Romanische Kirchen von Hildesheim |
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St. Godehard Basilika
Über den Brühl, auch eine
Straße mit schönen Fachwerkhäusern, gelangt der
Besucher auf den Godehardsplatz. Hier steht die erste der romanischen
Kirchen Hildesheims: Die Päpstliche Basilika St. Godehard. Ein
wirklich beeindruckender Bau, diese ehemalige Benediktinerklosterkirche.
Inmitten dieses Fachwerkviertels öffnet sich ein weiter Platz
und auf einer leichten Erhebung steht dieser romanische Kirchenbau
mit einer West-Ost- Ausdehnung von etwa 70 Metern. Drei Jahre dauerte
der Bau, dessen Grundsteinlegung 1133 erfolgte. Bischof Bernward I.
von Hildesheim schuf mit diesem Bau ein steinernes Denkmal für
einen seiner Vorgänger, den Benediktiner und späteren
Bischof Godehard, der 1133 heilig gesprochen wurde. Godehard
bestimmte 16 Jahre lang die Geschicke des Bistums Hildesheim. In seiner
Amtszeit wurde die St. Michaelkirche vollendet. Weitere 30 Kirchen
lies er in seiner Amtszeit bauen und setzte so das von Kunst und
Baukunst geprägte Wirken seines Vorgängers Bernward fort. Godehard wurde so Patron der Errichter derartig beeindruckender
Kirchenbauten, der Maurer. Auch die thüringische Stadt Gotha
führt ihn als Patron in ihrem Wappen. Allerdings geht der Name
der Stadt nicht auf ihn zurück, wie man annehmen könnte.
Der Brühl verbindet die St.
Godehard-Basilika mit dem Dombezirk. Ganze 500 Meter misst die
Strecke bis zur Kreuzstraße. Auf diesem kurzen Stück
verliert Hildesheim für einen kleinen Teil seinen Charme, durch
den Verlust der Fachwerkbauten. Der Blick hinauf zur alles
überragenden St. Andreas-Kirche zeigt die, mit Bauten der
sechziger und siebziger Jahre, nicht immer glücklich geheilten
Wunden der Bombennacht. Plötzlich füllen sich die eher
ruhigen Straßen der Innenstadt mit johlenden, fröhlichen
Schulkindern aller Altersgruppen. Teils getrennt nach Mädchen
und Jungen strömen sie aus den Schulen ins Umfeld der etwas
versteckt liegenden Kreuzkirche. Etwas verdutzt bleibe ich in diesem
Treiben stehen und frage, ob dieser Kindersegen hier Tradition sei, um
zu erfahren, dass hier der Unterricht wirklich so ziemlich zur gleichen
Zeit endet. Es dauert nur wenige Minuten und die Kinder werden
„geschluckt“ von Bussen, den PKW's mit den wartenden Müttern
oder den Gassen der Altstadt. Es zieht wieder Ruhe ein im Revier. Die
Heilig-Kreuz-Kirche mit ihrem hier in Hildesheim deplatziert
erscheinenden Barockgiebel, geht wie die Basilika St. Godehard auf die Hochzeit der Romanik
zurück. Zwischen 1054 und 1079 wurde das Osttor der Domstadt zu
dieser Kirche umgebaut. Eine Verwandlung vom Haus des Krieges in ein
Haus des Friedens: „domum belli in domum pacis“. Der alte
romanische Bau hielt nur bis ins frühe 18. Jahrhundert und musste
dann wegen Baufälligkeit erneuert werden, was zu dem barocken
Baukleid führte. Auch die kurze Lebenszeit der alten
Heiligkreuz-Kirche veranschaulicht, welchen Schatz heute noch
existierende 1000-jährige Bauten darstellen.
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