Humboldts Spuren in der Hauptstadt |
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| Geschrieben von Anja Wellenreich | |||||||
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Der Werdersche Markt - kurzer Zwischenhalt in einem Naturforscherdasein
In Gedanken bahnte sich der Spaziergänger einen Weg durch
Alexanders Kindheitsjahre und schritt derweil weiter auf der
Jägerstraße entlang, den Gendarmenmarkt im Rücken.
Der lebensbejahende Vater der beiden Humboldt-Brüder war
verstorben als der kleine Alexander gerade 10, Wilhelm 12 Jahre alt
war und so hatte die Mutter, eine kalte Frau von kalvinistischer
Sittenstrenge und der von ihr bevorzugte Hauslehrer Kunth
entscheidenden Einfluss auf die Erziehung der Jungen gewonnen. Das
Familiengut Tegel, zwei Wegstunden vor der Stadt, war für die
Brüder bald zum “Schloss Langeweil” geworden. Beide
studierten ehrgeizig auf verschiedenen Universitäten in ganz
Deutschland, Alexander wurde nach einem exzellenten Abschluss
Bergwerksassessor in Freiberg und ... und mit einem Male im Jahr 1796
reich und frei.
Seine Mutter war gestorben und hatte Alexander einen Erbanteil von 90.000 Talern, rund 1.4 Millionen Euro, hinterlassen. Sofort quittierte er seinen Dienst. Für ihn stand fest, dass “jeder Mann die Pflicht” habe, “in seinem Leben den Platz zu suchen, von dem aus er seiner Generation am besten dienen kann.” Es zog ihn in die Welt und verschlug ihn schließlich auf den Südamerikanischen Kontinent, den er mit seinem französischen Begleiter Bonpland zwischen 1799 und 1804 durchforstete, vermaß und erkundete. In seine Heimatstadt führte ihn sein Lebensweg nach dieser Expedition, die ihm Weltruhm gebracht hatte, nur flüchtig zurück.1807 verlegte er seinen festen Wohnsitz nach Paris. Dort wertete er seine Forschungsergebnisse aus und veröffentlichte sie in 30 ansehnlichen Bildbänden. Dass er, wie schon die gesamte Reise, nun auch sämtliche Publikations- und Druckkosten als Privatmann aus der eigenen Tasche finanzierte war beispiellos und es versteht sich von selbst, dass auch das größte Erbe, auf diese Weise beansprucht, irgendwann verbraucht sein musste. 1827 war es so weit. So gut wie Mittellos kehrte Humboldt zurück in die preußische Landeshauptstadt. Doch nicht
lang, so trieb ihn sein Forschungseifer wieder ins Ausland. Diesmal
ins Östliche. Nach Russland. Aber schließlich war er dann
doch wieder hier gelandet. Genau hier! So schloss der Spaziergänger
seine Gedanken, während er die Friedrichswerdersche Kirche
betrachtete, vor der er nunmehr anhielt, nachdem er von der Jäger-,
nach links in die Oberwallstraße und nach wenigen Schritten
nach rechts auf den Werderschen Markt gebogen war. Nur 5 Minuten
hatte es ihn gekostet mit seinem Helden 70 Lebensjahre und 4
Kontinente zu durchschreiten und er war keineswegs ermüdet.
Genauso wenig wie Alexander von Humboldt es gewesen war, als er im
Mai 1841 seine Wohnung in der Werderschen Rosenstraße 3 bezog,
nur wenige Meter vom Markt entfernt, an dem Schinkel zwischen 1824
und 1830 jene Backsteinkirche erbaut hatte, die nun vor den Augen des
Spaziergängers aufragte. Lange war er auch hier nicht geblieben.
Die Stadtgegend war ihm zu geräuschvoll gewesen. So hatte auch
unser Spaziergänger keinen Grund lange zu verweilen.
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Doch nicht
lang, so trieb ihn sein Forschungseifer wieder ins Ausland. Diesmal
ins Östliche. Nach Russland. Aber schließlich war er dann
doch wieder hier gelandet. Genau hier! So schloss der Spaziergänger
seine Gedanken, während er die Friedrichswerdersche Kirche
betrachtete, vor der er nunmehr anhielt, nachdem er von der Jäger-,
nach links in die Oberwallstraße und nach wenigen Schritten
nach rechts auf den Werderschen Markt gebogen war. Nur 5 Minuten
hatte es ihn gekostet mit seinem Helden 70 Lebensjahre und 4
Kontinente zu durchschreiten und er war keineswegs ermüdet.
Genauso wenig wie Alexander von Humboldt es gewesen war, als er im
Mai 1841 seine Wohnung in der Werderschen Rosenstraße 3 bezog,
nur wenige Meter vom Markt entfernt, an dem Schinkel zwischen 1824
und 1830 jene Backsteinkirche erbaut hatte, die nun vor den Augen des
Spaziergängers aufragte. Lange war er auch hier nicht geblieben.
Die Stadtgegend war ihm zu geräuschvoll gewesen. So hatte auch
unser Spaziergänger keinen Grund lange zu verweilen.
