Bei Graupelschauern auf den Kickelhahn |
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Das Goethehäuschen
Egal, nach
einiger Zeit stehen wir vor dem Nachbau des historischen
Goethehäuschens auf dem Kickelhahn. Das Original war 1870
abgebrannt. Von Niesel und Graupel ziemlich durchgeweicht suchen wir
Trockenheit und Windstille in dem zweistöckigen Holzhaus. Die
wettergegerbten Spundwände stehen schief, die Treppenstufen
hinauf in die erste Etage knarren, die kleinen Fenster lassen nur
wenig Licht in den Raum, dessen eine Wand mit einer großen
Glasscheibe geschützt ist. Der Schutz gilt den Wandinschriften.
Die zweifellos Wertvollsten sind die Zeilen eines Goethegedichtes.
Erschöpft von einer Wanderung hatte er in der Hütte vor dem
Einbruch der Nacht Schutz gesucht. Der Blick aus dem kleinen Fenster
in das vor ihm liegende Tal inspirierte Johann Wolfgang von Goethe zu
dem Gedicht:
„Über
allen Gipfeln
Ist Ruh'
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum
einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde
Warte nur,
balde
Ruhest Du auch.
“
Jahre später, fast 82-jährig, sucht er die Hütte letztmals auf und hat Tränen
in den Augen, als er seine Zeilen wieder findet. Wir verweilen noch
einige Minuten in der Hütte, weil ein kräftiger
Graupelschauer niedergeht. Ist dieses Wetter vielleicht doch passend
für den Besuch des „Großen Hermannsteins“ und des
Goethehäuschens?...
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