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Seite 1 von 2 Auch in diesem Jahr (2010) laden hunderte Wind- und Wassermühlen in allen Bundesländern zum Mühlentag ein. Das 17. Mal stehen die Türen der historischen technischen Denkmale, die zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland zählen, für Besucher offen, die Technik zu bestaunen, zu erleben wie aus dem Korn das Mehl und aus dem Raps das Öl wird, zu schmecken das frisch gebackene Brot und den leckeren Kuchen.
Die Auftaktveranstaltung findet in diesem Jahr in der Windmühle "Frisia" im Ostfriesischen Leer-Logabirum statt. Die 1895 errichtete zweistöckige Galerieholländermühle zeigt wie der Wind ihren Jalousieflügeln in Bewegung setzt. Neben dem Mahlen des Korns (zwei Mahlgänge und Pendelgang) sorgte der Windantrieb auch für die Bewegung der Holzgattersäge. Bis 1975 war sie im Betrieb. Heute finden Urlauber auf dem Mühlenhof in Ferienwohnungen oder Herberge ihren Schlafplatz. Am Pfingstmontag 2010 ist für die Besucher ein umfangreiches Programm vorbereitet. Die Mühle und die Säge können besichtigt werden. Es wird gebuttert, Kuche gebacken, gegrillt, auf Ponys kann geritten werden und geräucherter Aal wird verkauft. Allein in Ostfriesland, im Gebiet zwischen den Ostfriesischen Inseln, Emden, Bremen und Oldenburg nehmen über 100 Mühlen am Mühlentag mit unterschiedlichen Aktivitäten teil, von denen der überwiegende Teil Windmühlen sind.
Niedersachsen ist das Land der Mühlen, dies spiegelt sich auch am Mühlentag 2010 wieder, denn ein Viertel aller teilnehmenden Mühlen sind aus Niedersachsen. Viele der Mühlen liegen an der Niedersächsischen Mühlenstraße, die Wind- und Wassermühlen im Nordosten des Bundeslandes, zwischen Elbe im Wendland und Nordsee bei Cuxhaven verbindet. Gerade auf dieser Route ist es möglich mehrere Mühlen an einem Tag zu erleben.
Mühlen der Niedersächsischen Mühlenstraße
Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung
Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM e.V) Initiator und Organisator des alljährlichen Mühlentages ist seit seiner Gründung bemüht, dass technische und kulturelle Erbe des Müllerhandwerks zu bewahren. Mit dem Einzug des Industriellen Zeitalters am Anfang des letzten Jahrhunderts endete die Allgegenwart der Wind- und Wassermühlen. Motorgetriebene Großmühlen eroberten Deutschland bis in den letzten Landstrich und sorgten für den Niedergang der historischen Mühlentechnik. Bis in die 60ger und 70ger Jahre hinein hielten sich zwar einige Müllermeister gegen den Trend der Zeit mit Mut und Tatkraft aber das Mühlensterben schien nicht aufhaltbar. Wären da nicht genau in dieser Zeit Entusiasten und Freunde der alten Technik ans Werk gegangen die alten Schaustücke zu pflegen und zu erhalten. Seit 1994 findet unter der Federführung des DGM e.V. der Mühlentag statt und hat in dieser Zeit die Zahl der teilnehmenden Mühlen fast verdoppelt. Erhard Jahn, der Präsident des DGM e.V. , betrachtet den Mühlentag als ein Dankeschön an die vielen Besucher, "die durch Engagement, durch
Spenden und positive Zuneigung den Erhalt von Kulturgut
erst möglich macht."
Ausgewählte Mühlen in Deutschland
Mühlen in Berlin und Brandenburg
Von den einst 2200 Mühlen in Berlin und Brandenburg sind nur eine überschaubare Anzahl erhalten geblieben. 75 von ihnen sind am Mühlentag am 24. Mai 2010 für Besucher geöffnet. Kaum zu glauben das vor etwa 150 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg Windmühle an Windmühle stand. Heute finden wir noch die Britzer Mühle, drei Mühlen innerhalb der Ausstellungen des Deutschen Technik Musseums und die Bockwindmühle von Marzahn in der deutschen Hauptstadt. Letztere ist vor knapp 20 Jahren wiedererrichtet worden und hat sich zu einem echten Besuchermagnet entwickelt. Kommt man aus Richtung Osten in den Plattenbaubezirk sieht man recht bald die vier Flügel der Mühle auf einem Mühlenberg. Sie ist ein merkwürdiger Kontrast zu den Teils zwanziggeschossigen Bauten im Umfeld. Am Pfingstmontag finden in MarzahnMühlenbesichtigungen statt und es kann frisches Brot erworben werden.
Mühlen in Berlin
Mühlenstadt Woldegk in Mecklenburg-Vorpommern
Einzigartig in der Ostdeutschen Mühlenlandschaft dürften die Mühlen von Woldegk sein. Fünf Windmühlen sind in Woldegk, im Landkreis Mecklenburg-Strelitz mehr oder weniger gut erhalten geblieben. An dreien dehen sich noch die Flügel. Der Hauptanziehungspunkt am Pfingstmontag dürfte die Museumsmühle (Buddesche Mühle 1883 - 1953 in Betrieb) sein. Hier ist neben der Dauerausstellung mit einer Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung und Mühlenmodellen, ein Gandwerks- und Gewerbemarkt aufgebaut, der von 11.00 - 18.00 Uhr geöffnet ist. Die Fenster der Mühle präsentieren je den Blick auf eine der anderen Mühlen, die mit Flügeln erhaltenen Ehlertsche - und Seemühle und die Gotteskampmühle und die Turmwindmühle von 1859, die heute als Mühlencafe' einlädt.
Die Windmühlen von Woldegk
Windmühlen an der Spreequelle in Sachsen
Nicht fünf aber immerhin vier Mühlen an einem Ort gibt es auch in Sachsen. Unweit der Spreequelle am Kottmar in der Nähe des Zittauer Gebirges stehen auf dem langgezogenen nördlichen Bergrücken der Gemeinde Oderwitz (Kreis Görlitz) drei Windmühlen. Im Tal steht als Vierte die ehemalige Wassermühle , die Berthold Mühle. Allesamt öffnen sie am Mühlentag ihre Türen für Besucher. In der Berthold-Mühle gibts dazu ein Mühlenfest mit Handwerkervorführungen. An der Birkmühle (Bockwindmühle mit 3 Walzgängen) ist wieder ein Handwerkermarkt aufgebaut. Insgesamt nehmen 130 sächsische Mühlen am Mühlentag teil.
Die Mühlen in Oderwitz
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