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Der Turm auf dem Kickelhahn
Der Gipfel des 861 Meter
hohen Kickelhahn erscheint abgeflacht. Das beliebte Jagdgebiet des
Weimarer Hofes erhielt 1855 ein über die Gipfel des Thüringer
Waldes weithin sichtbares Zeichen – den von der Großherzogin
Maria Pawlowna angeregten 24 Meter hohen
Felssteinaussichtsturm. Der aufgekommene Wind erlaubt uns nicht die
107 Stufen zur Aussichtsplattform zu erklimmen. Uns zieht es in das
Berggasthaus. Ein Grog wärmt uns. Die Speisekarte ist wanderfreundlich – für den kleinen und großen Hunger,
Speisen zu erträglichen Preisen. Hier oben finden sich
mehr Wanderer ein, als wir auf dem weiten Weg vermuten konnten. Dies
liegt einmal am etwa 1,5 Kilometer entfernten Parkplatz, und den
alternativen Routen, die von Ilmenau direkt auf den Kickelhahn führen.
Vom Jagdhaus Gabelbach nach Ilmenau
Wir streben noch zum Jagdhaus
Gabelbach, welches durch den flotteren Lauf bergab, schon nach 15
Minuten erreicht ist. Die Ausstellung über Goethes
naturwissenschaftliche Arbeiten und das Jagdwesen des Weimarer Hofes
bleibt uns an diesem Tage verschlossen. Das ZDF verfilmt Goethes
Werther erneut. Aus den Medien erfahren wir später, dass einige
original grüne Wände des denkmalgeschützten Jagdhauses
dafür mit brauner Farbe überstrichen wurden. Unterdessen
dürfte der alte Farbzustand wieder hergestellt sein, für
einen ersten Werbeeffekt eines noch unvollendeten Filmes war
jedenfalls gesorgt.
12 Kilometer und etwa 500 Meter
Höhenunterschied haben wir in den Beinen, wir wollen schnell
nach Ilmenau zurück und machen den Fehler, uns von den
empfohlenen Wanderwegen zu entfernen. So dauert der Abstieg länger
als erwartet, was wiederum auch an einer etwas verwirrenden
Ausschilderung liegt. Gegen 16:30 endet unsere Goethewanderung am
Wenzelschen Haus, dem ehemaligen kursächsischen Postamt in
Ilmenau. Alles in allem, eine interessante, teils sehr anstrengende,
aber auch Wissen vermittelnde Wanderung, die jedem Thüringen-Besuchenden empfohlen werden kann.
Tipp! Eine etwas längere, aber kaum an einem Tag zu bewältigende Variante der Wanderung geht bis in das Örtchen Stützerbach, wo die Wanderung im Goethemuseum ihren Abschluss findet.

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