
Warum es nun dazu kam, dass die ersten Modelle aus Deutschland gerade die romanischen Burgen und Kirchen in Sachsen-Anhalt sind, ist leicht erklärt. Von ihnen geht eine faszinierende Anziehungskraft aus. Fährt man von Berlin aus in Richtung Westen, nach Hannover durchquert der Autofahrer via A2 und bewegt er sich Richtung Leipzig, Nürnberg, München, kreuzt er Mobilist auf der A9 das Bundesland Sachsen-Anhalt. In beiden Fällen streift er die steinernen Zeugen 1000jähriger Deutscher Geschichte in einigen Fällen nur mit zehn bis zwanzig Kilometern. Die
Kirchenruine Loburg , die beiden
romanischen Kirchen von Burg , der
Dom von Magdeburg mit dem Grab des ersten Deutschen Kaisers - Otto I. - oder die Ruine der
Stiftskirche Walbeck links und rechts der A2 gelegen ziehen die Besucher ebenso an, wie der
Naumburger Dom mit seiner berühmten Uta, der Dom von Merseburg oder die, auf einem Felsen über der Saale trohnende
Burg Giebichenstein in Halle . Als Ganzen vereint durch den Baustil der Romanik und ihre Entstehungszeit, verfügt jedes der 80 Bauwerke der Straße der Romanik wiederum über Einzigartiges. Sind die Kirchen der Altmark aus Backstein, zeigen die Bauten der Südroute sich eher mit einer natursteinernen Fassade. Wenige der Gebäude sind geradezu makelos romanisch. Andere wieder sind es nur in ihrem ursprünglichsten Kern, und wurden im verlauf der Jahrhunderte erweitert und modifiziert. Eins haben alle gleich, in ihrer Nähe spürt und atmet man den Hauch der Geschichte, wird verführt in längst vergangene Zeiten und ist entzückt von dem Wiederspiel zwischen Bauwerk und Natur. Letzteres erfährt der Reiselustige besonders, wenn er die sanften Kurven des Selketales auf dem Rad durchfährt und plötzlich auf dem Kamm der südlichen Talseite die Burg Falkenstein auftaucht. Dem Autofahrer fällt es schwer seine Augen dem Verkehr auf der Landstraße zuzuwenden, wenn an der Saale, südlich von Bad Kösen die Rudelsburg und die Burg Saaleck auf den Talhängen auftauchen.
Nun war es nicht nur die romantische Faszination, die uns anregte die Bauten in 3D zu gießen. Ein praktikabler Grund war auch die Nähe von Berlin aus, zu diesen Kunstdenkmalen, denn diesmal gab es nicht den Luxus herumreisender Fototeams. Die Bildrecherche war hier unsere eigene Arbeit und der Aufwand für eine dearartige Dokumentation ist nicht gering. Pro Bau wurden zwischen zwanzig und fünfzig Aufnahmen gemacht, wobei es teilweise recht kompliziert ist, möglichst verzerrungsfreie und wenig verstellte Motive einzufangen. Das ganze zu Beschleunigen half uns eine befreundete Luftbildagentur.