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Thüringen

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Auf Goethes Pfaden in Ilmenau

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Auf Goethes Pfaden in Ilmenau
Auf dem Schwalbenstein
Bäume auf dem Emmastein


Via Berggraben zum Schwalbenstein

Ein wenig steil wird es jetzt auf dem Weg zum Mittleren Berggraben. Kaum zu glauben, dass entlang dieses Weges vor über zweihundert Jahren Wasser floß, um in den anliegenden Bergwerken die Technik anzutreiben. Dem Weg folgen wir aus Ilmenau. Unter uns im Tal fließt die Ilm. Laubbäume formen über dem noch recht breiten Weg ein Dach. Immer weniger Fußgänger begegnen uns. Nach etwa einem Kilometer verstummen die letzten Geräusche der Universitätsstadt. Der sehr flache Wanderweg, hier steigt er auf 100 Metern Länge nur 10 Zentimeter, schlängelt sich durch das Tal. Da eine etwas stärkere Kurve und wir stehen vor der Bertha-Quelle, die an heißen Sommertagen sicher die erste Abkühlung bringt, bevor wir auf etwas schmalerem und steilerem Weg zum Schwalbenstein wandern wollen. Ein abgestelltes Waldarbeiterfahrzeug verstellt etwas den Weg. Ich trau meinen Augen nicht. Der Wanderweg weist regelmäßige Kratzpuren eines Laubbesens auf. „Auf die Bäume ihr Affen...“, geht mir das Lied über die Lippen, „...der Wald wird gefegt.“ Wenige hundert Meter weiter sind drei Waldarbeiter dabei, den Wanderweg fit zu machen für die neue Wandersaison. Das Qualitätsiegel „Wanderbares Deutschland“ soll wieder verteidigt werden. Das Laub wird von den Wegen gekämmt, Stufen an den Anstiegen erneuert, angebrochene Geländer ausgetauscht und die Wegweiser auf Vollständigkeit überprüft. Die fleißigen Wegemeister bleiben hinter uns, als ein letztes steiles Wegstück zum Schwalbenstein erklommen werden muß. Schwalbenstein bei IlmenauEine kleine Biegung und hoch auf dem Porphyrfels die anmutige Holzhütte. Am Fuße des Felsen die Goethegedenktafel, daneben auf einer Emailletafel seine Worte „'Sereno de quita mente' schrieb ich ... den vierten Akt meiner Iphigenia an einem Tage am 19. März 1779“. In der Hütte, die über einen Steg erreicht werden kann, machen wir eine kurze Rast. Der erhoffte Ausblick ins Tal ist durch gut gewachsene Bäume etwas verstellt, getröstet durch den historischen Ort, verzeihen wir den Waldarbeitern die nicht gekürzten Äste und hoffen, dass sie noch eine Weile wachsen können.

Die Sehenswürdigkeiten in der Visitatio-Karte: visitatio_logo_button.gif
 Ilmenau Schwalbenstein
 
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