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Das Museum Burg Hülshoff
Für uns wird es Zeit über Vorburg und Burghof in das Museum der
Burg zu gelangen. Zum Schutz der Holzfußböden, verschwinden
unsere Füße in riesigen Filzschlappen. Für fünf Euro
Eintritt durchlaufen wir die nahezu komplett erhaltenen Lebensräume
der Annette von Droste-Hülshoff, die im Stil des Biedermeier und
Klassizismus ausgestaltet sind. An der Wand im größten
Raum die Ahnengalerie. Dieser Raum wirkt eigenwillig auf den
Betrachter, wie ein Museum und dennoch lebendig, als hätte die
Familie gerade eben noch am Tisch gesessen, gespeist, geplauscht,
gelacht. So trügerisch ist dieser Eindruck nicht. Noch heute
trifft sich die Familie zu besonderen Anlässen und lebt oder
feiert für Stunden in dieser historischen Atmosphäre.
Besonders beeindruckend bleibt der Besuch der Bibliothek der
Schriftstellerin. In verglasten, vom Fußboden bis zu den hohen
Decken reichenden Regalen stehen hunderte Bücher vergangener
Zeiten, darunter einige Exemplare von einzigartigem Wert. Der Blick
aus dem Fenster versetzt den Betrachter in ein Wechselspiel der
Empfindungen. Die Ruhe des Raumes voller gedruckten Gefühls und
Wissens vermischt sich mit der Sicht auf den Park, mit seinen sanften
Linien, den sich im Wasser spiegelnden Bäumen, deren Blätter
im leichten Wind einen wilden Tanz vollführen. Die Kraft des
Raumes und die ruhige Lebendigkeit der westfälischen Natur
könnten ein Teil der Triebkraft der Lyrik und Prosa von Annette
von Droste-Hülshoff sein.
Da jagt, geführt von dem
Terrier, die Schulklasse in den Burghof. Es wird Zeit das Museum zu
verlassen. Kurz vor dem Ausgang des Parks ziert eine eigenwillige
Grafik eine Wand. Neben dem Logo der 100-Schlösser-Route ein
Piktogramm aus schwarzen
und weißen Quadraten, scheinbar
unsortiert angeordnet. Beim näheren Hinsehen erweist sich das
Wirrwarr als moderne Form der Kommunikation. Das Handy- und
Computerzeitalter hat auch die scheinbar in der Vergangenheit
schlummernde Burg Hülshoff erreicht. Mit einem internetfähigen
Handy können die Besucher nach dem Fotografieren des „linkbox“
genannten Piktogramms, schnell zu Informationen über die Burg und
den Park gelangen. Diesen Service bietet die „Münsterland-Touristik“
bislang an 14 ausgewählten Sehenswürdigkeiten der
„100-Schlösser-Route“ an.
Wir treten zum Rückweg in die Pedale. Ein kurzweiliger
Vormittag geht zu Ende. Der gute Mix aus körperlicher Bewegung,
wunderschöner Natur und interessanten kulturhistorischen
Einblicken, bleibt als anspornende Erinnerung, wieder ins
Münsterland zu kommen. Dann aber mit etwas mehr Zeit, um in vier
bis sechs Tagen einen der vier Rundkurse der „100-Schlösser-Route“
zu erleben, oder sich auf zu machen, auf die historische
Friedensroute zwischen Münster und Osnabrück.
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