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Niedersachsen

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Romanische Kirchen von Hildesheim

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Artikelinhalt
Romanische Kirchen von Hildesheim
St. Godehard Basilika
Dom St. Maria
St. Michaelkirche
Markt, St. Andreas und "Huckup"
Links und Tipps

Dom St. Maria

Zum Dom mit seinem Schatz ist es nur noch ein kurzer Weg. Folgt man der Kreuzstraße in Richtung Westen, gelangt der Besucher sozusagen über die Hintertür auf den Domplatz. Just in diesem Moment öffnet der Himmel seine Schleusen und der erwartete Regen bringt Erfrischung. Der Dom scheint ein guter Zufluchtsort vor dem Platzregen zu sein. Äußerlich eher schlicht und unscheinbar, im Vergleich mit der St. Godehard- oder St. Michael-Kirche birgt er in seinem Inneren Schätze die ihn mit Recht in das Verzeichnis des UNESCO-Weltkulturerbes führten. Wegen Ausmaß, Gewicht, Fertigung und Kunstfertigkeit ein außergewöhnlicher Kunstschatz ist die Bernwardstür. Im Jahr 2015 wird es tausend Jahre her sein, dass dieses zweiflügelige Bronzetor gegossen wurde. Von einer Tür kann wahrlich keine Rede sein mit einer Höhe von 4,72 Metern und den Flügelbreiten 1,14 Meter und 1,25 Meter. Die Filigranheit der figürlichen Darstellung erscheint dem Betrachter unglaublich, vor dem Hintergrund des Alters der Tür und den damals gegebenen technischen Möglichkeiten. In einem Arbeitsgang wurden die Flügel gegossen, in eine Form aus Wachs und Talg. Ein Fehler, und monatelange Arbeit einer Schar von Künstlern wäre dahin gewesen und damit auch die einzigartige Kunstfertigkeit der Reliefs. Diese zeigen dem Besucher des Doms, der über die Westvorhalle das Kirchenhaus betrat, Dom St. Maria Hildesheimunter anderem die Erweckung Adams, den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies oder Maria Verkündigung, Kreuzigung Christi und Christi Himmelfahrt. Nach Bernwards Tod wurde in Latein seiner Person und seinem künstlerisch stiftenden Werk gedacht. Seine Person ist auch unmittelbar verbunden mit einer Reihe von außergewöhnlichen Prunkstücken aus der Domschatzkammer Hildesheim, ob als Stifter oder zu seiner Würdigung. Exemplarisch sind dafür das Bernwardkreuz und die silbernen Bernwardleuchter zu nennen, der Aufzählung müssten viele Werke folgen. Die kopflose, große goldene Madonna und der Schrein des Heiligen Godehard stehen für herausragende kirchliche Kunstwerke der ottonischen Zeit.

Gebannt und fasziniert vom Glanz der goldenen und silbernen Kreuze, Schreine und Monstranzen geht es noch auf den Domfriedhof, der Regen hatte sich inzwischen verzogen. Mein Interesse zog eine Pflanze auf sich, auf deren Blättern noch letzte Wassertropfen funkelten. An der mächtigen Außenwand der Apsis wächst der tausendjährige Rosenstock, der, will man der Sage Glauben schenken, der Grund für den Bau dieses Domes ist. Im Jahr 815 wäre demnach Kaiser Ludwig der Fromme in dieser Gegend auf der Jagd gewesen. Ein weißer Hirsch lockte den reitenden Kaiser immer tiefer in den Wald. Ludwig verlor seine Gefolgschaft und nach endlos scheinender Hatz brach sein Pferd tot zusammen. In seiner Not und Einsamkeit suchte er Zuflucht im Gebet. Sein Brustkreuz befestigte er an einem Strauch. Nach stetem Gebet schlief er erschöpft ein. Als er erwachte, hing das Kreuz an einem blühenden Rosenstrauch und war nicht mehr davon zu trennen. Kurze Zeit später traf an dieser Stelle sein Gefolge ein. Er war gerettet und ließ an der Stelle die Marienkapelle errichten. Nun mag der eine oder andere darüber lächeln, 1130 Jahre später geschah mit diesem Rosenstock etwas wirklich Wundersames. Nach der Bombennacht im März 1945 war auch der Dom zerstört. Der Rosenstock war verkohlt, von Trümmern verschüttet. Die Hildesheimer fanden die kläglichen Überreste der Pflanze und waren nach einigen Wochen erstaunt und froh, als aus der verkohlten Wurzel neue Sprossen trieben...

Die Sehenswürdigkeiten in der Visitatio-Karte: visitatio_logo_button.gif
 Dom St. Maria
 
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