Was vereint Johann-Sebastian Bach, Georg-Phillipp Telemann, Albert Lorzing, Gustav Mahler, Edvard Grieg, Robert Schumann und Richard Wagner? Die Musik! Ja - und die Stadt in denen sie verschiedene Zeiträume lebten und wirkten - Leipzig. Unter der großen Zahl an Sehenswürdigkeiten, mit denen die Messestadt aufwarten kann sind einige Gebäude und Museen die mit dem Schaffen der Künstler verbunden sind - zusammengefasst in der Notenspur Leipzig.
Die Leipziger Tourismus und Marketing GmbH erklärte jetzt, dass bis 2011 die Leipziger Notenroute, ein 5 km langer Stadtspaziergang, der Leipziger Notenbogen (5km Fussweg) und das 36 Kilometer lange Notenrad (wie aus dem Namen erkennbar eine Radroute) ausgeschildert werden sollen.Initiatoren des Wegeleit- und auch des einzigartigen Musikerlebnisleitsystems ist der Notenspur-Förderverein. Zu den Mitgliedern des Vereins zählen das weltberühmte Gewandhaus, die Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelsohn Bartholdy" sowie die Leipzig Tourismus Marketing GmbH. Die Bemühungen des Vereins unterstütz nun auch die Stadt Leipzig und hat beschlossen, sich mit den Wirkungsstätten, Musikaufführungsorten und Musikmuseen - und ausstellungen für die Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe zu bewerben.
Stationen der Notenspur Leipzig
Insgesamt erreicht der Wanderer auf der Notenspur in Leipzig 23 Stationen. Start- und Zielpunkt der musikalischen Stadtwanderung ist der Augustusplatz mit Gewandhaus, Oper und MDR-Kubus. Die drei Aufführungsorte bilden sozusagen die Brücke vom Stück zum Hörer. Hier werden jährlich tausende Zuhörer und Zuschauer Zeugen beeindruckender Aufführungen der Werke von Bach, Telemann, Wagner und Schumann. Im MDR-Kubus einem Neubau werden ihre Stücke für den Rundfunk produziert.
Nur wenige Minuten entfernt sind Musikerlebnistouristen eingeladen die umfangreichsten Musikinstrumentensammlungen Deutschlands im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig am Johannisplatz zu besuchen. Zu der Sammlung, welche die zweitgrößte Europas ist, zählen u.a. einzigartige Instrumente aus dem 16. Jahrhundertund speziell zeitgenössige Instrumente aus der Zeit von Johann Sebstian Bach.
Auf der Notenspur Leipzig zu den Wirkungsstätten von Schumann, Grieg und Mendelsohn
Im Umkreis von wenigen hundert Metern um den Johannisplatz lebten und arbeiteten Robert Schumann (1810 - 1856), Felix Mendelsohn Bartholdy (1809 - 1847) und Edvard Grieg (1843 - 1907) In Leipzig lernte Robert Schumann seine große Liebe Clara, die Tochter des Musikers Friedrich Wieck kennen und heiratete sie. Von 1840 bis 1844 lebte das Paar in der Inselstraße 18 - im heutigen Schumannhaus , in dem sich heute ein Konzertsaal und eine Gedenkstätte befindet.
Mendelsohn-Bartholdy war es, der Schumann an das Leipziger Konservatorium holte. Der in Hamburg geborene lebte von 1835 bis 1841 in Leipzig. Regelmäßig wurden seine Werke im Gewandhaus aufgeführt und gefeiert. Nach einem "Zwischenspiel" in Berlin kehrte der Komponist im September 1845 nach Leipzig zurück, wo ihm bis zu seinem frühen Tod 1847 nur wenig Zeit, welche aber musikalisch um so intensiver war, blieb. Sein Sterbehaus befindet sich in der Goldschmidtstraße und ist heute ein Museum zu seinen Ehren.
Leipzig die Stadt des Buches war für viele Schriftsteller und Komponisten auch deshalb ein Magnet, weil hier die bedeutenden Buch- und Musikverlage ihrer Zeit waren. In der östlichen Vorstadt um den Johannisplatz hatten auch die weit über die Landesgrenze hinaus bekannten Musikverlage Breitkopf& Härtel, Friedrich Hofmeister, C.F. Peters ihre Domizile.
Im Gebäude des Musikverlages C.F. Peters weilte der norwegische Komponist Edvard Grieg während seiner Aufenthalte in der Musik- und Verlagsstadt Leipzig. In dem historischen Gebäude in der Talstraße 10, in der Grieg seine Peer-Gynt-Suite niederschrieb, ist heute eine ein Grieg-Gedenkstätte untergebracht.
Notenspur Leipzig würdigt Leipziger Richard Wagner
Unweit des Schumann-Hauses, am Täubchenweg befindet sich der alte Johannisfriedhof . Hier sind die Mutter und die Schwester des in Leipzig geborenen Richard Wagner (1813 -1883) bestattet.
Auch sein Lehrer, der Thomaskantor Christian Weinling fand auf diesem Friedhof in Leipzigs Ostvorstadt seine letzte Ruhestätte. Im Zentrum der Messestadt war Richard Wagner geboren worden. Sein Geburtshaus war der "Gasthof Roter und Weißer Löwe " in der quirligen Geschäftsstraße Brühl. An dieses Haus erinnert heute nur noch eine Gedenktafel. Bereits nach einem Jahr verließ Wagners Mutter mit dem kleinen Richard Leipzig. Seine Kindheit verbrachte er u.a. in Eisleben und Dresden bevor er mit 14 Jahren wieder in seine Geburtsstadt zurückkehrte. An diese Zeit erinnert u.a. die historische Nikolaischule, in der Richard Wagner von 1827 bis 1830 die Schulbrank drückte. Das Gebäude steht direkt neben der Nikolaikirche die neben der Thomaskirche mit einem weiteren berühmten Musiker der Stadt Leipzig eng verbunden ist.
Johann Sebastian Bach und die Barockmusikepoche auf der Notenspur Leipzig
Die Nikolaikirche war die zweite Kirche Leipzigs in der Johann-Sebastian Bach ( 1685 - 1750 ) wirkte. 1723 wurde er Thomaskantor. Bis zu seinem Tod in Leipzig am 28. Juli 1750 verfasste er hier u.a. seine berühmten Passionen ( Johannespassion und Matthäuspassion ) und wurde von der Stadt zum Leiter des Collegium musicum berufen. Mit der Nikolai- und der Thomaskirche und dem Bachmuseum / -archiv besitzt die Notenspur Leipzig drei Stationen, die an das Wirken des großen deutschen Kirchenmusiker und Komponisten der Barockzeit erinnern.
Stationen der Notenspur auf der Karte
Webseite des Fördervereins Notenroute Leipzig
Lebensstationen von Johann-Sebastian Bach
|
Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten, den berühmten Musikern die Referenz zu erweisen:
Durch die "Leipziger Notenspur" werden die wichtigsten Wohn- und Schaffensstätten berühmter Leipziger Komponisten erfasst und durch eine visuell hervorgehobene Markierung in der Innenstadt miteinander verbunden. Sie ist 5,1 km lang und kann zu Fuß erkundet werden.
Der "Leipziger Notenbogen" ist ein ergänzender "musikalischer" Spaziergang (Länge 5,0 km) und führt durch die Gründerzeitviertel und Parkanlagen westlich der Innenstadt.
Das "Leipziger Notenrad" ist eine 36,6 km lange "musikalische" Radtour, die zentrumsferne musikgeschichtlich interessante Orte miteinander verbindet und durch ausgedehnte Grünbereiche, entlang von Wasserläufen und durch die Vorstädte Leipzigs führt.