ITB - 2010 beendet - Eine Nachbetrachtung |
|
Seite 4 von 6
Ohne Jahrestage aber mit Landesgartenschau - Sachsen-Anhalt
Es sind immer wieder die Jahrestage die den Präsentationen der Bundesländer ihren besonderen Akzent geben. Sachsen-Anhalt, am anderen Ende der Halle 11.2 feiert recht ausgiebig und anhaltend seinen Luther. Er begegent uns als lebhafter Prediger im gewohnten Gewand und als rotglänzende Lederstatue. Als Sandsteinduplikat lächelt gewinnend die schöne Uta aus dem Naumburger Dom auf uns hinab. Sie schlägt den Bogen zur Romanik, dem architektonischen Bindeglied des Bundeslandes. Fehlt noch, und auch sie ist präsent, die Himmelsscheibe von Nebra, die in den letzten Jahren zusätzlichen Glanz in die Tourismuslandschaft Sachsen-Anhalt brachte. Die Besonderheit der Sachsen-Anhaltiner ist, dass sie in diesem Jahr kein wirkliches Jubiläum aufzuweisen haben. Luther jährt erst 2017 richtig, die Uta liefert erst 2046 ein Todesjahr, da kommt das Kloster Jerichow gerade recht, welches ernsthaft mit einem Flyer auf den 865 Jahrestag seiner Backsteingründung aufmerksam macht. Für den Moment hätte man scheinbar nichts herausragendes zu bieten, gäbe es nicht die älteste der sachsen-anhaltinschen Städte Aschersleben, die in diesem Jahr zu Landesgartenschau eingeladen hat. Mein Heimatstädtchen soll sich ziemlich aufgebürstet haben, der einstige Platz der Jugend, der seit einigen Jahren wieder Herrenbreite heißt gestaltet sich zu einem blühenden und grünenden Eingangsportal direkt am Bahnhof der Stadt. Die Promenaden an der fast originalerhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer sind ebenso in das Konzept "Natur findet Stadt" eingebunden wie der Stadtpark, der Bestehornpark, die Eine (so heißt das Flüsschender Stadt) - Terassen und das Burggelände. Jeder Gartenfreund wird hier ab 24. April seine Parzelle finden wie diese kleine Auswahl zeigt: Stauden- und Prachtpromenade, Themengärten, Sensorisches Labyrinth, Kunstkammer, Rosarium, Chill-Out-Garten und Feld der Ruhe (?) ...
Keine Ausruhplatz auf der ITB
Mir bleibt keine Ruhepause, zumal es dem Wanderer durch die ITB sowiewo schwer fällt schöne Ruheplätze zu finden. Die großen Sitzareale in den Ausstellungspavillons sind den Fachbesuchern mit Terminen vorbehalten, die Restaurants sind eigentlich immer bis zum letzten Platz besetzt, die schwarzen Drahtgitterstühle sind zumindest nicht mehr geworden auf dem Gelände, so blieben die Treppenstufen als kurzweilig unbequeme Sitzgelegenheit zum Ausruhen der müden Knochen. Also nicht groß darüber nachdenken, einfach über den Schmerz hinaus weiterlaufen. Zurück in die Halle 10.2 wo ein wirrer Mix aus Museen, Belgien, Flandern, Türkei, Niederlande, zwei, drei Reiseverlagen keineswegs meine Aufmerksamkeit erweckt. Hier mussten offenbar irgendwie die Flächen zugeramscht werden.
|