare oder Museumspädagogen die den Twitterkanal befüllen oder es sind wissenschaftliche Mitarbeiter, Leute vom Marketing, manchmal Praktikanten (mit deren Weggang der Account zwangsläufig einschläft!) selten Pressestellen-Mitarbeiter oder gar Museumsdirektoren. Oft wird zu wenig Zeit beklagt und ebenfalls recht häufig sind Kompetenzbeschneidungen geäußert. In vielen Fällen werden die Erfolge beim Twittern mit BWL-Augen gemessen, andererseits wird vorgegeben, dass erst ein Grundsatzdokument für das Arbeiten mit Twitter erstellt werden muss...manche Häuser arbeiten daran seit über zwei Jahren...aus meiner Sicht ist das sicher gut gedacht, aber im Zusammenhang mit neuen Kommunikationskanälen wie Twitter und Facebook unangebracht. Twitter ist spontan, flexibel, kreativ, originell, dialogbereit und jederzeit sichtbar! Mit preußischer BAT-Kultur wird Twitter nicht erfolgreich betrieben werden! Neben Defiziten bei den technischen Erkenntnissen über den Umgang mit Twitter und Twitter supportenden Eingabewerkzeugen fehlt es häufig auch an twitterspezifischen stilistischen Kenntnisse. Die Funktionen von Erwähnungen (@) Retweets und Hashtags (#) bleibt unerkannt...wenn Schnittstellen zwischen Facebook und Twitter genutzt werden, werden automatisiert nach weniger als 140 Zeichen oft nach bis dahin unverständlichem Text die wichtigen Informationen abgeschnitten...
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Vor zwei Jahren kam von England die Initiative zu einem Twitter-Event, der wirklich mobilisierte: 


vielen Dank für Ihre Einschätzung, die wie immer einige gute Tipps enthält. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Twitter auf jeden Fall ein neues Publikum erschließt und wir v.a. mit englischsprachigen Meldungen sehr häufig retweeted werden.
Herzlichen Gruß
Martin Otto-Hörbrand
Linden-Museum Stuttgart, Pressesprecher