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Geschrieben von Anja Wellenreich
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Zwischen
Gartenreich und Bibliothek
“ Blumen!”,
schlug der Famulus kleinlaut vor und hatte gerade noch Zeit nach
rechts zu springen, bevor ihm eine Gesamtausgabe römischer
Klassiker um die Ohren flog. “Wagen Sie es auf Pralinen zu kommen
und ich werde nicht zögern Ihrem Schädel meine 1930er
Buddenbrookausgabe zu opfern.” “Danke nein, die hat mir schon
genug Kopfzerbrechen bereitet.” “Also?” “Ich habe einen
Plan.” “Mächtig gewaltig! Na dann raus mit der Sprache.”
“Cicero!” “Wie bitte?” “Si hortum in bibliotheca habes,
deerit nihil. Mit einer Bibliothek und einem Garten ist ihr
Lebensglück vollkommen.” “Eben nicht! Mir fehlt immer noch
mein Hochzeitsgeschenk.” “Herr Professor,” Wegner setzte sich
auf die Schreibtischkante seinem Chef gegenüber, “Sie kennen
doch das Dorf Marzahn, das mit der Bockwindmühle.” Faust
schaute ihn verzweifelt an. “Soll ich meine Frau beeindrucken, in
dem ich wie Don Quijote für seine Dulcinea gegen Windmühlen
kämpfe?” “Natürlich nicht. Aber kaum einen halben
Kilometer von dort entfernt liegt die ehemalige Gartenschau.”
“Gärten! Sie und Ihre Affinität für Grünanlagen
machen mich noch einmal ganz wahnsinnig. Andererseits, wenn ich mich
an den Ausflug in den Wörlitzer Park seinerzeit erinnere ...”
“Nun lassen Sie mich doch ausreden, Herr Professor. Was ich Ihnen
ans Herz legen will ist ein Besuch der “Gärten der Welt”,
die seit der Jahrtausendwende in der Gartenschau eingerichtet worden
sind. Keine Warteschlangen, versprochen! Obwohl der Eintritt nur drei
Euro kostet und dort können Sie dann den Orientalischen Garten
besuchen, und den Japanischen und den Koreanischen und den
Balinesischen und so fort” “Reden Sie ruhig weiter, Wegner! Ich
beginne zu begreifen ...”
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