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Harzgerode im Mittagsschlaf
Harzgerode, die
über 1000-jährige Stadt im Zentrum des Unterharzes,
emfängt uns etwas unfreundlich. Es ist Sonntag, gegen 15.00 Uhr,
Zeit für Kaffee und Kuchen. Harzgerode aber hält Mittagsschlaf.
Wir finden kein Restaurant oder Cafe, welches geöffnet hat,
auch keine Menschenseele, die wir fragen könnten. Der Ort
scheint ausgestorben. Vor zwanzig Jahren, so erinnere ich mich, war
hier mehr Betriebsamkeit, vor allem, wenn die Dampflok der
Selketalschmalspurbahn, nach kurvenreicher Strecke Waggons voller
Touristen ins „hochgelegene“ Harzgerode gezogen hatte. Auch heute
noch verkehrt die, unterdessen Harzer-Schmalspur-Bahn (HSB)
sechsmal am Tag zum Endpunkt Harzgerode, doch die attraktiveren
Bahnziele wie der Brocken locken mehr Touristen an. Anders ist es bei
den gemeinsam mit der „HSB“ organisierten Events, in der Zeit der
Walpurgisnacht oder im August, wenn auf dem Schloss Harzgerode in
einem Rock-Grusical, die „Harzschützen“ einen musikalischen
Rückblick in die Zeit des 30-jährigen Krieges wagen. Der
Schlosshof ist in dieser Zeit die Theaterbühne mit historischer
Kulisse. Das Schloss selbst, ein dreigeschossiger Renaissancebau
von 1552, einst die Residenz eines Zweiges der anhaltinischen
Fürsten, beherbergt heute das sehenswerte Harzgeroder
Heimatmuseum.
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