|
Seite 2 von 4
Die Krypta der Konradsburg
Verlässt man die Stadt Ermsleben
in südlicher Richtung steigt das Gelände leicht aber
beständig an. Auf einer Berkuppe, die bereits etwas separiert
vom Waldmassiv des Harzes liegt, erhob sich vor knapp 1000 Jahren die
Konradsburg. Einhundert Jahre später gründeten Benediktiner
ein Kloster. Die riesige Klosterkirche muss einst bis in Harzvorland
zu sehen gewesen sein. Erreicht man den Klosterhof, nach guter
Anstrengung mit dem Rad, lassen sich anhand der Fundamente die Ausmaße
des romanischen Kirchenbaues erahnen. Erhalten geblieben ist aus
dieser Zeit der Chor der Kirche. Ein schlichter Bau mit einer
einzigartigen Krypta, die über eine Seitentreppe zu erreichen
ist. Dieses fünfschiffige Hallengewölbe mit reich
verzierten Pfeilern und Säulen, jede für sich ein Unikat,
ist eines der bedeutensten Baudenkmale im Ostharz. Unvorstellbar,
dass dieser Raum im 18. und 19. Jahrhundert als Stall gedient hat und
so schwere Schäden an dem Sand- und Kalksteinbauteilen
zurückblieben. Gegenwärtig werden aus diesem Grunde
Erhaltungs- und Restaurierungsarbeiten in der Krypta durchgeführt.
Ab Juli 2008 sollen die ersten Besucher wieder dieses Baukunstwerk,
das zur „Straße der Romanik“ gehört, betreten können.
Im Rund des alten Klosterhofes mit Ausstellung und Cafe fällt
ein besonderes technisches Denkmal ins Auge – das Brunnenhaus. Mit
Eselskraft wurde hier das Wasser bis 1948 aus dem 45 Meter tiefen
Brunnen geholt. Esel gibt es leider nicht mehr, dafür dürfen
die Besucher sich in das Laufradstellen und den Eimer aus der Tiefe
holen.
Auf gut befestigten, teils neu
angelegten Wegen, ist die Windmühle Endorf zu erreichen. Das
letzte Stück, steil ansteigend, können wir unsere Räder
nur noch schieben. War dies vielleicht der Pfad, auf dem einst die
Esel getrieben wurden, um das Korn zu Mühle zu bringen? Besagter
Dichter Gleim hatte eine Fabel über einen solch armseligen Esel
verfasst, dem allerdings schon mit Mehl beladen auf dem Rückweg
die Kräfte versagten. Für den Aufstieg zur Mühle
reichen unsere Kräfte. In der Mühle erfahren wir, dass sie 1857 errichtet wurde, erleben ihre
Funktionsfähigkeit und setzen danach unsere Fahrt in Richtung
Degenershausen fort.
|