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Nordrhein-Westfalen

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Auf Schlössertour durchs Münsterland

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Artikelinhalt
Auf Schlössertour durchs Münsterland
Annette von Droste Hülshoff
Hochzeitswald und Rüschhaus
Burg Hülshoff
Museum Burg Hülshoff
Links und Tipps!

Annette von Droste-Hülshoff

Vom Hotel folgen wir einige hundert Meter dem Radweg entlang der Zufahrtsstraße des Hotels. Einmal noch überqueren wir einen der größeren Ausfallwege von Münster, dann fängt uns die Wald- und Wiesenlandschaft im westlichen Umland von Münster ein. Sattes Grün, viel Weideland, welches hin und wieder von kleinen Kanälen, die Westfalen nennen diese Wassergräben Gräfte, unterbrochen ist, dann wieder Waldflächen. Die Annette von Droste-HülshoffHöfe liegen weit auseinander, verbunden mit, von Bäumen beschatteten Nebenstraßen, die selten von PKW oder Traktor befahren werden. Nur wenige Kilometer trennen uns von der quirligen Hauptstadt des Münsterlandes, und hier herrscht Ruhe und Erholung pur: Vögel zwitschern, Frösche quaken, im nahen Teich schwimmt eine Entenfamilie und der Reiher steht statuengleich und beobachtend am Ufer. Vielleicht sind 20 Minuten vergangen und wir gelangen an einer Kreuzung an ein Denkmal für eine Frau, die unserer Halbtagesradtour den thematischen Rahmen verleiht: Annette von Droste-Hülshoff. Hier in dieser Gegend verbrachte die Schriftstellerin die längste Zeit ihres Lebens. Ihre tiefe Verbundenheit mit dieser Landschaft, ihre Erlebnisse und Beobachtungen auf den Wegen zwischen Burg Hülshoff und dem Rüschhaus spiegelte sie bildhaft in ihren Gedichten und Balladen wieder. Es lohnt für einen Augenblick zu verweilen. Im Fahrradkorb liegt der zweite Gedichtband der Droste-Hülshoff, erschienen 1844. „Des Dichters Naturgefühl“, eines der Gedichte bestätigt in wenigen Zeilen ihre Zuneigung zur Natur des Münsterlandes:

Ich suchte keuchend mir den Weg
Durch sumpf'ge Wiesen, dürre Raine,
Wo matt die Kröte hockt' am Steine,
Die Eidechs schlüpfte übern Steg.
...
Die Quellchen, glitzernd wie Kristallen, –
Die Zweige, glänzend emailliert –
Das kann dem Kenner schon gefallen,
Ich nickte lächelnd: »Es passiert!«

Nach dieser kurzen Rast schwingen wir uns wieder aufs Rad. Nur wenige Pedaltritte entfernt erreichen wir das Haus Vögeding, eines jener Wasserschlösser der Route. Haus VögedingEs befindet sich in Privatbesitz, kann aber von außen besichtigt werden. Bereits 1353 urkundlich erwähnt, hat es eine wechselvolle Geschichte erlebt. Die ursprüngliche Burg befand sich auf mehreren Inseln. Heute ist nur noch ein Teil der einst viertürmigen Vorburg erhalten. Was muss das einst für eine Anlage gewesen sein, wenn man die Ausmaße des verbliebenen Backsteinteils betrachtet. Auf der gesamten Längsseite von einer Gräfte umspült, wird diese von einem Eckturm abgeschlossen. Am Ufer der Gräfte finden sich auf einer Tafel Informationen über das Schloss. Und auch mit diesem Haus war die Familie Droste-Hülshoff verbunden. Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb sie das Schloss und verpachtete es, bis die Familie der heutigen Besitzer es 1939 kaufte. Annette von Droste-Hülshoff kehrte regelmäßig auf ihren Wanderungen zwischen dem Rüschhaus und Burg Hülshoff im Haus Vögeding ein, um sich zu stärken und einen Plausch mit der befreundeten Pächterstochter zu halten.

Die Sehenswürdigkeiten in der Visitatio-Karte: visitatio_logo_button.gif
 Haus Vögeding
 
 100 Schlösser-Route
 
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