Bei Graupelschauern auf den Kickelhahn |
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Geschrieben von Roland Wagner
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Im
strahlenden Sonnenschein waren wir in Ilmenau gestartet, um den Goethewanderweg in und bei Ilmenau zu erleben. Der erste Teil der Wanderung (Auf Goethes Pfaden in Ilmenau) beschrieb den Weg von Ilmenau nach Manebach, über den Ilmenauer Friedhof mit dem Grab von Corona Schröter, zum Alten Zechenhaus, weiter auf dem Mittleren Berggraben zum legendären Schwalbenstein und zum mit Bäumen bewachsenen Emmastein. Danach ging es talwärts nach Manebach...
Noch in Manebach ziehen am Himmel die ersten Wolken auf. Das als
Wanderziel empfohlene Kantorhaus verpassen wir. Ob es am aufkommenden
Hunger liegt oder an der vielleicht nicht ganz idealen Ausschilderung
erschließt sich nicht mehr. Die Kirche mit den schwarzen
Schindeln und eigenwilligen Fenstern übersehen wir nicht und
auch nicht den Bäckerladen direkt gegenüber der
Bahnschranke. Durch ein gutes Stück Blechkuchen gestärkt,
können wir den ersten Teil des Aufstiegs zum Kickelhahn wagen.
Ein schmaler, gut befestigter Weg führt hinauf zu einer kleinen
weißen Laube am Waldrand. Fünfzig, sechzig, siebzig
Stufen... Irgendwann höre ich, schon ganz außer Puste, auf,
die quälenden Schritte zu zählen. Der Blick zurück ins
Tal tröstet mit dem Wissen über die gewonnene Höhe in
der vergleichbar kurzen Zeit. Etwas weniger steil geht es nun stetig
bergauf. Dichter Baumbestand zeigt hier weder das Tal noch das Ziel.
Über den Bäumen müssen sich die Wolken geschlossen
haben. Leichter Nieselregen beginnt. Im Sommer wäre das bei
diesem langanhaltenden Anstieg eine wohltuende Erfrischung. Die Hitze
der Anstrengung wärmt die Kühle der Tropfen. Die unbewegte
Winterpause macht uns an diesem Berg unseren Fitneßzustand
klar. Schnaufend setzen wir immer kürzere Schritte. Den Abzweig
zum „Kleinen Hermannstein“ verpassen wir und verschnaufen erst an
der Sophien-Quelle. Auch diese ist im Sommer sicher eine labende
Erfrischung, wo ein Drittel des Anstiegs bewältigt ist. Der
Niederschlag nimmt zu.
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