Romanische Kirchen von Hildesheim |
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St. Michaelkirche
Bis zur anderen Welterbekirche in
Hildesheim ist es wieder nur ein kurzer Weg. Vorbei am kubischen
Neubau des Museums mit dem unaussprechlichsten Namen in Deutschland,
dem Roemer-Pelizaeus-Museum – welches eine wertvolle Sammlung über
das alte Ägypten präsentiert – lässt sich in wenigen
Minuten die St. Michaelkirche erreichen. Auf einem kleinen Hügel
steht die wohl schönste romanische Kirche von Hildesheim. Eine
auffällig mathematische Symmetrie beherrscht diesen Bau mit
seinen vier Treppentürmen und den, eher in ihrer quadratischen
Dominanz an Bergfriede erinnerden Türmen über den
Vierungsquadraten.
Wieder hatte Bischof Bernward seine Hände
im Spiel beim Bau dieser Kirche. Wenige Jahre vor Ablauf des ersten
Jahrtausends nach Christi, im Jahr 993, wurde Bernward in sein Amt
eingeführt. Im selben Jahr gründete er mit einer kleinen
Kapelle auf eben diesem Hügel am Nordrand der Stadt ein
Benediktinerkloster. Ab 1010 wurde dann die Michaeliskirche erbaut. Ganze 23 Jahre dauerte der Bau und Bernward nahm
regen Anteil an diesem Prozess. Als er 1022 in dieser Kirche
starb, war das Bauwerk längst nicht vollendet. Wenige Tage nach
seinem Tod wurde er in der Krypta dieses Gotteshauses beigesetzt.
Sein Nachfolger, besagter Godehard von Hildesheim, weihte die Michaeliskirche erst
im Jahr 1033. Etwas mehr als 100 Jahre danach wurde Bernward heilig
gesprochen. Die Benediktinermönche ließen ein prachtvolles und in dieser Zeit in seiner Größe in
Europa einmaliges Deckengemälde anfertigen. Fast 30 Meter lang
und 9 Meter breit ziert eine farbenfrohe Darstellung des Stammbaums
von Jesus die Holzdecke. Es bedarf einiger Zeit, sich die Vielfalt, ja
geradezu Detailverliebtheit dieses Kunstwerks aus romanischer Zeit zu
verinnerlichen. Und wieder sehen wir ähnliche Motive wie auf der
Bronzetür. Adam und Eva, ein schlafender Jesus und Johannes der
Täufer sind ebenso abgebildet, wie König David und die
Heilige Maria. Eine einzigartige Ahnengalerie der christlichen
Geschichte. Der Kontrast der wehrhaft scheinenden romanischen Kirche
mit dem geradezu verspielten Farbspiel des Deckengemäldes bleibt
dem Betrachter dauerhaft in Erinnerung.
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