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Zurück durchs Selketal
In den folgenden Kurven des
immer noch recht engen Tales folgen vier historische Eisenhammer, in
denen die, von den Bergleuten abgebauten Minerale zerkleinert und
später eingeschmolzen wurden. Allmählich wird das Tal
breiter und heller. Zwischen der Straße und der Selke sind
Wiesen und Weiden. Nur bis zum Hotelrestaurant Selkemühle ist
noch Autoverkehr zugelassen. Vom Parkplatz der Selkemühle aus
kann die Ruine der Burg Anhalt in etwa 20 Fußminuten erreicht
werden. Hier gibt es einen flacheren und somit längeren und
einen recht steilen und kurzen Aufstieg. Auf Schautafeln erfahren
wir, wie diese Burg einst ausgesehen hat. Im hohen Eichenwald sind
leichte Bodenunebenheiten zu erkennen, hier war ein Wall, dort der
Burggraben. Weiter oben sind immer wieder rote Ziegelsteinmauerreste
im Gras zu erkennen. Der Weg beschreibt eine langgezogene Kurve und
auf der Tafel wird erläutert, dass hier einst der Burghof war.
An dieser Stelle finden sich auch noch einige zusammenhängende
Wände und Fundamente. Rechts erhebt sich der Stumpf des
natursteinernen Bergfried. Es bedarf schon der Bilder auf den Tafeln
und ein wenig Phantasie, um sich die Größe und das
Aussehen der Burg zu veranschaulichen, die als solche viele
Besonderheiten aufzuweisen hat. Als sie auf Geheiß von Otto dem
Reichen errichtet wurde, war es in dieser Gegend eine
außergewöhnliche Neuheit, eine Burg aus Ziegeln zu
errichten. Im Tal wurden dafür extra Ziegeleien gebaut. Auch
ihre Dimension war erstaunlich. Archäologen und Kunsthistoriker gehen
davon aus, dass die Burg eine vergleichbare Größe mit der
Wartburg in Thüringen hatte. Trotz ihrer vergleichbar kurzen
Existenz, bereits im frühen 16. Jahrhundert war sie nicht mehr
bewohnt, hatte sie allein über die Person des Askaniergrafen
Albrecht der Bär, dem späteren ersten Markgrafen von
Brandenburg, eine große historische Bedeutung.
Nun
wird es Zeit wieder nach Meisdorf zurückzukehren. Noch sieben
Kilometer Radweg durch das Naturparadies Selketal liegen vor uns. In
leichten Schwüngen fließt die Selke durch das Tal, links
und rechts Weiden mit Kuhherden. Die Wege sind streckenweise von
alten Kastanien flankiert, die leider in den letzten Jahren von der
Moniermotte heimgesucht wurden. Nach dem mehrmaligen
Überqueren der immer wieder die Seite des Tales wechselnden
Selke ist das Familienhotel Talmühle erreicht. Es folgt das
historische Gasthaus „Zum Falken“ von dem die Burg Falkenstein
von der Talsohle her erwandert werden kann. Vom „Falken“ sind es
noch zwei Kilometer bis zum Ursprung unserer Reise in Meisdorf. Am
Ortseingang das Parkhotel Schloss Meisdorf.
3D-Modell der Burg Falkenstein

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