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Niedersachsen

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Romanische Kirchen von Hildesheim

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Artikelinhalt
Romanische Kirchen von Hildesheim
St. Godehard Basilika
Dom St. Maria
St. Michaelkirche
Markt, St. Andreas und "Huckup"
Links und Tipps

Markt, St. Andreas und der "Huckup"

Der Spaziergang durch die Altstadt scheint kein Ende zu nehmen. Neben den großen alten Kirchen fasziniert der Markt mit seinem Rathaus, dem Fachwerkbau BäckeramtshausKnochenhaueramtshaus Hildesheim und dem Tempelhaus aus dem 14. Jahrhundert mit seinem Renaissance-Erker. Das Knochenhaueramtshaus, auch an diesem Platz, überragt alle nebenstehenden Häuser mit seinem spitzen Dach. Das Erdgeschoss eingerechnet hat es sechs Etagen. Zwei davon schon im Dach, werden diese noch von einem hohen Spitzboden gekrönt. Die Querbalken des Fachwerkbaus, die den Geschossabschluss bilden, sind reich verziert mit bunten Schnitzereien.
Nur wenige Schritte vom Markt entfernt steht die
St. Andreas Kirche HildesheimSt. Andreas-Kirche, die höchste der Hildesheimer Kirchen. Sie hat sogar mit den fast 115 Metern den höchsten Kirchturm Niedersachsens. Auch sie ward einst ein romanischer Bau, der aber ab dem 14. Jahrhundert eine gotische Erneuerung erhielt. Der Bau des Turms dauerte bis ins frühe 19. Jahrhundert. Auch von der Andreaskirche blieben im März 1945 nur klägliche Überreste. Erst 1965 war sie wieder errichtet. Wer Kraft und Ausdauer besitzt, sollte auf jeden Fall die 365 Treppenstufen zur Aussichtplattform hinaufsteigen. Ich gebe zu, die Zahl der Stufen habe ich nicht gezählt, bei etwa 130 verging mir mit zunehmender Luftnot das Zählen. Belohnt wurde der Ausflug in den Himmel über Hildesheim mit einem faszinierenden Blick über die Altstadt mit ihren romanischen Kirchen.

Wieder auf dem Pflaster des Andreasplatzes angelangt, entschlüpfe ich durch eine kleine Gasse dem Schatten der riesigen Kirche, hinein in das Menschengewimmel auf der Einkaufspassage Hoher Weg. Dort an der Ecke zur Schuhstraße stellt sich mir ein merkwürdiges Paar in den Weg. Ein greiser, böse aussehender Wicht sitzt auf dem Rücken eines jungen Burschen. Der Alte krallt sich in die Schulter des Jungen, der ganz und gar nicht zufrieden ist mit seiner Lage. Nur keine Angst! Leibhaftige Menschen gehen auch in Hildesheim nicht so miteinander um. Die Beiden als Plastik gegossen, erinnern an die Sage vom Huckup. Der „Huckup“ ist der Kobold, der im Huckepack auf dem Burschen reitet und jederzeit bereit ist, ihm das Genick zu brechen, würde er sich nach ihm umdrehen. Der Spruch auf dem Sockel entschlüsselt den Sinn dieser Plastik. Sinngemäß heißt es da, der Junge soll die Äpfel auf den Bäumen lassen, sonst hält der böse
Huckup HildesheimHuckup mit ihm Gericht. Eine Warnung, sich nicht mit Dieberei durch den Tag zu stehlen. Nun, das schlechte Gewissen plagt mich nicht, auch nicht die Angst vor dem Huckup. Es wird Zeit der Stadt den Rücken zu kehren und wie es der Zufall will, in Blickrichtung des Huckup. Vorbei an der gotischen St. Lambertikirche, durch die lustig klingende Knollenstraße, erblicke ich über den Dächern der gegenüberliegenden Häuserreihe das letzte Ziel meines Stadtspaziergangs. Der Kehrwiederturm ist der letzte erhaltene der Hildesheimer Tortürme. Das Tor und die darüber befindlichen Geschosse aus Naturstein kröhnt ihn eine stattliche Schindelhaube. Erbaut irgendwann zwischen 1450 und 1500, schützte er die Stadt in südlicher Richtung. Nur wenige Meter noch und der Kreis meines Rundgangs schließt sich am Neuen Tor, vor dem einst die Hildesheimer Weinberge lagen und heute das Klinikum steht. Unbewusst war ich hierher mit meinem Auto gefahren und hatte einen wunderbaren Ausgangspunkt für die Reise zu den Welterbe-Kirchen von Hildesheim gefunden. Ein wenig gedankenversunken verlasse ich Hildesheim. Was hatte mich auf den Parkplatz gelockt? Einer Rose jedenfalls kann ich nicht die Schuld daran geben...

Die Sehenswürdigkeiten in der Visitatio-Karte: visitatio_logo_button.gif
 Rathaus Hildesheim
 
 Knochenhauer-Amtshaus
 
 Tempelhaus
 
 St. Andreas Kirche
 
 St. Lamberti Kirche
 
 Kehrwiederturm
 
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